Spätestens seit 2022 sollte eigentlich jeder wissen, wo Skellefteå liegt. Denn damals wurde die Stadt im Norden von Schweden vom „Time Magazine” zu einem der sehenswertesten Orte des Jahres weltweit gekürt. Die Redakteure befanden, dass Skellefteå – obwohl es nur 200 Kilometer südlich des Polarkreises liegt – eine unbestreitbare Wärme ausstrahlt.
Das einflussreiche Nachrichtenmagazin hatte eine Auswahl von 50 außergewöhnlichen Reisezielen getroffen – und die nur 36.000 Einwohner zählende Gemeinde schaffte es zusammen mit den Galapagosinseln, Toronto, der internationalen Raumstation und weiteren angesagten Destinationen auf die exklusive Liste.
Wie viele Architektur-Fans war das „Time Magazine” auf das 2021 eingeweihte Kulturhaus „Sara” aufmerksam geworden, das zu den höchsten Holzgebäuden der Welt zählt. Darin ist unter anderem das Wood Hotel untergebracht. Auch für Oliver Wainwright – Design- und Architekturkritiker der britischen Tageszeitung „The Guardian” – hat das nachhaltige Bauwerk das Zeug zum Besten seines Jahrgangs.
Abgesehen von moderner Architektur und hübschen älteren Holzhäusern wartet Skellefteå auch mit besonderen kulinarischen Angeboten auf. Im Restaurant „Bryggargatan” wird zum Beispiel diw nordische Küche auf Michelin-Niveau unprätentiös serviert.
Auf allen Ebenen durchdringt Skellefteå ein ehrgeiziges Streben nach Klimafreundlichkeit – von einer der größten Fabriken für Batterien in Europa über den biogasbetriebenen Nahverkehr bis zu elektrischen Schneemobilen, mit denen die Urlauber emissionsfrei ihr weißes Wunder in Lappland erleben können.
Die ganze Gemeinde ist jedenfalls ein Magnet für moderne Großstädter, die im Einklang mit der Natur und nicht gegen sie leben wollen. In den letzten Jahren sind daher auch viele Kreative aus größeren Städten in den hohen Norden übersiedelt, um sich hier zu verwirklichen. Sie bereichern die Schaufenster der Kunstgalerien und stillen mit Streetfood den Hunger auf Neues.
Ist es die frische Luft Lapplands, die in Skellefteå eine überraschend kosmopolitische Atmosphäre schafft? Oder ist es vielleicht gerade die kompakte Größe, die Innovationen begünstigt? So sollen beispielsweise die Bürgersteige der Innenstadt künftig im kalten skandinavischen Winter beheizt werden. Auf kleiner Fläche kann man sich Großes trauen, wobei Holzarchitektur und Batterien bestimmt erst der Anfang sind.

Autorin: Elisabeth Kapral
Als Juristin hat Elisabeth gelernt, exakt zu formulieren. Das kommt ihr jetzt zugute, wenn sie für travel4news schreibt. Worüber sie schreibt, weiß sie dabei ganz genau, denn sie hat bereits 108 der 193 in der UNO vertretenen Länder besucht – und viele von ihnen auch mehrfach.

