Was wäre Portugal ohne den Bacalhau? Unzählige Mythen und Geschichten ranken sich um die Spezia­lität, die wörtlich übersetzt eigentlich nur „Kabeljau“ bedeutet, in Portugal aber stets die getrocknete und mit Salz haltbar gemachte Version meint, für die es angeblich mindestens 365 verschiedene Varianten der Zubereitung gibt.

Seit Jahrhun­derten ist die Historie des kleinen Städt­chens Ílhavo unweit von Aveiro im Centro de Portugal untrennbar mit dem „König der Fische“ verbunden. Hier starteten Jahrhun­derte lang die Fischer­boote zu den besten Fanggründen vor Neufundland und hier wurde der Kabeljau dann auch zum Stock­fisch verar­beitet.

Bacalhau /​ Portugal (c) pixabay

Dass man Ílhavo alljährlich ein großes Fest zu Ehren des nach wie vor höchst beliebten Fischs feiert, ist daher nur logisch. Heuer ist das von 9. bis 13. August der Fall. Jeder Verein, der etwas auf sich hält, lockt die Besucher mit einem eigenen Rezept.

Auch fast alle Restau­rants in der Region betei­ligen sich mit einfachen und raffi­nierten Bacalhau-Varianten, es gibt Wettbe­werbe um das beste Rezept, Showcoo­kings, Workshops und Verkos­tungen – und dazu beste Weine aus dem Bairrada-Gebiet, Oliven und vieles mehr. Ein Rahmen­pro­gramm unterhält die Besucher mit sport­lichen Aktivi­täten und die Jüngsten mit unter­halt­samen Spielen. Am Abend treten dann auf einer großen Bühne bekannte Künstler und Bands auf.

Bacalhau (c) Centro de Portugal

Wer es in diesem Jahr nicht zum Stock­fischfest schafft, kann sich ganzjährig im Raum Aveiro auf einer eigens ausge­wie­senen Stock­fisch-Route mit dem belieb­testen Grund­nah­rungs­mittel der Portu­giesen beschäf­tigen. Das Maritime Museum von Ílhavo erzählt zum Beispiel die Geschichte der Hochsee­fi­scherei vor Neufundland und Grönland, berichtet aber auch vom mühsamen Fischer­handwerk in der heimi­schen Ria von Aveiro.

Nautische Instru­mente und Werkzeuge, die zum Kabel­jaufang benutzt wurden, sind hier ebenso Teil der Ausstellung wie Modelle typischer Fischer­boote. Der 1948 in Holland gebaute Fisch­trawler Santo André wurde komplett renoviert und in das Museum integriert – und nicht zuletzt kann man den stolzen Bacalhau in einem riesigen Kabeljau-Aquarium ganz in seinem Element beobachten.

Bacalhau /​ Portugal (c) pixabay

Die Region Centro liegt zwischen dem grünen Norden Portugals und der Region um Lissabon und lockt mit einer der abwechs­lungs­reichen Landschaft. Im Westen findet man am Atlantik lange weiße Sandstrände, im Osten reicht die Region bis an die Grenze zu Spanien.

Das Centro de Portugal war und ist auch heute noch in vielerlei Hinsicht das geistige und kultu­relle Zentrum des Landes. Die wichtigsten Städte sind Coimbra mit der berühmten Univer­sität, Aveiro am Rande einer faszi­nie­renden Haffland­schaft und das zentral gelegene, geschichts­trächtige Viseu.

Neben dem Univer­si­täts­viertel von Coimbra gehören auch das Königs­kloster von Batalha, das Kloster von Alcobaça, das Tempel­ritter-Kloster von Tomar sowie die prähis­to­ri­schen Felszeich­nungen in Foz Côa zum UNESCO-Weltkul­turerbe. Dazu kommen urige Dörfer, in denen alte Tradi­tionen noch lebendig sind und die sorgsam renoviert und für den sanften Tourismus erschlossen wurden. Ein „Höhepunkt“ der Region ist die Serra da Estrela: Im höchsten Gebirge des portu­gie­si­schen Festlandes findet man sogar ein Skigebiet. Weitere Infos gibt’s auf www.centerofportugal.com.

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