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    Vorsicht, Stufe: Die zehn spektakulärsten Treppen der Welt

    Bei vie­len ver­hasst, von nicht ganz so vie­len ge­liebt, aber von al­len mit Fü­ßen ge­tre­ten: In un­se­rem All­tag tref­fen wir im­mer wie­der auf Trep­pen. Ei­nige da­von strot­zen da­bei vor Krea­ti­vi­tät, Ge­schichte – und manch­mal auch Irr­sinn. Tra­vel­cir­cus hat zehn spek­ta­ku­läre Trep­pen rund um die Welt aus­fin­dig ge­macht, bei de­nen schon mal der Atem sto­cken kann.

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    Haiku Stairs /​​ Hawaii (USA)

    Haiku Stairs /​​ Ha­waii (c) un­plash

    Be­fin­det sich Led Zep­pe­lins be­rühm­ter „Stair­way to Hea­ven” etwa gar auf Ha­waii? Im Zwei­ten Welt­krieg – ge­nauer im Jahr 1942 – wurde in den Koo­lau-Ber­gen auf der In­sel O’ahu eine Treppe mit Holz­stu­fen er­baut, da­mit die Bau­ar­bei­ter dort Te­le­fon­ka­bel für den Funk­turm der US-Ma­­rine ver­le­gen konn­ten.

    2003 wur­den die so­ge­nann­ten „Haiku Stairs” re­stau­riert und das Holz durch Me­tall­stu­fen er­setzt. Nichts­des­to­trotz ist das Be­tre­ten der „Treppe in den Him­mel” be­reits seit den 1980er-Jah­­ren il­le­gal. Rund um die Uhr ist Wach­per­so­nal sta­tio­niert. Wer er­wischt wird, muss 600 US-Dol­lar Strafe zah­len.

    Doch das hält mu­tige Wan­de­rer nicht da­von ab, sich am Wach­per­so­nal vor­bei zu schlei­chen und die Treppe hin­auf- und hin­ab­zu­stei­gen. Ins­ge­samt 3.922 Stu­fen vom Fuß bis zum Gip­fel der Koo­lau-Berge über­win­den 600 Hö­hen­me­ter. Un­ge­übte Be­su­cher be­nö­ti­gen für eine Tour rund fünf Stun­den. Doch Vor­sicht: Das Be­tre­ten der „Haiku Stairs” ist nicht nur il­le­gal, son­dern auch ge­fähr­lich. Schon viele Wan­de­rer über­schätz­ten ihre Fä­hig­kei­ten – mit fa­ta­len Fol­gen!

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    Tiger & Turtle /​​ Duisburg (Deutschland)

    Ti­ger & Turtle /​​ Duis­burg (c) pixabay

    Ti­ger & Turtle /​​ Duis­burg (c) pixabay

    Eine der be­rühm­tes­ten Trep­pen der Neu­zeit er­in­nert auf den ers­ten Blick nicht an eine Treppe, son­dern viel­mehr an eine Ach­ter­bahn. Heike Mut­ter und Ul­rich Genth ent­war­fen „Ti­ger & Turtle” an­läss­lich der Aus­zeich­nung des Ruhr­ge­biets als Eu­ro­pas Kul­tur­haupt­stadt 2010. Seit­her steht das Kon­strukt als Me­ta­pher für die Um­bruch­si­tua­tion des Ruhr­ge­biets.

    Im­mer­hin 20 Me­ter ragt die Ach­­ter­­bahn-Treppe in den Him­mel über der Hein­­rich-Hil­­de­brand-Höhe in Duis­burg und bie­tet da­mit Aus­sich­ten über den Rhein bis nach Düs­sel­dorf. Bis auf den Loo­ping ist die 220 Me­ter lange Kon­struk­tion mit ih­ren ins­ge­samt 220 Stu­fen seit der Er­öff­nung am 12. No­vem­ber 2011 kom­plett be­geh­bar. Das lohnt sich vor al­lem nachts, denn dann wer­den die Stu­fen von 880 LED-Lam­­pen be­leuch­tet.

