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    24. Juli 2019

    Kunstvoll: Die 10 schönsten U‑Bahn-Stationen der Welt

    In allen großen Städten führen U‑Bahnen von einer Sehens­wür­dig­keit zur nächsten. Für die meisten Urlauber sind die Sta­tionen nur ein Zwi­schen­stopp. Manchmal sind sie aber auch selbst eine Attrak­tion. Tra­vel­circus hat die zehn schönsten U‑Bahn-Sta­­tionen der Welt aus­findig gemacht.

    T‑Centralen /​​ Stockholm

    T‑Centralen /​​ Stock­holm (c) Tra­vel­circus

    In ganz Schweden gibt es zwar nur eine U‑Bahn, doch die ist etwas ganz Beson­deres: Die Stock­holmer U‑Bahn ist näm­lich eine gigan­ti­sche Kunst­ga­lerie. Wer also ein Museum der beson­deren Art besich­tigen möchte, kauft sich in der schwe­di­schen Haupt­stadt ein­fach ein U‑Bahn-Ticket. Etwa 150 Künstler haben sich in mehr als 90 der 110 Sta­tionen ver­ewigt und ein­zig­ar­tige Mosaike, Instal­la­tionen, Reliefs, Gemälde und Skulp­turen geschaffen, die von den 1950er- bis in die 2000er-Jahre rei­chen.

    Die Hal­te­stelle T‑Centralen ist der zen­trale Kno­ten­punkt der Stadt und wurde daher nach einem Wett­be­werb bereits im Jahr 1957 als erste Sta­tion von lokalen Künst­lern gestaltet. Hier starten täg­lich kos­ten­lose Füh­rungen durch die schönsten Hal­te­stellen, für die man ledig­lich ein gül­tiges U‑Bahn-Ticket benö­tigt.

    Formosa Boulevard Station /​​ Kaohsiung (Taiwan)

    For­mosa Bou­le­vard Sta­tion /​​ Kaoh­siung (c) Tra­vel­circus

    Kaoh­siung gehört zu den größten und modernsten Metro­polen in Taiwan. Seit 2008 gibt es in der Hafen­stadt ein U‑Bahn-System mit zwei Linien. Fünf der 37 Sta­tionen wurden von inter­na­tio­nalen Künst­lern gestaltet und sind eine Attrak­tion für sich. Die bekann­teste ist dabei die For­mosa Bou­le­vard Sta­tion mit ihrem Lichtdom. Das gigan­ti­sche Kunst­werk aus 4.500 Glas­stü­cken wurde vom ita­lie­ni­schen Künstler Nar­cissus Quagliata gestaltet.

    Die runde Glas­decke hat einen Durch­messer von 30 Metern und ist in vier Teile geteilt, die Wasser, Erde, Licht und Feuer the­ma­ti­sieren. Zu bestimmten Tages­zeiten findet hier eine Licht­show statt, die die Glas­kuppel im wahren Sinn des Wortes in einem beson­deren Licht erstrahlen lässt. Unweit der Sta­tion befindet sich übri­gens der Liuhe Night Market – einer der bekann­testen und schönsten Nacht­märkte in Kaoh­siung.

    Park Pobedy /​​ Moskau

    Park Pobedy /​​ Moskau (c) Tra­vel­circus

    Die 1935 eröff­nete U‑Bahn in Moskau ist zwei­fellos eine der präch­tigsten der Welt. Viele der weit mehr als 200 Sta­tionen sind wahre Kunst­werke und ähneln eher unter­ir­di­schen Kathe­dralen statt tristen Unter­grund­bahn­höfen. Vor allem die Sta­tionen der Ring­linie sind reich geschmückt mit Mosaiken und Orna­menten aus Marmor, Granit und Edel­steinen.

    Eine der neueren ist die 2003 eröff­nete Sta­tion Park Pobedy. In den Hallen glänzen weißer und hell­brauner Marmor an den Wänden und Granit auf dem Boden. Wer hier zur U‑Bahn läuft, fühlt sich wie in einem Schloss. Doch nicht nur die Sta­tion an sich ist spek­ta­kulär, son­dern auch die Roll­treppen, die nach unten führen – denn mit 126 Metern Länge zählen sie zu den längsten der Welt.

