Portugal: Kulturtrip durch die alten Städte des Alentejo

Fernab des Mas­sen­tou­ris­mus, in der un­glaub­li­chen Weite und Stille des Alen­tejo in Por­tu­gal ver­ste­cken sich char­mante Städte und Dör­fer vol­ler Ge­schichte und Kul­tur. Sechs da­von wol­len wir Ih­nen be­son­ders ans Herz le­gen.

Ob es nun die Spu­ren der Kel­ten, der Rö­mer­zeit, der Mau­ren oder West­go­ten bis hin zum Mit­tel­al­ter sind: In den Kir­chen, Klös­tern und Bur­gen – aber auch in gan­zen Stadt­tei­len wird die 7.000-jährige Ge­schichte der Re­gion öst­lich von Lis­sa­bon zwi­schen dem Tejo im Nor­den und der Al­garve im Sü­den er­leb­bar.

Évora: Imposant bis schaurig-schön

Évora (c) pixabay

Évora liegt im Zen­trum des Alen­tejo und hat eine Fülle an Kul­tur­denk­mä­lern zu bie­ten. Bei ei­nem Spa­zier­gang durch den his­to­ri­schen Stadt­kern, der 1986 zum UNESCO-Welt­kul­tur­erbe er­klärt wurde, er­lebt der Be­su­cher das Ver­mächt­nis von mehr als 2.000 Jah­ren Ge­schichte.

Die Sil­hou­ette der größ­ten mit­tel­al­ter­li­chen Ka­the­drale Por­tu­gals ragt im­po­sant aus dem Stadt­bild her­aus. Sie wurde im 13. Jahr­hun­dert er­baut. Die Fran­zis­ka­ner­kir­che birgt ein schau­rig-schö­nes Uni­kum: Eine kleine Ka­pelle be­her­bergt 5.000 Kno­chen, die im 16. Jahr­hun­dert re­spekt­voll an den Wän­den an­ge­bracht wur­den, um Platz auf dem Fried­hof zu schaf­fen.

Serpa: Weiße Häuser und Chorgesang

Alentejo
Serpa (c) Alen­tejo Pro­mo­tion Of­fice

Eben­falls im Her­zen des Alen­tejo liegt das mit­tel­al­ter­li­che Städt­chen Serpa am lin­ken Ufer des Gua­diana. Mit den Res­ten der eins­ti­gen Burg­mau­ern, den zwei noch ver­blie­be­nen To­ren, dem Aquä­dukt, der Kir­che Santa Ma­ria und den cha­rak­te­ris­ti­schen wei­ßen Häu­sern schmiegt sich der Ort in ein Hü­gel­land mit Oli­ven­hai­nen, Kork­ei­chen­wäl­dern und Wein­ber­gen.

Die Burg mit der Stadt­mauer ist schon von Wei­tem sicht­bar und bie­tet auch um­ge­kehrt ei­nen tol­len Pan­ora­ma­blick. „Cante Alen­te­jano” heißt der tra­di­tio­nelle Ge­sang der Re­gion, der seit 2014 als UNESCO-Kul­tur­erbe der Mensch­heit an­er­kannt ist. Ge­sun­gen wird zu be­son­de­ren An­läs­sen in Tracht, aber auch spon­tan abends in den Ta­ver­nen.

Mértola: Islamisches Erbe im Osten

Mer­tola (c) pixabay

Das char­mante Städt­chen Mértola gilt als Haupt­stadt des is­la­mi­schen Er­bes in Por­tu­gal und fei­ert dies alle zwei Jahre mit dem „Fes­ti­val Is­la­mico de Mértola”, das die Stadt in ei­nen gro­ßen Souk vol­ler bun­tem Trei­ben und kul­tu­rel­ler Ak­ti­vi­tä­ten ver­wan­delt – und das mau­ri­sche Ver­mächt­nis in Ar­chi­tek­tur und Städ­te­pla­nung ist bis heute un­über­seh­bar.

Viele Bur­gen der „Re­con­quista” – also der christ­li­chen Wie­der­erobe­rung – sind mau­ri­schen Ur­sprungs und viele Kir­chen wur­den über ehe­ma­li­gen Mo­scheen er­rich­tet. Auch die Ig­reja de Nossa Sen­hora da Anun­cia­ção in Mértola war vor mehr als tau­send Jah­ren eine Mo­schee. Ein „Mi­h­rab” – eine mus­li­mi­sche Ge­bets­ni­sche – ist noch heute in der Kir­che zu fin­den.

Marvão: Römische Stadt mit Musikfestival

Mar­vao (c) Alen­tejo Pro­mo­tion Of­fice

Im Nor­den des Alen­tejo be­fin­det sich die alte rö­mi­sche Stadt Am­maia, die heute Mar­vão heißt. Sie wurde im ers­ten Jahr­hun­dert vor Chris­tus er­baut. Erst bei Aus­gra­bun­gen in den 1990er-Jah­ren tauch­ten die ver­steck­ten Schätze auf – dar­un­ter das Fo­rum und ein Am­phi­thea­ter. Den­noch wurde bis­her nur ein Pro­zent ans Licht ge­bracht.

Seit 2014 zieht das zehn­tä­gige „Fes­ti­val In­ter­na­cio­nal de Mú­sica de Marvã” all­jähr­lich im Juli die Lieb­ha­ber klas­si­scher Mu­sik in die Klein­stadt, wenn nam­hafte in­ter­na­tio­nale Künst­ler ei­nen Mu­sik­ge­nuss auf höchs­tem Ni­veau ga­ran­tie­ren. Im Win­ter – so heißt es – ist Mar­vão da­für ei­ner der we­ni­gen Orte, in de­nen es schneien kann…

Elvas: Die größte Festung der Welt

UNESCO-Welt­kul­tur­erbe El­vas (c) Vila Galé

In El­vas kann man die größte er­hal­tene Be­fes­ti­gungs­an­lage der Welt be­sich­ti­gen, die von der UNESCO zum Welt­kul­tur­erbe er­klärt wurde. Er­baut von 1498 bis 1622, ist das stern­för­mige, sie­ben Ki­lo­me­ter lange und 843 Bö­gen um­fas­sende Bau­werk ein ein­zig­ar­ti­ges Zeug­nis für die Ent­wick­lung der Mi­li­tär­stra­te­gie bis zum 19. Jahr­hun­dert.

Die gi­gan­ti­sche An­lage setzt sich da­bei aus is­la­mi­schen und mit­tel­al­ter­li­chen Mau­ern so­wie ei­nem Mau­er­gür­tel aus dem 17. Jahr­hun­dert zu­sam­men. Im­po­sant ragt das Aquä­dukt vier­stö­ckig in die Höhe – mit Spann­wei­ten bis zu 14 Me­tern. Si­cher­lich eine der spek­ta­ku­lärs­ten Städte im Alen­tejo.

Estremoz: Stadt des weißen Marmors

Alentejo
Es­tre­moz (c) Alen­tejo Pro­mo­tion Of­fice

Die Be­zeich­nung von Es­tre­moz als „weiße Stadt” ver­rät schon et­was über ih­ren Charme. Die Stadt ist vol­ler tra­di­tio­nel­ler wei­ßer Häu­ser und au­ßer­dem ein wich­ti­ger Pro­du­zent des hoch­wer­ti­gen wei­ßen Mar­mors. Das High­light der his­to­ri­schen Ge­bäude ist zwei­fels­ohne der 27 Me­ter hohe Torre das Três Co­roas aus wei­ßem Mar­mor.

www.visitalentejo.pt

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