Das Nort­hern Ter­ritory in Aus­tra­lien ist vor allem für seine end­lose Weite, Natur­wunder wie den roten Felsen Uluru und eine mys­ti­sche Ruhe bekannt. Seine leb­hafte Seite zeigt die Region bei ein­zig­ar­tigen und teils recht skur­rilen Festen und Fes­ti­vals. Dabei werden 2019 unter anderem Boote aus Bier­dosen gebas­telt und Wett­rennen mit Kamelen ver­an­staltet.

1Parrtjima: Das Festival des Lichts

Nort­hern Ter­ritory /​ Aus­tra­lien (c) Tou­rism NT /​ Shaana McNaught

5. bis 14. April 2019

Die 60.000 Jahre alte Abori­gine-Kultur fas­zi­niert viele Men­schen rund um den Globus. Beim ein­zigen authen­ti­schen Abori­gine-Fes­tival Aus­tra­liens – dem „Parrt­jima“ – zele­briert das Nort­hern Ter­ritory elf Tage lang die Kunst und Lebensart mit einem Lich­ter­meer. In den zehn Fes­ti­val­nächten erhellen Tau­sende bunter Lichter die impo­santen, 300 Mil­lionen Jahre alten West Mac­Don­nell Ranges bis zum Alice Springs Desert Park.

In inter­ak­tiven Work­shops, bei Aus­stel­lungen, Touren und Auf­füh­rungen wird die Lebensart und Kunst der Arr­ernte-Abori­gines beleuchtet. Sie bereiten tra­di­tio­nelle Gerichte aus Out­back-Zutaten vor und musi­zieren mit Did­ge­ri­doos. Die Besu­cher sehen bei Aus­stel­lungen die berühmten Punkt-Zeich­nungen der Abori­gines, die auf der ganzen Welt in Kunst­ga­le­rien zu finden sind. Die Teil­nahme am Fes­tival in und rund um Alice Springs ist kos­tenlos.

2Genuss pur im Kakadu Nationalpark

Kakadu Natio­nal­park /​ Aus­tra­lien (c) Tou­rism NT /​ Shaana McNaught

10. bis 19. Mai 2019

Der UNESCO-geschützte Kakadu Natio­nal­park im Top End des Nort­hern Ter­ritory ist jedes Jahr Schau­platz eines der berühm­testen kuli­na­ri­schen Fes­ti­vals des Kon­ti­nents. Bei „Taste of Kakadu“ treffen von 10. bis 19. Mai 2019 wieder natio­nale und inter­na­tio­nale Köche auf Abori­gines. Gemeinsam kochen sie unter anderem so genannte „Bush Tucker“. Diese tra­di­tio­nellen Gerichte bestehen aus Zutaten, die die Abori­gines seit Jahr­tau­senden in der Natur sam­meln und wei­ter­ver­ar­beiten.

Dazu zählen unter anderem Busch­to­maten, Davidson-Pflaumen oder Suc­cu­lenten – vier von mehr als 1.700 Pflan­zen­arten, die im Kakadu Natio­nal­park zu finden und groß­teils auch essbar sind. Unter Anlei­tung der Abori­gines inter­pre­tieren die Köche die teils Jahr­tau­sende alten Rezepte neu und ser­vieren sie den Besu­chern bei unzäh­ligen Pop Up-Events im Natio­nal­park. Die Fes­tival-Besu­cher können sich außerdem bei geführten Wan­de­rungen selbst auf die Suche nach den außer­ge­wöhn­li­chen Zutaten machen oder bei Boots­touren den berühmten Barra­mundi angeln.

3Auf Kamelen in den Sonnenuntergang

Nort­hern Ter­ritory /​ Aus­tra­lien (c) Tou­rism NT /​ Shaana McNaught

24. Mai 2019

Nor­ma­ler­weise sind im roten Zen­trum Aus­tra­liens alle Blicke auf den berühmten Uluru gerichtet. Der all­jähr­liche „Camel Cup“ auf einer nur wenige Kilo­meter ent­fernten Kamel­farm stiehlt ihm aber an einem Wochen­ende im Jahr kurz die unge­teilte Auf­merk­sam­keit. Am Freitag beginnt das Fes­tival mit einer bunten Party, bei der jeder Gast auf seinen Favo­riten setzen kann. Am Samstag finden dann die eigent­li­chen Rennen vor der Kulisse des Uluru statt, bei denen die Kamele ver­schie­dene Distanzen absol­vieren.

Als Rah­men­pro­gramm gibt es Kos­tüm­partys, Paraden, Heli­ko­pter­flüge und Aktionen für Kinder. Teile des Erlöses werden für einen guten Zweck gespendet. Kamele zählen zu den belieb­testen Tieren im Nort­hern Ter­ritory. Bereits in den frühen 1800er-Jahren kamen sie nach Aus­tra­lien, da die wider­stands­fä­higen Tiere dem heißen Wüs­ten­klima trotzten und somit im roten Zen­trum gut ein­ge­setzt werden konnten. Zudem sind Kamele überaus intel­li­gent: Sie haben durch­schnitt­lich den IQ eines zwölf­jäh­rigen Kindes.