    HafenCity Universität /​​ Hamburg

    Hafen­city Ham­burg (c) Tra­vel­circus

    Die Ham­burger Hoch­bahn wurde bereits im Jahr 1912 in Betrieb genommen und ist damit die zweit­äl­teste U‑Bahn Deutsch­lands. 100 Jahre später eröff­nete die Sta­tion Hafen­City Uni­ver­sität der neuen Linie U4, die die Innen­stadt mit der modernen Hafen­City ver­bindet – und sie ist so modern wie der dazu­ge­hö­rige Stadt­teil. Als Blick­fang dienen zwölf rie­sige Leucht­con­tainer, die von der Decke hängen. Jeder von ihnen wiegt sechs Tonnen und ist mit 280 LEDs aus­ge­stattet, die den U‑Bahnhof in ein zau­ber­haftes Licht ein­tau­chen.

    Glatte, dun­kel­braune Metall­platten an der Wand und an der Decke reflek­tieren dieses Licht­schau­spiel und sorgen für eine ein­zig­ar­tige Stim­mung, die der Tages- und Jah­res­zeit ange­passt wird. An Wochen­enden und Fei­er­tagen wird zwi­schen 10 und 18 Uhr jeweils zur vollen Stunde eine Licht- und Musik­kom­po­si­tion auf­ge­führt. Pas­send zu klas­si­scher Musik wech­seln die Leucht­con­tainer dann ihre Farbe.

    City Hall /​​ New York

    City Hall /​​ New York (c) David Pir­mann

    Die New Yorker Subway wurde 1904 eröffnet und gehört mit über 450 Sta­tionen zu den größten U‑Bahn-Netzen der Welt. Wer schon einmal in New York war, wird sich sicher wun­dern, wo hier einer der schönsten U‑Bahnhöfe der Welt sein soll – denn die meisten Sta­tionen sind gewiss alles andere als atem­be­rau­bend.

    Doch die bereits 1904 im Stil der Neo­ro­mantik erbaute Sta­tion City Hall ist völlig zu Recht in dieser Liste zu finden und wurde schon damals als eine der schönste U‑Bahn-Sta­­tionen der Welt gehan­delt. Die Gewöl­be­ver­klei­dung mit ihren grün-gelben Fliesen ist in New York ein­zig­artig – und an meh­reren Stellen dringt sogar Tages­licht in die Sta­tion.

    City Hall war einst die End­sta­tion der ersten Subway-Strecke, die in der 145th Street ihren Anfang nahm. Sie wurde zwar 1945 wegen schrump­fender Pas­sa­gier­zahlen geschlossen, dient aber auch heute immer noch als Wen­de­schleife für die Linie 6, nachdem diese ihren neuen End­bahnhof Brooklyn Bridge erreicht hat.

    Mehr­mals im Jahr finden Füh­rungen durch die City Hall Sta­tion statt, die aber sehr beliebt und des­wegen oft schnell ver­griffen sind. Wer kein Ticket für eine Füh­rung bekommen hat, kann jedoch ein­fach an der End­sta­tion Brooklyn Bridge im Zug sitzen bleiben, sich etwas ver­ste­cken und dann eine Gra­tis­fahrt durch den ver­las­senen U‑Bahnhof genießen.

    Toledo Station /​​ Neapel

    Toledo /​​ Neapel (c) Andrècruz23 /​​ public domain /​​ Tra­vel­circus

    Neapel ver­fügt erst seit 1993 über eine U‑Bahn, die noch dazu mit 23 Sta­tionen und nur 20 Kilo­me­tern Strecke eher über­schaubar aus­fällt. Seit 2001 werden aber im Rahmen des Pro­jekts „Sta­zioni del­l’arte” immer mehr Sta­tionen von renom­mierten Künst­lern gestaltet – und so gleicht die U‑Bahn in Neapel mitt­ler­weile einem rie­sigen Museum mit mehr als 200 Kunst­werken.

    Eine der bekann­testen Sta­tionen ist Toledo: Seit 2012 in Betrieb, ist sie eine der tiefsten in Neapel und befindet sich teil­weise unter dem Mee­res­spiegel. Dies spie­gelt sich auch im Design wieder: Der spa­ni­sche Archi­tekt Oscar Tus­quets Blanca gestal­tete die Bereiche ober­halb des Mee­res­spie­gels so, als wären sie in Felsen gehauen, wäh­rend die Bereiche unter­halb des Mee­res­spie­gels im Meer zu ver­sinken scheinen.

    Kleine blaue Mosa­ik­fliesen und ver­schie­dene Licht- und Kunst­in­stal­la­tionen ver­mit­teln das Gefühl, unter Wasser zu sein. Das High­light ist dabei der „Krater” an der Decke über der Roll­treppe, über den Tages­licht in die Tiefe scheint. Kein Wunder also, dass die Sta­tion schon meh­rere Aus­zeich­nungen erhalten hat.

