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Bären, Vampire und viel Kultur: Fünf Roadtrips durch Osteuropa

Im Os­ten Eu­ro­pas gibt es viel Un­be­kann­tes zu ent­de­cken – mit­tel­al­ter­li­che Städte, ro­man­ti­sche Dör­fer, un­be­rührte Wäl­der und alte Tra­di­tio­nen. Der Miet­wa­gen-Ex­perte Sunny Cars stellt die fünf schöns­ten Road­t­rips durch Ost­eu­ropa vor.

Polen: Von Krakau über die Ostsee nach Masuren

Bres­lau (c) Ado­be­Stock /​ Pho­to­creo Bed­na­rek

Le­ben­dige Städte und ein­zig­ar­tige Land­schaf­ten: Ein Road­t­rip durch Po­len ver­spricht ma­xi­male Ab­wechs­lung. Die Reise be­ginnt in Kra­kau. Die mit­tel­al­ter­li­che Alt­stadt mit dem be­leb­ten Markt­platz ist so­gar UNESCO-Welt­kul­tur­erbe. Mit dem Auto geht es wei­ter in Rich­tung Nor­den nach Bres­lau. In der his­to­ri­schen Alt­stadt be­zau­bern der mit­tel­al­ter­li­che Markt und das go­ti­sche Alte Rat­haus. Hier fin­den sich auch viele Re­stau­rants mit lo­ka­ler Kü­che.

Ein High­light für Kunst­lieb­ha­ber ist das „Pan­orama von Ra­cla­wice“ – ein ein­zig­ar­ti­ges Kunst­werk aus dem Jahr 1894. Das Ge­mälde mit ei­ner Länge von 114 Me­tern zeigt den Sieg der pol­ni­schen über die rus­si­sche Ar­mee. Der nächste Stopp er­folgt in Dan­zig an der Ost­see. Das his­to­ri­sche Zen­trum der Stadt ist ge­säumt von bun­ten Pa­tri­zi­er­häu­sern. Die klei­nen Gas­sen er­kun­den die Be­su­cher am bes­ten zu Fuß. Den schöns­ten Aus­blick ver­spricht der Turm der Ma­ri­en­kir­che – eine der größ­ten Back­stein­kir­chen der Welt.

Wei­ter geht es in den nahe ge­le­ge­nen Ba­de­ort Leba, di­rekt im Slo­win­zi­schen Na­tio­nal­park. An der Mün­dung des gleich­na­mi­gen Flus­ses fin­den die Be­su­cher ei­nen präch­ti­gen Dü­nen­gür­tel und ei­nen Strand mit dem feins­ten Sand in ganz Po­len. Nach ei­nem Be­such der Ma­ri­en­burg aus dem 13. Jahr­hun­dert geht es für ei­nen per­fek­ten Aus­klang der Rund­reise wei­ter Rich­tung Os­ten nach Ma­su­ren. Gold­gelb spie­gelt sich dort im Herbst das Licht auf mehr als 2.000 Seen. Ge­samte Fahrt­stre­cke: 1.251 Ki­lo­me­ter.

Slowakei: Von Bratislava nach Košice

Bra­tis­lava (c) Ado­be­Stock /​ em­per­or­co­sar

In der Slo­wa­kei ver­ei­nen sich Berg­land­schaf­ten, his­to­ri­sche Klein­städte und mit­tel­al­ter­li­che Bur­gen. Die Reise be­ginnt in Bra­tis­lava – dem kul­tu­rel­len Zen­trum des Lan­des. Ein Ge­wirr aus schma­len Gas­sen, al­ten Kir­chen und mon­dä­nen Stadt­vil­len prägt die Alt­stadt. Vom 85 Me­ter ho­hen Aus­sichts­turm und der Burg­ruine The­ben über­bli­cken die Be­su­cher nicht nur die Stadt, son­dern im Nord­os­ten auch die Hohe Ta­tra.

In der Ho­hen Ta­tra lohnt sich ein Zwi­schen­stopp be­son­ders: Zahl­rei­che Wan­der­wege füh­ren durch das höchste Ge­birge der Slo­wa­kei. Im Spät­herbst er­le­ben die Ur­lau­ber zu­dem ein be­son­de­res Schau­spiel: Die ei­gent­lich däm­me­rungs- und nacht­ak­ti­ven Bä­ren strei­fen um diese Jah­res­zeit auch tags­über durch die Wäl­der. Auch vom Was­ser aus kann der öko­lo­gi­sche Reich­tum des Lan­des be­staunt wer­den. Auf dem Floß lässt sich der Fluss Dun­a­jec be­son­ders schön er­kun­den. Er führt quer durch den Na­tio­nal­park Pie­nien.

