Neue Sprache lernen: Warum es sich lohnt und 5 Tipps für den Start

Eng­lisch, Ita­lie­nisch oder gar Man­da­rin – Spra­chen zu ler­nen liegt im Trend. Und kommt ir­gend­wie nie aus der Mode. Kein Wun­der, denn Fremd­spra­chen ha­ben viele Vor­teile. Wel­che das ge­nau sind und mit wel­chen Tipps es Ih­nen ge­lingt, eine neue Spra­che zu ler­nen, ver­rät der fol­gende Bei­trag.

„Do you speak Ger­man?“, „Where is the rail­way sta­tion?“ oder „How much is this sand­wich?“ Mit eng­li­schen Flos­keln wie die­sen kom­men die meis­ten Men­schen im Laufe ih­res Le­bens ein­mal oder mehr­mals be­wusst oder un­be­wusst in Be­rüh­rung. Schließ­lich gilt Eng­lisch seit lan­gem als die Lin­gua Franca schlecht­hin. Aber all das ist im Grunde ge­nom­men nur der An­fang, denn je mehr Spra­chen Sie be­herr­schen, desto bes­ser.

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3 Gründe, warum es sich lohnt, Fremdsprachen zu lernen

Gründe, warum es sich lohnt, Fremd­spra­chen zu ler­nen, gibt es jede Menge. Drei da­von stel­len wir Ih­nen kurz vor:

  1. Bes­sere Ver­stän­di­gung im Ur­laub

    Wer den Ur­laub an der Adria oder in der Tos­kana ver­bringt, kann na­tür­lich das Schul­eng­lisch her­vor­kra­men oder gar dar­auf hof­fen, mit Deutsch das Aus­lan­gen zu fin­den. Noch bes­ser ist es al­ler­dings, wenn Sie sich Ihr „ge­lato“ tat­säch­lich in der Lan­des­spra­che be­stel­len oder dem Bä­cker am Mor­gen ein freund­li­ches „Buon­giorno“ zu­ru­fen kön­nen. Und wer etwa in Pa­ris von Pas­san­ten an­ge­spro­chen wird und nur Bahn­hof ver­steht, sollte zu­min­dest ein „Je ne parle pas fran­çais“, also, ich spre­che kein Fran­zö­sisch, hau­chen kön­nen. All das er­leich­tert die Ver­stän­di­gung im Ur­laub im­mens und beugt Miss­ver­ständ­nis­sen vor.

    Ins­be­son­dere wenn Sie auf ei­ner län­ge­ren Reise sind und in Ge­gen­den ver­wei­len, die we­ni­ger tou­ris­tisch sind, kön­nen Kennt­nisse der Lan­des­spra­che von gro­ßem Vor­teil sein. In zahl­rei­chen Län­dern Süd­ame­ri­kas wird bei­spiels­weise we­nig bis gar kein Eng­lisch ge­spro­chen. Wer ein paar fremd­spra­chige Bro­cken kann, zollt den Ein­hei­mi­schen da­mit aber auch Re­spekt und bringt ih­nen Wert­schät­zung ent­ge­gen. Und al­leine die Tat­sa­che, dass sich ein Rei­sen­der die Mühe macht, die Ba­sics ei­ner frem­den Spra­che zu ler­nen, ent­lockt den meis­ten Ein­hei­mi­schen schon ein Lä­cheln – da müs­sen Aus­spra­che oder Gram­ma­tik gar nicht per­fekt sein.

  2. Vor­teile im Job

    Wer den Le­bens­lauf mit Fremd­spra­chen­kennt­nis­sen auf­pep­pen kann, hat mit­un­ter auch be­ruf­li­che Vor­teile. In der heu­ti­gen, ver­netz­ten Welt ist Eng­lisch mitt­ler­weile in vie­len Be­rei­chen oh­ne­hin eine Grund­vor­aus­set­zung, wei­tere Spra­chen wie ins­be­son­dere Spa­nisch, Man­da­rin, Ara­bisch oder Hindi sind sprich­wört­lich Trumpf.

    Da­mit kön­nen Sie sich in glo­bal tä­ti­gen Fir­men nicht nur bei Mee­tings bes­ser ver­stän­di­gen, son­dern ha­ben auch die Nase vorn, be­wer­ben Sie sich zum Bei­spiel für ei­nen neuen Pos­ten in ei­nem in­ter­na­tio­na­len Um­feld. Aber auch wenn Sie die je­wei­li­gen Spra­chen nicht un­mit­tel­bar im be­ruf­li­chen All­tag be­nö­ti­gen, so zeugt al­leine die Tat­sa­che, dass Sie Fremd­spra­chen be­herr­schen da­von, dass Sie ziel­stre­big und ehr­gei­zig sind. Auch sol­che Soft Skills sind mitt­ler­weile un­er­läss­lich ge­wor­den.