    Marienplatz /​​ München

    Mari­en­platz /​​ Mün­chen (c) Tra­vel­circus

    Seit 1971 gibt es auch in Mün­chen ein U‑Bahn-System, das sich heute über 100 Kilo­meter und 100 Sta­tionen erstreckt. Alle U‑Bahnhöfe sind dabei optisch sehr ähn­lich auf­ge­baut und mit geraden Linien und einer funk­tio­nalen Raum­ge­stal­tung all­ge­mein sehr schlicht gestaltet.

    Einzig der U‑Bahnhof Mari­en­platz tanzt da ein­deutig aus der Reihe: Statt im tristen Grau erstrahlt er in kräf­tigem Orange – und auch die langen Fuß­gän­ger­tunnel, durch die man zur Sta­tion gelangt, wurden mit oran­ge­far­benen Wand­pa­neelen ver­kleidet. Die Sta­tion Mari­en­platz ist übri­gens einer der Kno­ten­punkte der Stadt, an dem zu Spit­zen­zeiten jede Stunde mehr als 24.000 Per­sonen umsteigen.

    Szent Gellért Square /​​ Budapest

    Szent Gel­lért Square /​​ Buda­pest (c) Tra­vel­circus

    Die Metró in Buda­pest gehört zu den ältesten U‑Bahn-Sys­­­temen der Welt: Bereits 1896 fuhren die ersten Züge durch den Unter­grund der unga­ri­schen Haupt­stadt. Mitt­ler­weile ver­fügt das U‑Bahnnetz über 40 Kilo­meter Strecke und 52 Sta­tionen.

    Die Hal­te­stelle Szent Gel­lért Square auf der Linie 4 gehört zu den neueren Sta­tionen und wurde erst 2014 eröffnet. Der Künstler Tamás Komoróczky war dabei für die Gestal­tung ver­ant­wort­lich und ver­wan­delte sie in ein rie­siges Mosaik-Kunst­­­werk. Etwa 2,8 Mil­lionen kleine Mosa­ik­fliesen bilden ein wel­len­för­miges Muster an der Decke und an den Säulen, sodass man unwill­kür­lich das Gefühl hat, in einer gigan­ti­schen Welle zu stehen.

    BurJuman /​​ Dubai

    Bur­Juman (c) Nepen­thes /​​ CC BY-SA 3.0

    Die Metro in Dubai gehört zu den modernsten U‑Bahnen der Welt und wurde erst 2009 eröffnet. Aktuell stehen zwei Linien und 44 Sta­tionen bereit. Der Groß­teil der Strecke ver­läuft ober­ir­disch wie bei einer Hoch­bahn – und natür­lich sind nicht nur die Züge, die fah­rerlos unter­wegs sind, kli­ma­ti­siert, son­dern auch alle Sta­tionen.

    Bur­Juman war dabei eine der ersten Metro­sta­tionen. 2009 unter dem Namen Khalid Bin Al Waleed eröffnet, wurde sie Ende 2012 nach dem Ein­kaufs­zen­trum Bur­Juman benannt. Das erste was auf­fällt, wenn man die Sta­tion betritt, ist das blaue Ambi­ente, denn sie ist ganz dem Thema „Wasser“ gewidmet. Das High­light bilden rie­sige Quallen-Kron­­leuchter, die einem das Gefühl geben, selbst unter Wasser zu sein. An den Wänden hängen zudem viele Fotos, die die Geschichte der Fischerei und Per­len­tau­cherei in Dubai zeigen.

    Rathaus Spandau /​​ Berlin

    Rat­haus Spandau /​​ Berlin (c) Tra­vel­circus

    Die gelben Züge sind ihr Mar­ken­zei­chen: Die Ber­liner U‑Bahn eröff­nete bereits 1902 als „Hoch- und Unter­grund­bahn” und war damit die erste in Deutsch­land. Heute erstreckt sich das Netz über zehn Linien mit 146 Kilo­me­tern und 173 Sta­tionen. Die U‑Bahnhöfe in Berlin sind dabei sehr unter­schied­lich – die einen schlicht und zweck­mäßig, die anderen impo­sant und reich geschmückt.

    Zu den schönsten Sta­tionen gehören sicher­lich Hei­del­berger Platz und Rat­haus Spandau. Letz­tere wurde vom Archi­tekten Rainer G. Rümmler ent­worfen und 1984 eröffnet. Die 64 Lampen, die von der Decke hängen, und die mit Granit ver­klei­deten Säulen ver­leihen dem U‑Bahnhof eine ganz beson­dere Atmo­sphäre. Seit 2017 steht die Sta­tion als Zeugnis der Nach­kriegs­mo­derne unter Denk­mal­schutz. Den schönsten Blick auf die ganze Sta­tion hat man von der Galerie, die über die Gleise führt.

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