Bei man­chen Bars sind Essen und Getränke nur Neben­sache. Sie begeis­tern ihre Gäste viel­mehr durch eine aus­ge­fal­lene Archi­tektur, ihre the­ma­ti­sche Aus­rich­tung oder beson­ders ori­gi­nelle Gim­micks. Die Rei­se­ex­perten der Urlaub­s­pi­raten stellen fünf außer­ge­wöhn­liche Bars vor, die es so sicher kein zweites Mal gibt.

1Downtown Hotel /​ Kanada

(c) Down­town Hotel Dawson City
(c) Down­town Hotel Dawson City
(c) Down­town Hotel Dawson City

Statt einer gewöhn­li­chen Cock­tail-Deko­ra­tion finden die Gäste des Down­town Hotels im kana­di­schen Dawson City einen mumi­fi­zierten mensch­li­chen Zeh in ihrem Getränk. Auch wenn sich den meisten schon bei dem Gedanken daran die Nacken­haare auf­stellen: Es gibt auch einige, die dies als Mut­probe sehen. Diese Gäste begeben sich zwi­schen 21 und 23 Uhr in den Sourdough Saloon und trinken dort einen „Sourtoe Cock­tail“. Wenn die Lippen beim Trinken den Zehen berührt haben, bekommt man nicht nur die ent­setzten oder bewun­dernden Blicke der anderen Gäste zu spüren, son­dern auch noch ein Zer­ti­fikat über­reicht.

Seit 1973 gibt es den so genannten „Sourtoe Cock­tail“ in Dawson City. Der Legende nach soll ein Minen­ar­beiter und Rum­ver­käufer seinen ampu­tierten Zeh in den 1920er-Jahren in Alkohol kon­ser­viert haben. Rund 50 Jahre später wurde das Glas mit dem unge­wöhn­li­chen Inhalt wie­der­ge­funden und die Idee für den beson­deren Cock­tail ent­stand. Der „Ori­ginal-Zeh“ wurde 1980 ver­se­hent­lich von einem Gast ver­schluckt. Seitdem wurden schon sieben wei­tere Zehen gespendet, die teil­weise gestohlen oder eben­falls mit­ge­trunken wurden. Da einer der Gäste die Cock­tail­bei­lage mit Absicht ver­schluckte, steht darauf mitt­ler­weile eine Strafe in Höhe von 2.500 US-Dollar.

2HR Giger Museum Bar /​ Schweiz

HR Giger Museum Bar (c) Andy Davies /​ HR Giger Museum
HR Giger Museum Bar (c) Andy Davies /​ HR Giger Museum
HR Giger Museum Bar (c) Andy Davies /​ HR Giger Museum

Die Ein­rich­tung dieser Bar lässt das Herz jedes Sci­ence Fic­tion Fans höher schlagen. Denn die Möbel, Wände und Decken der HR Giger Museum Bar in Châ­teau St. Ger­main in der Schweiz sind mit ske­lett­ar­tigen Struk­turen über­zogen, die an eine Kreu­zung aus einem mit­tel­al­ter­li­chen Schloss und Wir­bel­kno­chen erin­nern. Zusätz­lich zu den Stühlen, deren Lehnen an Rücken­mark erin­nern sollen, sind auf dem Fuß­boden Hie­ro­gly­phen gemalt. So fühlen sich die Gäste in dieser Bar, als ob sie sich im Bauch eines fos­silen prä­his­to­ri­schen Biests oder in den Über­resten einer mutierten zukünf­tigen Zivi­li­sa­tion befinden.

Die Bar und das angren­zende Museum sind die Idee des Schweizer Sur­rea­listen H.R. Giger, der für das Design des Oscar-prä­mierten „Alien“-Films von Ridley Scott aus dem Jahr 1980 bekannt ist. Der Künstler hat in der Stadt Gru­yères ein 400 Jahre altes Schloss reno­viert und stellt dort seit 1998 die Werke seiner 40-jäh­rigen Kar­riere sowie seine Kunst­samm­lung aus. Für die Bar hat Giger stein­ar­tiges syn­the­ti­sches Mate­rial ver­wendet. Dieses Kunst­werk zu kre­ieren, hat vier Jahre gedauert. Eröffnet wurde die Bar schließ­lich am 12. April 2003.