Et­was wei­ter süd­lich liegt die spek­ta­ku­läre Eis­höhle von Do­bsina. Sie ist eine der größ­ten un­ter den sel­te­nen Eis­höh­len in Eu­ropa und zählt seit dem Jahr 2000 zum UNESCO-Welt­na­tur­erbe. Rich­tung Os­ten führt der Road­t­rip wei­ter in die Ge­meinde Zehra. Auf ei­nem Tra­ver­tin­ke­gel thront hier die Zip­ser Burg aus dem 12. Jahr­hun­dert – welt­weit ist nur die Pra­ger Burg grö­ßer. Zum Ende der Reise war­tet das ro­man­ti­sche Zen­trum von Košice. Reich ver­zierte Häu­ser säu­men die ver­schlun­ge­nen Gas­sen. Der go­ti­sche Eli­sa­beth-Dom ist zu­dem das größte Got­tes­haus des Lan­des. Ge­samte Fahrt­stre­cke: 656 Ki­lo­me­ter.

Slowenien: Von Maribor über Piran zum Bleder See

Pred­jama /​ Slo­we­nien (c) pixabay

In Slo­we­nien lie­gen Al­pen und Adria dicht bei­ein­an­der. Aus­gangs­punkt der Reise ist Ma­ri­bor. Die Se­hens­wür­dig­kei­ten der eu­ro­päi­schen Kul­tur­haupt­stadt 2012 las­sen sich gut zu Fuß er­kun­den. Die Be­su­cher ent­de­cken da­bei un­ter an­de­rem die ro­ma­ni­sche Ka­the­drale und die Brü­cke Stari Most. Durch die slo­we­ni­sche Stei­er­mark geht es wei­ter zur Burg Olimje. Im 16. Jahr­hun­dert er­baut, wird sie heute noch als Klos­ter ge­nutzt. Auch die gut er­hal­tene Ba­rock­kir­che ist ei­nen Be­such wert.

Der nächste Stopp ist Ljub­li­jana. Viele Grün­flä­chen und eine viel­fäl­tige Ar­chi­tek­tur ent­lang des Flus­ses Ljub­l­ja­nica sor­gen für me­di­ter­rane Leich­tig­keit mit­ten in der Haupt­stadt. Nach ei­nem kur­zen Ab­ste­cher zum Schloss Snez­nik aus dem 13. Jahr­hun­dert führt der Road­t­rip wei­ter zur Burg Pred­jama bei Pos­to­jna: Sie wurde vor mehr als 800 Jah­ren in eine 123 Me­ter hohe, senk­rechte Fels­wand ge­häm­mert.

Knapp 80 Ki­lo­me­ter wei­ter er­reicht die Route dann Pi­ran. Die ma­le­ri­sche Ha­fen­stadt an der Adria be­sticht durch ihre ve­ne­zia­ni­sche Ar­chi­tek­tur. Bis weit in den Herbst hin­ein kön­nen die Ur­lau­ber hier ba­den oder bei ei­nem Ape­ri­tif den Son­nen­un­ter­gang ge­nie­ßen. Da­nach geht es Rich­tung Nor­den in das ge­wal­tige Soca-Tal – vor­bei an Dör­fern wie Ksnsö ob Soci oder Ko­ba­rid, die sich für eine kleine Pause an­bie­ten. Ein ab­so­lu­tes High­light ist der Ble­der See als Schluss­punkt der Reise. Ge­samte Fahrt­stre­cke: 578 Ki­lo­me­ter.

Rumänien: Von Sibiu über Brasov nach Bukarest

Dra­cula-Schloss Bran /​ Ru­mä­nien (c) Ado­be­Stock /​ pilat666

Si­biu – zu Deutsch „Her­mann­stadt” – liegt in der geo­gra­fi­schen Mitte Ru­mä­ni­ens. Hier prägt deut­sche Ar­chi­tek­tur die Alt­stadt ‒ ein Erbe der säch­si­schen Sied­ler aus dem 12. Jahr­hun­dert. Von hier star­tet der Road­t­rip in Rich­tung Sü­den zum Fă­găraș-Ge­birge mit ei­nem gran­dio­sen Blick über Sie­ben­bür­gen. Auf Ser­pen­ti­nen schlän­gelt sich der Weg wei­ter durch die Kar­pa­ten zum Bâ­lea See auf über 2.000 Me­tern. Der Glet­scher­see re­flek­tiert auf sei­ner glat­ten Ober­flä­che die Wol­ken und Berg­gip­fel.