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    Huangshan Mountain /​​ Huangshan (China)

    Huangs­han /​​ China (c) uns­plash

    Im Sü­den Chi­nas war­tet nicht nur eine der welt­weit spek­ta­ku­lärs­ten Trep­pen, son­dern auch eine der welt­weit spek­ta­ku­lärs­ten Fels­for­ma­tio­nen: Das Huangs­­han-Ge­­birge zieht mit sei­nen 72 Gip­feln jähr­lich rund 15 Mil­lio­nen Be­su­cher in sei­nen Bann. Die meis­ten ge­ben sich da­bei dem ul­ti­ma­ti­ven Ner­ven­kit­zel bei ei­ner Wan­de­rung zum Lo­tus­blü­ten­gip­fel hin.

    Mit 1.864 Me­tern ist er der höchste Aus­flugs­punkt von Huangs­han. Be­reits die Gon­del­fahrt zur Berg­sta­tion in 1.300 Me­tern Höhe sorgt für Ad­re­na­lin im Blut. Doch für den Auf­stieg der letz­ten 564 Me­ter bis zum Gip­fel ge­hö­ren vor al­lem noch Schwin­del­frei­heit und Mut dazu. Ins­ge­samt 60.000 Trep­pen­stu­fen win­den sich um den Berg herum – teils si­cher, teils we­ni­ger. Oft tren­nen nur ein Seil oder eine dünne Ei­sen­stange die Stu­fen vom stei­len Ab­grund.

    Die Wan­de­rung dau­ert rund sechs Stun­den. Doch keine Sorge: Trotz des dro­hen­den Mus­kel­ka­ters lohnt sich wohl kaum et­was so sehr wie diese Aus­sicht! Weiße, von üp­pi­gen Bäu­men be­wach­sene Gip­fel hül­len sich in wei­che Wol­ken und ent­füh­ren die Berg­stei­ger in ferne Wel­ten. So­gar Film­pro­du­zent Ja­mes Ca­me­ron hat sich für sei­nen Ki­no­hit “Ava­tar” vom Huangs­­han-Ge­­birge in­spi­rie­ren las­sen.

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    La Muralla Roja /​​ Calp (Spanien)

    La Mu­ralla Roja /​​ Calp (c) uns­plash

    Be­reits seit 1973 schmückt der fes­tungs­ar­tige Ge­bäu­de­kom­plex La Mu­ralla Roja – über­setzt die „rote Wand” – von Ri­cardo Bo­fill die Küste der spa­ni­schen Stadt Calp. Mit geo­me­trisch har­ten Li­nien lässt der Ar­chi­tekt da­mit die ara­­bisch-me­­di­­ter­rane Bau­kunst neu auf­le­ben.

    Wer die Mu­ralla Roja be­son­ders be­ein­dru­ckend fin­det, kann so­gar darin woh­nen: Die wun­der­schö­nen blauen Trep­pen­häu­ser füh­ren die Be­woh­ner zu 50 Woh­nun­gen mit ei­ner Größe von 60 bis 120 Qua­drat­me­tern. Die Dach­ter­ras­sen sind mit So­la­rien, Pool und Sauna aus­ge­stat­tet.

    Wäh­rend die Fas­sade der Mu­ralla Roja im wahrs­ten Sinne des Wor­tes rot über den Klip­pen thront und ei­nen Kon­trast zu Him­mel und Meer bil­det, bet­tet sich das Blau der Trep­pen per­fekt in die Land­schaft der spa­ni­schen Ost­küste ein. Bei gu­tem Wet­ter ge­hen die Stu­fen flie­ßend in den Him­mel über und sym­bo­li­sie­ren da­mit Un­end­lich­keit.

