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Unterwasserwelt: Die fünf besten Erlebnisse ohne Tauchschein

Auch ohne Tauch­schein sind viele un­ver­gess­li­che Be­geg­nun­gen mit span­nen­den Mee­res­be­woh­nern mög­lich – näm­lich beim Schnor­cheln. Die Reise-Ex­per­ten der Ur­laub­spi­ra­ten stel­len die fünf span­nends­ten Schnor­chel­spots welt­weit vor.

Florida: Seekühe in Crystal River

Mana­tee (c) pixabay

Wenn ein Mana­tee – also eine Rund­schwanz­see­kuh – ein­mal zum Luft­schnap­pen an die Ober­flä­che kommt, zeigt sich, wie er­staun­lich gra­zil die­ses schwere Tier durchs Was­ser schwebt. Die größte Wahr­schein­lich­keit für eine Be­geg­nung bie­tet Crys­tal Ri­ver an der West­küste Flo­ri­das. Denn dort­hin zieht sich etwa die Hälfte der welt­wei­ten Mana­tee-Po­pu­la­tion zum Über­win­tern zu­rück.

Eine Reihe von li­zen­sier­ten Agen­tu­ren bie­ten drei- bis vier­stün­dige Tou­ren zur King’s Bay für je­weils sie­ben bis 20 Per­so­nen an. Den we­nigs­ten An­drang gibt es im­mer diens­tags bis don­ners­tags. Um bei fri­schen 22 Grad Was­ser­tem­pe­ra­tur län­ger schnor­cheln zu kön­nen, emp­fiehlt sich ein Wet­suit, der von vie­len An­bie­tern ge­stellt wird.

- Wann: Ganz­jäh­rig – aber am bes­ten zwi­schen No­vem­ber und April.
- Wie kommt man hin: Nach Or­lando oder Tampa flie­gen und dann ein­ein­halb Stun­den mit dem Miet­wa­gen nach Crys­tal Ri­ver fah­ren.
- Al­ter­na­tive: Ganz in der Nähe im Ho­mo­sassa Ri­ver.

Cayman Islands: Stachelrochen auf Grand Cayman

Sta­chel­ro­chen (c) pixabay

Ob­wohl Sta­chel­ro­chen kei­nen gu­ten Ruf ha­ben, sind sie kei­nes­falls an­griffs­lus­tig. Viel­mehr zie­hen sie ganz sanft ihre Bah­nen um ihre mensch­li­chen Be­su­cher. „Stin­gray City“ nennt sich eine Sand­bank vor der Küste von Grand Ca­y­man in der Ka­ri­bik, an der sich je­den Tag Dut­zende die­ser Tiere ver­sam­meln. Schon al­lein we­gen des gif­ti­gen Sta­chels ist es nicht zu emp­feh­len, sie zu be­rüh­ren, aber die fas­zi­nie­ren­den Tiere zu be­stau­nen, ist auch schon ein ganz be­son­de­res Er­leb­nis. Ei­nige der Tou­ren ma­chen auch Halt am Star­fish Point, an dem – wie der Name schon sagt – jede Menge See­sterne zu se­hen sind.

- Wann: Ganz­jäh­rig. Es ist aber rat­sam, sich ei­nen Tag aus­zu­su­chen, an dem kein Kreuz­fahrt­schiff vor An­ker liegt – oder zu­min­dest nur ei­nes oder zwei.
- Wie kommt man hin: Grand Ca­y­man er­rei­chen Ur­lau­ber ab Eu­ropa der­zeit nur mit ei­nem bis zwei Zwi­schen­stopps.
- Al­ter­na­tive: Auch die Ka­ri­bik­in­sel An­ti­gua hat ihr ei­ge­nes „Stin­gray City“. Wei­tere Op­tio­nen sind Gibbs Cay auf den Turks & Cai­cos oder die Ma­rine Re­serve vor Caye Caul­ker in Be­lize.

