In Jukkasjärvi in Schwedisch Lappland ist die Winteredition des Icehotel in die 36. Saison gestartet. Übernachtet wird mitten in Kunst aus Eis und Schnee – gestaltet von 33 Künstlern aus zwölf Ländern. Neu in diesem Winter ist ein Konzertflügel in Originalgröße, komplett aus Eis, auf dem tatsächlich gespielt wird.
Hinter den Eistoren öffnet sich die Haupthalle „Cathedral Grove“ – ein rund 30 Meter langer Raum mit einer Konstruktion aus gefrorenen Baumkronen, die sich bis unter die Hallendecke zieht. In der Ceremony Hall „Echo“ können Paare heiraten – oder man setzt sich schlicht hinein und hört dem zu, was in der Arktis manchmal am lautesten ist. Nämlich die Ruhe. Die Innentemperatur liegt konstant bei minus fünf Grad.

Die Eisernte begann laut Icehotel bereits im Frühjahr am Torne Fluss, noch bevor die vorherige Winteredition wieder zu Wasser wurde. Das Material wurde bis zum Baubeginn im November 2025 eingelagert. Unter der künstlerischen Leitung von Creative Director Luca Roncoroni arbeiteten 89 Personen aus Bau, Kunst, Lichtdesign und Art Support am Winterhotel. Nach dem Ende der Saison im Frühjahr 2026 schmilzt das Icehotel zurück in den Fluss, aus dem sein Eis stammt.
„Ich bin echt stolz auf alle, die beim Icehotel 36 mitgemacht haben. Einige der Künstler haben schon viel Erfahrung, andere haben noch nie mit Schnee und Eis gearbeitet. Dank harter Arbeit und einer positiven Einstellung haben wir es geschafft, alles rechtzeitig fertig zu bekommen! Besonders stolz sind wir auch auf den Flügel aus Eis. Ihn zusammenzubauen war echt nervenaufreibend und magisch zugleich – wir wussten bis zur letzten Minute nicht, ob er halten würde. Jetzt freuen wir uns darauf, Musik durch die Flure des Icehotels hallen zu hören.“
Luca Roncoroni, Creative Director beim Icehotel
Das „Icehotel 36” umfasst zwölf Art Suites sowie 20 klassische Ice Rooms – ergänzt durch ein Outdoor Art Project am Eingang und eine Designinstallation. Thematisch reichen die Arbeiten von Schneesturm und Seifenblasen bis zu einem arktischen Archiv und der Darstellung eines schwarzen Lochs. Verbaut wurden 550 Tonnen Eis sowie 30.000 Kubikmeter sogenannter „snis“ – eine Mischung aus Schnee und Eis.
„Im Icehotel werden die Gäste echt Teil der Natur. Wenn man zwischen Kunstwerken aus Eis und Schnee schläft, die Kälte und die tiefe Stille spürt oder auf dem gefrorenen Torne-Fluss steht und die Sterne und Nordlichter beobachtet, passiert etwas in einem. Das sind die Momente, die unsere Gäste hoffentlich mit nach Hause nehmen: ruhig, schön, unvergesslich.“
Marie Herrey, Geschäftsführerin des Icehotel
In der ganzjährig zugänglichen Sektion „Icehotel 365” stehen 18 permanente Art und Deluxe Suites zur Verfügung – ergänzt durch eine Ice Gallery und die Icebar „In Orbit“. Alternativ gibt es beheizte Zimmer und Ferienhäuser für Gäste, die nicht im Eis übernachten möchten.

Kulinarisch arbeitet das Icehotel Restaurant mit regionalen Produkten. Serviert wird ein Vier-Gänge-Menü, bei dem einzelne Speisen auf klaren Eisblöcken aus dem Torne Fluss angerichtet sind. Auf dem Teller finden sich unter anderem Kalix Kaviar, Rentier, Sanddorn und Moltebeeren. In der Veranda ergänzt eine „Chef’s Table Experience” mit zwölf Gängen das Angebot – inspiriert von den acht samischen Jahreszeiten.
Auch draußen darf Hand angelegt werden. Beim Eisskulpturen-Workshop werden die Gäste selbst zu Bildhauern, bevor es weitergeht zur Nordlichtbeobachtung per Schneemobil, zu Hundeschlittenfahrten über den Fluss und durch den verschneiten Wald, zu nordischen Sauna-Ritualen und einem Dinner am offenen Feuer.

Das Icehotel wurde 1989 in Jukkasjärvi gegründet und gilt als erstes Hotel weltweit, das vollständig aus Eis und Schnee gebaut wurde. Initiator Yngve Bergqvist wollte Erlebnisse schaffen, die unmittelbar aus der arktischen Landschaft entstehen, und mit den Materialien arbeiten, die vor Ort vorhanden sind – Eis, Schnee und Kälte.
Bis heute zieht das Icehotel zahlreiche Gäste aus aller Welt an, die hier freiwillig bei minus fünf Grad übernachten. Parallel zur Winteredition in Lappland baut das Unternehmen seine internationale Präsenz aus. Nach der Eröffnung der Icebar by Icehotel in Kopenhagen folgt in Kürze eine weitere Adresse im Zentrum von London.
www.icehotel.com / www.visitsweden.de

Autorin: Elisabeth Kapral
Als Juristin hat Elisabeth gelernt, exakt zu formulieren. Das kommt ihr jetzt zugute, wenn sie für travel4news schreibt. Worüber sie schreibt, weiß sie dabei ganz genau, denn sie hat bereits 108 der 193 in der UNO vertretenen Länder besucht – und viele von ihnen auch mehrfach.