Das schwere Erdbeben, das kürzlich die griechische Insel Kos erschüt­terte, hat uns wieder daran erinnert: Die Erde ist in Bewegung. Das Tübinger Unter­nehmen A3M liefert einen Überblick der touris­tisch relevanten Regionen, in denen seismische Aktivi­täten besonders hoch sind.

1Europa: Größte Gefahr im Süden

(c) wikipedia.org.de

Im Vergleich zu anderen Konti­nenten ist die seismische Aktivität in Europa auf den ersten Blick weniger stark. Aber auf der Höhe des südlichen Mittel­meers prallen die Afrika­nische und die Eurasische Platte aufein­ander. Das führt vor allem in Italien, Griechenland und der Türkei zu regel­mä­ßigen Beben. In Italien hat vor allem das Zentrum des Landes in jüngster Vergan­genheit gelitten – zudem gab es Erdbeben im Westen der Türkei, rund um die griechi­schen Inseln und bis in die südlichen Balkan­länder.

In Mittel- und Nordeuropa ist die Gefahr von starken Beben gering. Eine Ausnahme bildet Island, das auf dem Atlan­ti­schen Rücken und somit an der Kante zwischen der Eurasi­schen und der Nordame­ri­ka­ni­schen Platte liegt. In Rumänien kommt es aufgrund von kleineren Verwer­fungen ebenfalls immer wieder zu Erdbeben – zuletzt zu einem mittel­starken Beben Ende 2016.

2Afrika: Norden und Südosten

Kwandwe Game Reserve /​ Südafrika (c) Rhino Africa

Weite Teile Afrikas sind nahezu frei von starker Erdbeben-Aktivität. Das gilt vor allem für den Westen und Süden des Konti­nents – zum Beispiel für Namibia, Ghana oder Teile von Südafrika. Die Länder am Mittelmeer wie Algerien und Marokko sind zwar gefährdet, aber nicht im Ausmaß von Südeuropa.

Außerdem gibt es eine höhere Aktivität im Südosten Afrikas. Ein starkes Beben wurde zum Beispiel erst im Herbst 2016 in Tanzania regis­triert – zurück­zu­führen auf den sogenannten Großen Afrika­ni­schen Graben­bruch innerhalb der Afrika­ni­schen Platte. Mittel­starke Beben gab es in jüngster Vergan­genheit auch in Äthiopien und in Mosambik. Am Roten Meer in Ägypten driften die Arabische und die Afrika­nische Platte ausein­ander. Das bildet auch ein Potenzial für Aktivität – zuletzt im Mai 2016.

3Amerika: Die Pazifik-Küste bebt

(c) San Francisco Travel Association

In Nord- und Südamerika sind es vor allem die Regionen direkt am Pazifik, die eine hohe seismische Aktivität aufweisen. So gefährdet die Verwerfung des San-Andreas-Grabens zwischen Pazifi­scher und Nordame­ri­ka­ni­scher Platte in Kalifornien bekann­ter­maßen auch große Städte wie San Francisco und Los Angeles.

Mit der sogenannten Juan de Fuca-Platte gibt es noch eine kleinere Platte, die ihren Anteil daran hat. An den Platten­grenzen liegen auch Westkanada und Alaska. In British Columbia gab es Anfang Mai 2017 ein starkes Beben. Regel­mäßige Aktivität tritt zudem im Gebiet der Rocky Mountains auf – zum Beispiel mit einem starken Beben Anfang Juli 2017 in Montana.

Auf der Höhe von Mexiko treffen mit der Nordame­ri­ka­ni­schen, der Pazifi­schen und der sogenannten Cocos­platte gleich drei Platten aufein­ander. Besonders stark wirkt sich dies auf die mexika­nische Pazifik­küste aus. Mittel­starke bis starke Beben wie etwa in Haiti sind auch entlang der Ränder der Karibi­schen Platte immer wieder möglich, was praktisch alle Länder dieser Region betrifft. Brasilien ist weitgehend frei von solchen Gefahren. Ganz anders sieht es aber an der Pazifik­küste aus, wo Südame­ri­ka­nische- und Nazca-Platte zusam­men­treffen. Das betrifft vor allem Kolumbien, Ecuador, Peru und Chile.