Mexiko: Walhaie vor Yucatan

Wal­hai (c) pixabay

Wer zum ers­ten Mal ei­nen der ge­punk­te­ten Rie­sen auf sich zu­schwim­men sieht, wird ei­nen kur­zen Mo­ment der Über­win­dung brau­chen, um nicht re­flex­ar­tig die Flucht zu er­grei­fen. Trotz der Größe sind die Wal­haie aber völ­lig harm­los. Ge­mäch­lich schwim­men sie da­hin und fil­tern Plank­ton und Krill aus dem Was­ser. Zu nahe sollte man ih­nen aber trotz­dem nicht kom­men, da sie durch die Flos­sen ver­letzt wer­den kön­nen. Zwei Me­ter Ab­stand um den Kör­per und vier Me­ter von der Schwanz­flosse wer­den emp­foh­len.

Fand man Wal­haie frü­her an der Ka­ri­bik-Küste von Me­xiko vor al­lem vor der klei­nen In­sel Hol­box, sind sie in den letz­ten drei Jah­ren in die Ge­gend um die Isla Con­toy ge­zo­gen. Um die Tiere nicht über­mä­ßig zu be­läs­ti­gen, gibt es in­zwi­schen die Be­schrän­kung, dass sich je­dem Tier nur ein Boot nä­hern darf und im­mer nur zwei Per­so­nen und ein Guide bei ihm im Was­ser sein dür­fen. Boots­tou­ren wer­den von Hol­box, Can­cun und der Isla Mu­je­res aus an­ge­bo­ten. We­gen der manch­mal rauen Über­fahrt ist es für emp­find­li­che Mä­gen rat­sam, vor­her Ta­blet­ten ge­gen See­krank­heit ein­zu­neh­men.

- Wann: An­fang Juni bis Mitte Sep­tem­ber.
- Wie kommt man hin: Con­dor und Eu­ro­wings flie­gen Can­cun ab Deutsch­land di­rekt an.
- Al­ter­na­tive: Eine fast 100-pro­zen­tige Wal­hai-Ga­ran­tie ha­ben Ur­lau­ber auch vor dem klei­nen Ort Os­lob auf Cebu (Phil­ip­pi­nen). Al­ler­dings wird hier weit we­ni­ger auf den Tier­schutz ge­ach­tet: Die Fi­scher füt­tern die Fi­sche, um diese re­gel­mä­ßige Ein­kom­mens­quelle zu si­chern, und stets sind Dut­zende Men­schen gleich­zei­tig im Was­ser. Auch ist we­gen des Fisch­fut­ters die Sicht eher ge­trübt.

Hawaii: Mantas auf Big Island

Manta (c) pixabay

Vor ei­ni­gen Jah­ren be­merk­ten Gäste und Mit­ar­bei­ter des She­ra­ton Ho­tels auf Big Is­land, dass im Schein­wer­fer­licht des Ho­tels im­mer wie­der große Schat­ten durch die Bucht zo­gen. Die Er­klä­rung war schnell ge­fun­den: Licht zieht nachts das Plank­ton an – und ge­nau dar­auf ha­ben es Man­tas ab­ge­se­hen. So ka­men sie Nacht für Nacht wie­der und per­fek­tio­nier­ten ihre Rück­wärts­rol­len, durch die sie be­son­ders ein­fach viel Plank­ton auf­neh­men kön­nen.

In­zwi­schen bie­ten ei­nige Agen­tu­ren Boots­tou­ren zu die­ser Stelle an. Dort kön­nen sich die Ur­lau­ber an ei­ner Art Surf­brett, an dem Leuch­ten be­fes­tigt sind, an der Was­ser­ober­flä­che fest­hal­ten und das Schau­spiel un­ter sich be­ob­ach­ten.