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    Angels Landing /​​ Zion Nationalpark (USA)

    An­gels Lan­ding /​​ Zion Na­tio­nal­park (c) uns­plash

    Zu­ge­ge­ben: Diese Treppe ent­spricht kei­nen sym­me­tri­schen Stan­dards. Aber was gibt es Spek­ta­ku­lä­re­res als eine Treppe, die von Mut­ter Na­tur ge­formt wurde? Mit ei­ner Höhe von 1.765 Me­tern ist „An­gels Lan­ding“ nicht nur ei­ner der höchs­ten Berge im Zion-Na­­ti­o­­nal­­park, son­dern auch je­ner, der am häu­figs­ten be­stie­gen wird.

    Bis zum Gip­fel müs­sen die Aben­teu­rer ei­nen 8,6 Ki­lo­me­ter lan­gen Wan­der­weg meis­tern und da­bei 453 Hö­hen­me­ter über­win­den. Der erste Teil des Auf­stiegs ist re­la­tiv flach und ge­si­chert. Doch be­son­ders die letz­ten Me­ter las­sen selbst Ad­re­na­lin­jun­kies das Blut in den Adern ge­frie­ren.

    Mit ei­ner Stei­gung von fast 90 Grad und nur durch eine Me­tall­kette ge­si­chert, füh­ren die Stein­trep­pen hin­auf zu dem Punkt, wo dem Na­men nach die En­gel lan­den. Oben an­ge­kom­men, kön­nen schwin­del­freie Wan­de­rer nicht nur 500 Me­ter tief zum Vir­gin Ri­ver hinab se­hen, son­dern auch den Blick über den Na­tio­nal­park ge­nie­ßen.

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    El Peñón de Guatapé /​​ Kolumbien

    El Pe­ñón de Gua­tapé /​​ Ko­lum­bien (c) pixabay

    Der Fels von Gua­tapé – rund 400 Ki­lo­me­ter nord­west­lich der ko­lum­bia­ni­schen Haupt­stadt Bo­gota – ist nicht nur Hei­mat ei­ner der spek­ta­ku­lärs­ten Trep­pen welt­weit, son­dern auch ein Riese in jeg­li­cher Hin­sicht: 220 Me­ter hoch, 10 Mil­lio­nen Ton­nen schwer und 70 Mil­lio­nen Jahre alt, bet­tet sich der In­sel­berg aus Gra­nit in die Land­schaft.

    Trotz sei­nes Al­ters wurde El Pe­ñón of­fi­zi­ell erst im Jahr 1954 be­stie­gen – die Ak­tion dau­erte ins­ge­samt fünf Tage. Heute geht der Auf­stieg et­was schnel­ler von­stat­ten, wenn auch nicht we­ni­ger spek­ta­ku­lär: Zwi­schen 650 und 740 Stu­fen füh­ren im Zick­zack hin­auf zum Gip­fel und da­mit zu ei­nem drei­stö­cki­gen Aus­sichts­turm, von dem die Be­su­cher bis zu 500 Ki­lo­me­ter weit in die Ferne bli­cken kön­nen.

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    Chand Baori /​​ Abhaneri (Indien)

    Chand Ba­ori /​​ Ab­ha­neri (c) pixabay

    Schon im­mer hatte Ra­jasthan mit Tro­­cken- und Hit­ze­pe­ri­oden zu kämp­fen. In Ab­ha­neri – et­was auf hal­bem Weg zwi­schen Agra und Jaipur – be­gann man des­halb be­reits im 8. und 9. Jahr­hun­dert nach Chris­tus, den Stu­fen­brun­nen Chand Ba­ori zu bauen, um das Mon­sun­was­ser zu sam­meln. Das für die Zeit höchst fort­schritt­li­che Bau­werk wid­mete die Be­völ­ke­rung der hin­du­is­ti­schen Gott­heit Har­shat Mata.

    Mit ei­ner Tiefe von mehr als 20 Me­tern gilt Chand Ba­ori als größ­ter Stu­fen­brun­nen des Lan­des. Ins­ge­samt 3.500 Stu­fen ver­tei­len sich auf 13 Stock­werke. Diente der Brun­nen frü­her aus­schließ­lich zum Sam­meln von Was­ser, ge­hört er heute zu den wich­tigs­ten Tou­ris­ten­at­trak­tio­nen der Re­gion und diente auch schon als Ku­lisse für meh­rere Hol­­ly­wood-Blo­ck­bus­­ter wie bei­spiels­weise „The Dark Knight Ri­ses”.

