Blue Ridge Parkway: 755 Kilometer durch die Berge der US-Ostküste

Spek­ta­ku­läre Berge, tolle Aus­bli­cke und his­to­ri­sche Stät­ten: Der „Blue Ridge Park­way” führt auf 755 Ki­lo­me­tern durch die atem­be­rau­bende Na­tur ent­lang der Blue Ridge Moun­ta­ins und zählt zwei­fel­los zu den land­schaft­lich reiz­volls­ten Pan­ora­ma­stra­ßen an der Ost­küste der USA.

Dicht be­wal­dete Berg­kämme, Was­ser­fälle, sanfte Fluss­tä­ler und his­to­ri­sche Stät­ten säu­men den „Blue Ridge Park­way”, der den Shen­an­doah Na­tio­nal Park im US-Bun­des­staat Vir­gi­nia mit dem Great Smoky Moun­ta­ins Na­tio­nal Park in North Ca­ro­lina ver­bin­det. Das Be­son­dere ist, dass die be­liebte Pan­ora­ma­straße nicht als nor­male Straße kon­zi­piert wurde, son­dern ein­zig und al­lein tou­ris­ti­schen Zwe­cken dient.

Blue Ridge Parkway: Baugeschichte mit Tücken

Blue Ridge Moun­ta­ins /​ Hump Back Rock (c) Char­lot­tes­ville Al­be­marle Con­ven­tion Vi­si­tors Bu­reau

Die Idee wurde 1933 ge­bo­ren, als der da­ma­lige US-Prä­si­dent Frank­lin D. Roo­se­velt den kurz zu­vor fer­tig­ge­stell­ten „Sky­line Drive” in Vir­gi­nia be­suchte, der aus den glei­chen Grün­den er­baut wurde. Bis zur Voll­endung des heute 755 Ki­lo­me­ter lan­gen „Blue Ridge Park­way” soll­ten dann al­ler­dings viele Jahr­zehnte ins Land ge­hen.

Nach dem Spa­ten­stich im Jahr 1935 un­ter­brach der Zweite Welt­krieg bald die Bau­ar­bei­ten. Auch in der Nach­kriegs­zeit ging es schlep­pend voran: An­fang der 1950er-Jahre war ge­rade mal die Hälfte der ge­plan­ten Stre­cke fer­tig. Ein Rechts­streit in den 1960er-Jah­ren sorgte für eine er­neute Ver­zö­ge­rung. Erst im Jahr 1987 konnte der „Blue Ridge Park­way” in vol­ler Länge er­öff­net wer­den.

755 Kilometer, 26 Tunnel, 151 Brücken

Blue Ridge Park­way (c) Jeff Mil­ler via Un­s­plash

Heute kön­nen sich die Be­su­cher auf eine ein­zig­ar­tige, 755 Ki­lo­me­ter lange Er­leb­nis­reise durch die atem­be­rau­bende Land­schaft der Blue Ridge Moun­ta­ins be­ge­ben und sie wer­den da­für mit spek­ta­ku­lä­ren Ein­drü­cken von Vir­gi­nias Na­tur­schön­hei­ten be­lohnt. Un­ter­wegs war­ten 26 Tun­nel, 151 Brü­cken und na­tür­lich jede Menge un­ver­gess­li­che Ein­drü­cke.

Bei ei­ner er­laub­ten Höchst­ge­schwin­dig­keit von 45 Mei­len pro Stunde – um­ge­rech­net rund 72 km/​h – kön­nen die Au­to­fah­rer die Pan­ora­ma­straße ent­spannt und stress­frei ge­nie­ßen. Au­ßer­dem la­den zahl­rei­che Halte- und Aus­sichts­punkte zu kür­ze­ren oder län­ge­ren Stopps ein, bei der sich auch die eine oder an­dere Wan­de­rung an­bie­tet.