4Alice Springs Beanie Festival

Alice Springs /​ Aus­tra­lien (c) Tou­rism NT /​ Paul & Debra Hoyt

28. Juni bis 1. Juli 2019

Selbst­ge­strickten Mützen in allen Formen und Farben ist im Nort­hern Ter­ritory ein ganzes Fes­tival gewidmet: Das gemein­nüt­zige „Alice Springs Beanie Fes­tival“ wurde ursprüng­lich 1997 als „Beanie Party“ im beschau­li­chen Rahmen gestartet, zieht aber inzwi­schen Hun­derte Beanie-Fans aus Aus­tra­lien und aller Welt nach Alice Springs im Roten Zen­trum, um ihre Krea­tionen zu prä­sen­tieren.

Der kari­ta­tive Grund­ge­danke ist aber erhalten geblieben: Damals wie heute soll die Strick­kunst von Abori­gine-Frauen vor­ge­stellt und ver­kauft werden. Zudem ermög­li­chen die Ein­nahmen des Fes­ti­vals ver­schie­dene Work­shops für Abor­gine-Frauen, in denen sie das Strick­hand­werk erlernen. Dieser gute Zweck ver­bindet sich mit der guten Laune der Teil­nehmer und knall­bunten Bea­nies zu einem unver­gess­li­chen Fes­tival.

In den ver­gan­genen Jahren nahmen bis zu 4.000 Mützen-Künstler an dem dazu­ge­hö­rigen Wett­be­werb teil, bei dem die schönste Beanie der Welt gekürt wird. Nach der Wahl können die Kunst­stücke aus Wolle bei einer Aus­stel­lung bewun­dert werden. Neben Aus­stel­lung und Work­shops gibt es in Alice Springs an den Fes­tival-Tagen auch Musik, Tanz und Essens­stände.

5Territory Day: Feuerwerke zum Feiertag

Mindil Beach /​ Aus­tra­lien (c) Tou­rism NT

1. Juli 2019

Feu­er­werke sind in Aus­tra­lien eigent­lich ver­boten. Eine Aus­nahme gibt es im Nort­hern Ter­ritory: Beim offi­zi­ellen Fei­ertag des Ter­ri­to­riums am 1. Juli dürfen bunte Raketen nach Her­zens­lust in die Luft geschossen werden. In diesem Jahr jährt sich der Tag, an dem das Nort­hern Ter­ritory von der Regie­rung des Com­mon­wealth die Selbst­ver­wal­tung erhielt, zum 41. Mal.

Wer selbst keine Vul­kane und Feu­er­räder ent­zünden möchte, schaut bei einer der offi­zi­ellen Feu­er­werk-Shows zu. Beson­ders beliebt ist der Mindil Beach in Darwin: An den Street­food-Ständen gibt es Köst­lich­keiten aus aller Welt für ein Pick­nick am Strand, wäh­rend leuch­tende Feu­er­werks­körper den Nacht­himmel über der Timor Sea erhellen.

6Boote aus Bierdosen in Darwin

Darwin /​ Aus­tra­lien (c) Tou­rism NT /​ Shaana McNaught

14. Juli 2019

Upcy­cling mal anders: Bei der seit 1974 ver­an­stal­teten „Darwin Lions Beercan Regatta“ in der Haupt­stadt des Nort­hern Ter­ritory müssen die Teil­nehmer ihre Boote selbst bauen – und zwar aus Bier­dosen, Plas­tik­fla­schen oder Milch­tüten. Der Spaß­wett­be­werb hat eine Haupt­regel: Die selbst­ge­bauten Boote dürfen nicht vorher getestet werden. Sollten sie nach dem Start am Mindil Beach unter­gehen, gehört das zu den lus­tigsten Szenen des Tages.

Das eigent­liche Boots­rennen ist aber nicht der ein­zige skur­rile Wett­be­werb an diesem Tag: Es gibt zudem noch einen Flip-Flop-Weit­wurf und die „Henley-on-Mill-Regatta“, bei der die Teil­nehmer ihre Boote an Land tragen und damit um die Wette rennen müssen. Bei der aller­ersten Regatta 1974 kamen 20.000 Zuschauer, was der Hälfte der dama­ligen Bevöl­ke­rung von Darwin ent­sprach. Heute ist die Begeis­te­rung unge­bro­chen: Aus ganz Aus­tra­lien reisen Fans an. Orga­ni­siert wird der Event von den Lions Clubs in Darwin. Die Erlöse aus der Anmel­de­ge­bühr kommen daher einem wohl­tä­tigen Zweck zugute.

Uluru /​ Aus­tra­lien (c) Tou­rism NT /​ James Mad­dock

Das Nort­hern Ter­ritory ist das Tor nach Aus­tra­lien: Die Region erstreckt sich vom tro­pi­schen Top End im äußersten Norden über das end­lose Out­back bis zum ein­drucks­vollen roten Zen­trum mit den Wüsten um Alice Springs. Neben der mehr als 50.000 Jahre alten Kultur der Abori­gines beher­bergt die Region eine ein­zig­ar­tige Tier­welt und zahl­reiche Natur­schätze – dar­unter den Uluru (Ayers Rock) als Wahr­zei­chen des Kon­ti­nents und das UNESCO-Welt­natur- und Welt­kul­tur­erbe des Kakadu Natio­nal­park.

www.northernterritory.com

Nort­hern Ter­ritory /​ Aus­tra­lien (c) Tou­rism NT /​ Sam Earp