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    Manitou Incline /​​ Manitou Springs (USA)

    Ma­ni­tou In­cline /​​ Co­lo­rado (c) uns­plash

    Ehe­mals als Stand­seil­bahn er­öff­net, gleicht der Ma­ni­tou In­cline im US-Bun­­­de­staat Co­lo­rado heute ei­nem Fit­­ness-Work­out, das nur die sport­lichs­ten Ein­hei­mi­schen und Tou­ris­ten be­zwin­gen. Auf ei­ner Stre­cke von knapp 1,5 Ki­lo­me­ter sind 610 Hö­hen­me­ter zu über­win­den, wo­bei die Stu­fen teils eine Stei­gung von bis zu 68 Pro­zent auf­wei­sen. Wäh­rend Un­ge­übte oft meh­rere Stun­den für die 2.744 Stu­fen be­nö­ti­gen, liegt der Re­kord bei 17 Mi­nu­ten und 45 Se­kun­den. Oben an­ge­kom­men, wer­den die Be­su­cher mit ei­ner herr­li­chen Aus­sicht über die Wäl­der und Berge Co­lo­ra­dos be­lohnt.

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    The Vessel /​​ New York (USA)

    The Ves­sel /​​ New York (c) uns­plash

    „The Ves­sel“ ist mit Ab­stand die jüngste At­trak­tion in die­ser Aus­wahl der spek­ta­ku­lärs­ten Trep­pen der Welt: Erst im März 2019 er­öff­nete das Ge­bäude nahe des High Line Park im neuen New Yor­ker Be­zirk Hud­son Yards nach dem Ent­wurf von Tho­mas Hea­ther­wick.

    Das ovale, bie­nen­stock­ar­tige Ge­bäude be­steht aus 154 Trep­pen, die über Platt­for­men ver­bun­den sind. Ins­ge­samt füh­ren die 2.500 Stu­fen auf 15 Stock­werke. Trotz sei­ner Höhe ist „The Ves­sel“ nicht als Aus­sichts­platt­form ge­dacht, son­dern dient in ers­ter Li­nie als Kunst- und Ku­l­­tur-Ho­t­­s­pot.

    Vor al­lem Fo­to­gra­fen wer­den auf­grund der Ar­chi­tek­tur Freude ha­ben. Zwar ist der Ein­tritt kos­ten­los, den­noch soll­ten Be­su­cher vorab ein kos­ten­freies On­­line-Ti­­cket er­wer­ben. Denn die An­zahl der Ein­tritts­kar­ten vor Ort ist rar und neigt sich täg­lich schnell dem Ende zu.

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    Byrampen /​​ Ålesund (Norwegen)

    By­ram­pen /​​ Åle­sund (c) uns­plash

    Åle­sunds Haus­berg – der Aksla – ist mit sei­nen 189 Me­tern nicht der höchste sei­ner Art. Doch die Treppe, die sich vom Stadt­park bis hin­auf zur Aus­sichts­platt­form By­ram­pen win­det, ist da­für umso spek­ta­ku­lä­rer. 418 Stu­fen heißt es im Zick­zack zu be­zwin­gen – vor­bei an zer­klüf­te­ten Fel­sen und saf­­tig-grün be­wal­de­ten Hän­gen.

    Wer den Weg ge­schafft hat, wird mit ei­ner wun­der­schö­nen Aus­sicht auf den Ha­fen be­lohnt – in­klu­sive der Sunn­mør­sal­pen im Hin­ter­grund. Dank ei­ner neuen LED-Be­­leuch­­tung kann die Treppe üb­ri­gens so­gar im Dun­keln be­tre­ten wer­den. So bie­tet sich den Be­su­chern auch ein un­ver­gess­li­ches Pan­orama der be­leuch­te­ten Stadt.

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