Paradies für aktive Virginia-Urlauber

Blue Ridge Moun­ta­ins /​ McA­fee Knob (c) Nate Den­ni­son

Ein ab­so­lu­tes Muss ist ein Auf­ent­halt am Peaks of Ot­ter nahe der Stadt Bedford in Vir­gi­nia. Alle drei Gip­fel die­ses Ge­birgs-Trios sind mit Wan­der­we­gen er­schlos­sen und ga­ran­tier­ten spek­ta­ku­läre Aus­sich­ten auf den Lake Ab­bott. An­fän­ger wäh­len den knapp sechs Ki­lo­me­ter lan­gen Rund­weg zum Har­ke­ning Hill. Die Auf­stiege zum Flat Top Moun­tain und zum Sharp Top Moun­tain sind her­aus­for­dern­der.

An meh­re­ren Stel­len kreuzt der „Blue Ridge Park­way” den be­rühm­ten „Ap­pa­la­chian Trail”. Wer Zeit und Lust hat, kann ein­zelne Etap­pen die­ses Fern­wan­der­wegs von hier aus in An­griff neh­men. Was­ser­sport­ler kom­men eben­falls auf ihre Kos­ten und kön­nen etwa vom Städt­chen Buchanan mit dem Ka­jak oder Kanu den Ja­mes Ri­ver ent­lang pad­deln oder im Sher­ando Lake schwim­men. Die­ser liegt in ei­ner be­lieb­ten Aus­flugs­ge­gend im Ge­orge Wa­shing­ton Na­tio­nal Fo­rest.

Historische Stätten und eine Kalksteinbrücke

Na­tu­ral Bridge (c) Sa­rah Hau­ser for Vir­gi­nia Tou­rism Cor­po­ra­tion

Im­mer wie­der stößt man auf dem „Blue Ridge Park­way” in Vir­gi­nia auch auf Spu­ren der Ver­gan­gen­heit. Im Hump­back Rocks Vi­si­tor Cen­ter bei­spiels­weise gibt eine Farm aus dem 19. Jahr­hun­dert Ein­bli­cke in das Le­ben der Pio­niere von da­mals.

Fast mär­chen­haft mu­tet die Ma­bry Mill süd­lich von Roanoke an – eine was­ser­be­trie­bene Mühle, die 1903 er­baut und lie­be­voll re­stau­riert wurde. Die Be­su­cher kön­nen ein his­to­ri­sches Sä­ge­werk, eine Ge­trei­de­mühle so­wie eine Schmiede be­stau­nen und nach dem Re­stau­rant­be­such im Sou­ve­nir­shop gleich noch ge­mah­le­nes Mais- und Buch­wei­zen­mehl für zu Hause mit­neh­men.

Spek­ta­ku­lär ist die „Na­tu­ral Bridge” zwi­schen Af­ton und Roanoke. Diese 67 Me­ter hohe, na­tür­li­che Kalk­stein­brü­cke ent­stand im Laufe der Jahr­hun­derte durch den Ce­dar Creek – ei­nen Ne­ben­arm des Ja­mes Ri­ver, der den Kalk­stein aus­ge­wa­schen hat.

Wer nach so viel Ruhe in der Na­tur Ab­wechs­lung sucht, ist im Blue Ridge Mu­sic Cen­ter ge­nau rich­tig. Von Juni bis Sep­tem­ber kön­nen die Be­su­cher im­mer sams­tags im Am­phi­thea­ter tra­di­tio­nel­ler Mu­sik lau­schen und sich in ei­ner Aus­stel­lung im Vi­si­tor Cen­ter über die Wur­zeln der ame­ri­ka­ni­schen Mu­sik in­for­mie­ren.

www.virginia.org

Autorin: Elisabeth Kapral

Als Ju­ris­tin hat Eli­sa­beth ge­lernt, ex­akt zu for­mu­lie­ren. Das kommt ihr jetzt zu­gute, wenn sie für travel4news schreibt. Wor­über sie schreibt, weiß sie da­bei ganz ge­nau, denn sie hat be­reits 108 der 193 in der UNO ver­tre­te­nen Län­der be­sucht – und viele von ih­nen auch mehr­fach.

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