Das Schloss Neu­schwan­stein in China, die Frei­heits­statue in Nor­wegen und der Eif­fel­turm in Japan? Im Zeit­alter der „Fake News“ ist es nicht immer ein­fach, den Über­blick zu behalten. Holi­day­Check hat die schönsten „Fake Sights“ welt­weit zusam­men­ge­stellt und hilft bei der Unter­schei­dung von Ori­ginal und Fäl­schung.

1Der Eiffelturm in Japan

Tokyo Tower in Japan (c) pixabay
Eif­fel­turm in Paris (c) pixabay

Der eine ent­stand im Jahr 1887, der andere erst 1958, der eine ist aus Schmie­de­eisen, der andere aus Stahl – und obwohl zwölf Flug­stunden zwi­schen ihnen liegen, sind sich der berühmte Eif­fel­turm in Paris und der Tokyo Tower in Japans Haupt­stadt sehr ähn­lich. Denn der Tokyo Tower wurde bewusst als Nach­bil­dung erbaut und über­trifft das Pariser Ori­ginal sogar bei der Gesamt­höhe um knapp acht Meter. Beide Türme zählen zu den Sehens­wür­dig­keiten ihrer jewei­ligen Städte und unter­scheiden sich ledig­lich in einem Punkt schon auf den ersten Blick deut­lich: Wäh­rend der Eif­fel­turm grau ist, wurde der Toyko Tower in Japans Natio­nal­farben Rot und Weiß gestri­chen.

2Das Kapitol in Kuba

Kapitol in Havanna (c) pixabay
Kapitol in Washington, D.C. (c) Capital Region USA

Rei­sende, die in der kuba­ni­schen Haupt­stadt Havanna auf ein weißes Gebäude mit einer großen Kuppel und Säu­len­gängen stoßen, können sich zu Recht an das bes­tens bekannte Kapitol in Washington D.C. erin­nert fühlen. Kuba hat das Gebäude jedoch nur teil­weise von seinem großen Nach­bar­land kopiert, denn ursprüng­lich war auch die Archi­tektur des Kapi­tols in den USA an ein berühmtes Gebäude ange­lehnt – den Petersdom in Rom.

3Die Christus-Statue in Portugal

Cristo Rei am Ufer des Tejo in Lis­sabon (c) pixabay
Cristo Redentor in Rio de Janeiro (c) pixabay

Wer in Almada – an der anderen Seite des Tejo in der Nähe von Lis­sabon – eine Christus-Statue ent­deckt, hat sich kei­nes­wegs ver­laufen. Ein Erz­bi­schof von Lis­sabon holte sich im Jahr 1934 Inspi­ra­tion beim Ori­ginal in Rio de Janeiro – und so ent­stand nach zehn Jahren Bau­zeit der 28 Meter hohe Cristo Rei. Der bra­si­lia­ni­sche Cristo Redentor ist ins­ge­samt nur zwei Meter höher, aber in Almada ist es vor allem der 75 Meter hohe Sockel, der die Größe der Statue aus­macht. Beide Figuren bieten jeden­falls Pan­ora­ma­blicke auf eine Metro­pole und sind als Wall­fahrts­orte bekannt.

4Die Freiheitsstatue in Norwegen

Frei­heits­statue in Nor­wegen (c) Matt Coch
Frei­heits­statue in New York (c) pixabay

Sie ist eine der bekann­testen Sehens­wür­dig­keiten der Welt – die Frei­heits­statue im Hafen von New York. Das Monu­ment auf Liberty Island wurde 1886 ein­ge­weiht und war ein Geschenk von Frank­reich, wo die Statue gebaut wurde, an die Ver­ei­nigten Staaten. Das Kupfer, mit dem die ame­ri­ka­ni­sche Lady belegt ist, soll aus einem Berg­werk in Nor­wegen stammen. So lässt es sich ver­mut­lich auch erklären, warum Besu­cher des Visnes Mining Museums im kleinen nor­we­gi­schen Ort Karmøy auf eine ebenso kleine Nach­bil­dung der Frei­heits­statue treffen.

5Schloss Neuschwanstein in China

(c) The Castle, a Luxury Collec­tion Hotel /​ Dalian
Schloss Neu­schwan­stein in Bayern (c) pixabay

Mit Schloss Neu­schwan­stein baute sich der baye­ri­sche Mär­chen­könig Ludwig II. seine Ide­al­vor­stel­lung einer Burg. Seit der Fer­tig­stel­lung im Jahr 1869 inspi­rierte der Bau die Film­kon­zerne, wurde als Kulisse genutzt und auch mehr­fach nach­ge­baut. Eines der Repli­kate wurde 2014 im chi­ne­si­schen Dalian eröffnet – mit Türm­chen, Gie­beln, Zinnen und einem großen Vor­teil. Denn „The Castle“ ist ein Hotel und ermög­licht es den Gästen, in den prunk­vollen Räum­lich­keiten zu über­nachten.

6Der Schiefe Turm in den USA

Schiefer Turm in den USA (c) Thomas Barrat /​ shutterstock.com
Schiefer Turm in Pisa (c) pixabay

Außer einer Städ­te­part­ner­schaft haben die Klein­stadt Niles im US-Bun­des­staat Illi­nois und Pisa in der Tos­kana noch eines gemeinsam – einen ziem­lich schiefen Turm. Die ita­lie­ni­sche Aus­gabe war damals als frei­ste­hender Glo­cken­turm geplant, doch schon zehn Jahre nach der Grund­stein­le­gung im Jahr 1173 begann sich das Bau­werk auf­grund des lehmig-san­digen Bodens zu neigen. Das ame­ri­ka­ni­sche Pen­dant wurde 1934 fer­tig­ge­stellt und es wird ver­mutet, dass es damals als Was­ser­tank für ein Schwimm­be­cken diente. Die Städ­te­part­ner­schaft kam erst im Jahr 1991 zustande – viel­leicht auch auf­grund der gemein­samen Vor­liebe für Bauten in Schräg­lage.

7Der afrikanische Petersdom

Petersdom in Afrika (c) Roman Yanus­hevsky /​ shutterstock.com
Petersdom in Rom (c) pixabay

Sowohl das Ori­ginal als auch sein Nachbau zählen zu den größten Kir­chen­bauten der Welt. Den Petersdom suchen die meisten aber wohl im ita­lie­ni­schen Rom und nicht in Yamoussoukro in Afrika. Fündig würden sie dort aber den­noch werden, denn im Staat Elfen­bein­küste steht seit 1988 die Basi­lika Notre-Dame-de-la-Paix. Der Nachbau ist zwar höher, länger und breiter als das große Vor­bild in Rom, aber der Kir­chen­raum selbst ist kleiner und bietet nur Platz für etwa 18.000 Men­schen. Der Petersdom fasst hin­gegen bis zu 20.000 Men­schen – und seine Geschichte reicht zurück bis ins fünfte Jahr­hun­dert.