Zu­erst sind es nur ent­fernte Schat­ten, denn das Was­ser ist dort um die acht Me­ter tief. Schnell kom­men sie aber im­mer nä­her und be­rüh­ren ei­nen da­bei fast. Im­mer wie­der rol­len sie di­rekt vor ei­nem, was bei ei­ner Spann­weite von fut vier Me­tern schon ziem­lich ge­wöh­nungs­be­dürf­tig sein kann. Die Man­tas sind aber un­ge­fähr­lich und ha­ben kei­nen Gift­sta­chel. Da­für wer­den sie we­gen ih­rer In­tel­li­genz manch­mal auch „Schim­pan­sen der Meere“ ge­nannt.

- Wann: Ganz­jäh­rig. Ha­waii hat im­mer Sai­son – und die Man­tas sind im­mer hung­rig.
- Wie kommt man hin: Wer von Eu­ropa nach Kona auf Big Is­land fliegt, muss zwei­mal um­stei­gen – an der West­küste der USA (meist in Los An­ge­les, Se­at­tle oder San Fran­cisco) und in Ho­no­lulu. We­gen der lan­gen Flüge sind Sto­po­vers zu emp­feh­len.
- Al­ter­na­tive: In der Ha­ni­faru Bay im Baa Atoll der Ma­le­di­ven ist das Was­ser zwi­schen Mai und De­zem­ber be­son­ders plank­ton­hal­tig, so­dass man zeit­weise mehr als hun­dert Man­tas gleich­zei­tig an­tref­fen kann.

Tonga: Buckelwale auf Vava’u,

Bu­ckel­wal (c) pixabay

Ein­mal ne­ben ei­nem die­ser Gi­gan­ten zu schwim­men, ist si­cher­lich das High­light für je­den Wal-Fan. Lei­der ist die­ses Er­leb­nis aber auch nicht ge­rade güns­tig. Denn da­für muss man ans an­dere Ende der Welt flie­gen – auf die zu Tonga ge­hö­rende In­sel­gruppe Va­va’u mit­ten in der Süd­see. Dort geht es dann von früh­mor­gens bis zum spä­ten Nach­mit­tag in ei­nem klei­nen Boot auf die Su­che nach den Bu­ckel­wa­len, die in die­sen Ge­wäs­sern ihre Jun­gen be­kom­men und auf­zie­hen, be­vor es über den Som­mer wie­der auf die 8.000 Ki­lo­me­ter lange Reise in Rich­tung Ant­ark­tis geht.

Auch in Tonga gibt es zum Schutz der Tiere ei­nige Be­schrän­kun­gen. So dür­fen je­weils nur vier Per­so­nen gleich­zei­tig zu den Bu­ckel­wa­len ins Was­ser – und die Boote müs­sen im­mer ge­nug Ab­stand ein­hal­ten. Wenn man ganz gro­ßes Glück hat, wird man da­für Zeuge ei­nes „Heat Runs“, wenn sich meh­rere Männ­chen ein Wett­ren­nen um die Gunst des Weib­chens lie­fern. Ab­so­lute Gän­se­haut-Ga­ran­tie!

- Wann: Juli bis Ok­to­ber.
- Wie kommt man hin: Preis­wer­ter als eine kom­plette Bu­chung ist es, die Flüge etap­pen­weise zu­sam­men­zu­stel­len: Zu­erst ei­nen Flug nach Sin­ga­pur bu­chen, dann mon­tags oder sams­tags mit Fiji Air­ways auf die Fjii-In­seln und von dort mit der­sel­ben Air­line (in ei­ner Bu­chung als Mul­tis­topp) diens­tags, mitt­wochs, don­ners­tags oder sams­tags wei­ter nach Va­va’u.
- Al­ter­na­tive: Bei Sil­ver Bank vor der Nord­küste der Do­mi­ni­ka­ni­schen Re­pu­blik sind sol­che Be­geg­nun­gen eben­falls mög­lich. Dazu muss man al­ler­dings meh­rere Tage auf ei­nem Schiff ver­brin­gen und wech­selt dann auf ein Schlauch­boot. Wei­tere Mög­lich­kei­ten gibt es vor La Ré­union und in Fran­zö­sisch-Po­ly­ne­sien.

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