4Asien: Japan im Fokus

Blick auf den Fuji-san /​ Japan (c) Dertour

Ähnlich vielfältig sind die Einflüsse in Asien. Am Pazifik treffen mit Eurasi­scher, Pazifi­scher, Philip­pi­ni­scher und Nordame­ri­ka­ni­scher Platte bis zu vier Platten aufein­ander. Besonders leidet Japan unter seiner Lage, wo ja ein Erdbeben 2011 mit nachfol­gendem Tsunami in Fukushima weltweit Schlag­zeilen machte. Auch auf den Philip­pinen ist die Aktivität sehr hoch. Die Verwerfung von Austra­li­scher und Eurasi­scher Platte hat zudem Auswir­kungen auf Indonesien.

Nicht zuletzt gibt es die Indische Platte – sie trifft je nach Himmels­richtung auf Eurasische, Afrika­nische, Arabische und Austra­lische Platte. Besonders hohe Spannung erzeugt das Vordringen der Indischen gegen die Eurasische Platte. Der schwere Tsunami 2004 war ein Resultat der Verwerfung zwischen der Indischen- sowie der Austra­li­schen- und der Burma-Platte mit dem Epizentrum vor der Küste des indone­si­schen Sumatra.

5Australien: Fast „immun“ gegen Beben

Sydney (c) Desti­nation NSW

Relativ isoliert liegt der fünfte Kontinent auf seiner eigenen Austra­li­schen Erdplatte. Das macht das Land weitgehend immun gegen stärkere Erdbeben. Ganz anders sieht es in Neuseeland aus, wo Pazifische und Austra­lische Platte aufein­ander treffen. Entspre­chend hoch war die Aktivität in den vergan­genen zwölf Monaten. Ganz unver­schont bleibt aber auch Australien nicht. So gab es mittel­starke Erdbeben vor der Küste Queens­lands und im Landes­in­neren des Bundes­staates Westaus­tralien. Dies war auf kleinere Verwer­fungen innerhalb der Austra­li­schen Platte zurück­zu­führen.

6Die Magnitude ist nicht der einzige Faktor

Erdbeben in Italien (c) pixabay

Wie zerstö­re­risch die Wirkung eines Erdbebens ist, hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab. Zwar ist die Stärke – die sogenannte Magnitude – ein wichtiger Gradmesser bei der Einstufung eines Bebens, mindestens genauso wichtig ist jedoch auch die Frage, wie tief unter der Erdober­fläche es statt­findet. Die sogenannte Mercalli-Skala unter­sucht zudem, wie groß die sicht- und fühlbaren Auswir­kungen an der Erdober­fläche sind.

Diese werden beein­flusst durch den Grad der Besied­lungs­dichte sowie das Niveau des Katastro­phen­schutzes und der jewei­ligen Bausub­stanz. So kann ein starkes Beben nahe Tokio unter Umständen weniger Schaden anrichten als ein mittel­schweres Beben in einem italie­ni­schen Dorf. Große zusätz­liche Gefahren bergen Beben unter der Meeres­ober­fläche, da sie entspre­chend Tsunamis nach sich ziehen können.

Die A3M GmbH mit Sitz in Tübingen und in Hamburg entwi­ckelt und betreibt Frühwarn-, Infor­ma­tions- und Kommu­ni­ka­ti­ons­systeme für ein profes­sio­nelles Krisen­ma­nagement. Zu den Nutzern des webba­sierten Global Monitoring-Tools zählen die großen Reise­an­bieter Deutsch­lands, aber auch eine Vielzahl von kleinen und mittel­stän­di­schen Unter­nehmen sowie große Firmen und Konzerne.

Ein erfah­renes Team von Experten beobachtet laufend die weltweite Nachrich­tenlage und bereitet diese indivi­duell für die Nutzer auf. Dazu zählen Natur­ka­ta­strophen wie Erdbeben, Hurrikans oder Brände, aber auch politische Unruhen, Großde­mons­tra­tionen oder weitere Ereig­nisse und Zustände, die für die Reisenden zu einer Gefahr werden können. Alle Infos sind auf www.global-monitoring.com zu finden.

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