3Lala´s Little Nugget /​ USA

(c) Lala´s Little Nugget
(c) Lala´s Little Nugget
(c) Lala´s Little Nugget

Weih­nachten im Juli? In der texa­ni­schen Bar Lala´s Little Nugget dürfen die Gäste nicht ver­wun­dert sein, wenn „Jingle Bells“ aus den Laut­spre­chern schallt, Socken am Kamin hängen und der Weih­nachts­baum auch im Sommer fest­lich geschmückt in der Ecke steht. Denn seit die Bar 1972 eröffnet hat, feiern dort die Mit­ar­beiter und Gäste das ganze Jahr über Weih­nachten. Die Betreiber sehen das Lala´s als „Nordpol-Oase mitten in Texas“ und haben scheinbar auch viel Spaß am Deko­rieren.

Überall hängen Lich­ter­ketten, Zucker­stangen und Lametta – und auf der Bar stehen sogar kleine Weih­nachts­männer. Das Motto der Bar zieht sich auch durch die Geträn­ke­karte. So gibt es unter anderem ein „Rein­deer Water“ und einen „Santa´s Irish Coffee“. Außerdem findet im Lala´s immer Ende Juni oder Anfang Juli eine „Halbe Weih­nachts­party“ mit einem Wett­be­werb unter dem Motto „Wer hat den häss­lichsten Weih­nachtspull­over“ statt, bei dem auch Santa Claus vor­bei­schaut.

4Ballie Ballerson /​ London

(c) Ballie Bal­lerson

Diese Bar hört sich nach mächtig viel Spaß an. Denn das Lon­doner Lokal Ballie Bal­lerson ist ein Bäl­lebad mit ins­ge­samt einer Mil­lion Plas­tik­bällen. Begonnen hatte das Lokal im November 2016 als Pop-up-Bar für einen Monat. Weil die Reso­nanz der Gäste und auch der Medien so gut war, galt das Ballie Bal­lerson bald als In-Treff­punkt in der bri­ti­schen Haupt­stadt. Kurze Zeit später eröff­neten die Betreiber die Bar in einer anderen Loca­tion, die zehnmal größer war als zuvor und in der sie viermal mehr Bälle hatten.

Mitt­ler­weile gibt es zusätz­lich zwei Bäl­le­bäder, die exklusiv gemietet werden können sowie eines mit LED-Bällen. Wen das Rum­hüpfen zwi­schen den Bällen durstig oder auch hungrig macht, kann sich die aus­ge­fal­lenen Cock­tails schme­cken lassen und sich durch das Essen wieder stärken. Im November 2018 geht der Bälle-Spaß übri­gens „Down Under” weiter, wenn das Ballie Bal­lerson eine Bar im aus­tra­li­schen Sydney eröffnet. Ein schöner Spiel­platz für Erwach­sene, den man unbe­dingt mal aus­pro­bieren muss!

5The Lovecraft Bar /​ USA

(c) The Love­craft Bar
(c) The Love­craft Bar
(c) The Love­craft Bar

Toten­köpfe, Ske­lette und Dra­cula-Pla­kate an den Wänden: Die Love­craft Bar in Port­land im US-Bun­des­staat Oregon hat sich ganz dem Thema „Horror“ ver­schrieben und widmet sich auch allen ver­rückten und maka­bren Themen aus den Berei­chen Musik, Filme, Kunst und Lite­ratur. Mehr­mals wurde die Bar schon zu einer der zehn besten The­men­bars der Welt gewählt – und sie ist auch bekannt für ihre Gothik-, Punk-, Post-Punk- und Dark Electro-Partys. Beson­dere Geträn­ke­spe­cials gibt es immer zur so genannten „Un-happy Hour“, über die die Gäste aber sicher sehr glück­lich sein werden. Damit nie­mand hungrig nach Hause gehen muss, werden unter anderem ein „Jack The Ripper“- und ein „Griller Killer“-Sandwich ser­viert.