Auf der Fahrt in Rich­tung Os­ten war­tet das von My­then um­rankte Dra­cula-Schloss Bran. Fürst Vlad III. Dră­cu­lea – das Vor­bild für die Ro­man­fi­gur – hat zwar nie hier ge­lebt, doch wenn der ein­fal­lende Herbst­ne­bel den Fach­werk­bau um­hüllt und das Licht schwin­det, er­lie­gen selbst fan­ta­sie­arme Ur­lau­ber dem „My­thos Dra­cula”.

In der weit­ge­hend ver­kehrs­be­frei­ten Alt­stadt von Bra­sov fin­det sich die go­ti­sche Schwarze Kir­che, die ih­ren Na­men ei­nem Stadt­brand im 16. Jahr­hun­dert ver­dankt. Zum Ab­schluss der Reise geht es in die Haupt­stadt Bu­ka­rest. Ihr Stadt­bild prägt ein wil­der Mix: Plat­ten­bau­ten ste­hen ne­ben Wol­ken­krat­zern und al­ten Häu­sern mit ar­chi­tek­to­ni­schen Ein­flüs­sen aus Ita­lien und Frank­reich, doch der his­to­ri­sche Kern ist mitt­ler­weile fast kom­plett re­stau­riert. Ge­samte Fahrt­stre­cke: 675 Ki­lo­me­ter.

Bulgarien: Von Sofia nach Nessebar

Rila-Klos­ter (c) Ado­be­Stock /​ vr­stu­dio

Sa­gen­hafte 300 Tage scheint die Sonne an der Küste des Schwar­zen Mee­res. Doch Bul­ga­rien hat mehr zu bie­ten als nur Strand und Ba­de­ur­laub – un­ter an­de­rem eine über­wäl­ti­gende Berg­land­schaft im Lan­des­in­ne­ren und eine viel­fäl­tige Kul­tur, in der sich grie­chi­sche, sla­wi­sche, os­ma­ni­sche und per­si­sche Ein­flüsse be­merk­bar ma­chen.

Auch in So­fia – dem Aus­gangs­punkt der Reise – zeigt sich die­ser span­nende Mix. So lie­gen zwi­schen der Alex­an­der-New­ski-Ka­the­drale und der Banja-Ba­schi-Mo­schee nur we­nige Geh­mi­nu­ten. Von der Haupt­stadt geht es Rich­tung Sü­den in die be­ein­dru­ckende Na­tur des Rila-Ge­bir­ges. Hier liegt auch das be­deu­tendste or­tho­doxe Klos­ter Bul­ga­ri­ens.

Wei­ter im Wes­ten war­tet die ehe­ma­lige Haupt­stadt Ve­liko Tar­novo. Ge­wal­tig er­hebt sich der mit­tel­al­ter­li­che Fes­tungs­kom­plex Ts­are­vets auf dem Hü­gel Tra­pe­zitsa. Einst eine im­po­sante Stadt mit Kir­chen, Klös­tern und Pa­läs­ten, ist sie heute voll­stän­dig re­stau­riert und lädt zum Bum­meln ein. In der Hand­wer­ker­straße wech­seln sich Werk­stät­ten aus dem 19. Jahr­hun­dert mit Ca­fés, Ga­le­rien und klei­nen Sou­ve­nir­lä­den ab.

Zum Ab­schluss der Reise lockt dann doch das Meer: Die Halb­in­sel Nes­se­bar an der West­küste des Lan­des ist nicht nur we­gen der his­to­ri­schen Alt­stadt eine Reise wert. Ge­rade im Herbst durch­que­ren große Fisch­schwärme das Schwarze Meer – und so kön­nen die Ur­lau­ber ihre Bul­ga­rien-Reise mit fang­fri­schem Fisch aus­klin­gen las­sen. Ge­samte Fahrt­stre­cke: 785 Ki­lo­me­ter.

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