  3. Tor und Pforte zu ei­ner neuen Welt

    Wer eine oder meh­rere Fremd­spra­chen be­herrscht, stößt da­mit aber auch Tor und Pforte zu ei­ner neuen Kul­tur und Welt­an­schau­ung auf, denn jede Spra­che ist eng mit dem je­wei­li­gen Kul­tur­kreis ver­bun­den. Das wird zum Bei­spiel deut­lich, in­dem man sich vor Au­gen führt, wie viele un­ter­schied­li­che Wör­ter man­che Kul­tu­ren für ein be­stimm­tes Kon­zept ha­ben. So kön­nen die Schot­ten etwa auf 421 Wör­ter zu­rück­grei­fen, um Schnee zu be­schrei­ben. Und das ist bei ge­naue­rer Be­trach­tung ku­rios, schließ­lich schneit es in Schott­land im Ver­gleich zu an­de­ren Län­dern eher sel­ten. Aber viel­leicht hat das au­ßer­ge­wöhn­li­che Na­tur­spek­ta­kel bei den Schot­ten ge­rade des­we­gen ei­nen so ho­hen Stel­len­wert und eine Fülle an Wör­tern her­vor­ge­bracht.

    Eine wei­tere Son­der­bar­keit, die die ver­schie­de­nen Denk­wei­sen un­se­res Pla­ne­ten, die un­mit­tel­bar mit der je­wei­li­gen Spra­che ver­bun­den sind, ver­deut­licht, sind un­über­setz­bare Wör­ter. Und da­von gibt es ei­nige. Oft sind es Kon­zepte, die aus ei­ner be­stimm­ten Kul­tur nicht weg­zu­den­ken sind, in ei­ner an­de­ren al­ler­dings für Kopf­schüt­teln sor­gen oder schlicht­weg nicht den glei­chen Stel­len­wert ge­nie­ßen, wo­durch es nie zu ei­ner Wort­schöp­fung ge­kom­men ist.

    Spre­chen die Ita­lie­ner zum Bei­spiel von „ab­bio­cco“, so mei­nen sie je­nes Ge­fühl von Mü­dig­keit, das sich ein­stellt, wenn man beim Es­sen über die Stränge ge­schla­gen hat. Ist für Skan­di­na­vier et­was „lagom“, so drü­cken sie da­mit aus, dass die ex­akt rich­tige Menge von et­was vor­han­den ist. Zum Bei­spiel die rich­tige Menge an Licht in ei­nem Raum, die rich­tige Menge an Scho­ko­lade im Ku­chen oder die rich­tige Menge an Zu­nei­gung in ei­ner Be­zie­hung. Im Nor­den Spa­ni­ens, ge­nauer ge­sagt in Ga­li­zien, kla­gen die Men­schen hin­ge­gen oft über „mor­riña“, ein pro­fun­des, me­lan­cho­li­sches und nost­al­gi­sches Heim­weh. Wer meh­rere Spra­chen kann, be­wegt sich so­mit au­to­ma­tisch in meh­re­ren Wel­ten.
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5 Tipps fürs Lernen von Fremdsprachen

Ei­nes vor­weg: Je­der Mensch ist an­ders und des­we­gen kann es sein, dass Sie meh­rere Tipps aus­pro­bie­ren müs­sen, um letzt­end­lich zur rich­ti­gen Lern­stra­te­gie zu kom­men. Ein paar Mög­lich­kei­ten:

  1. Rich­tige Selbst­ein­schät­zung: Eine neue Spra­che lernt sich nicht in ei­nem Tag. Dar­über hin­aus sind Men­schen ver­schie­den. Wäh­rend der eine mü­he­los in­ner­halb kür­zes­ter Zeit eine Fülle an Vo­ka­beln paukt, braucht der an­dere weit­aus mehr Zeit. Da­her ist es zu Be­ginn wich­tig, sich selbst rich­tig ein­zu­schät­zen. Was ist in der zur Ver­fü­gung ste­hen­den Zeit für Sie mög­lich? Und wo soll­ten Sie Ab­stri­che ma­chen, um sich nicht zu über­for­dern? Wer eine neue Spra­che lernt, sollte in je­dem Fall eine ge­wisse Pas­sion da­für ent­wi­ckeln und auf kei­nen Fall von schlech­ten Ge­füh­len heim­ge­sucht wer­den beim Ge­dan­ken daran. Das Ste­cken von Zie­len kann da­bei sehr hilf­reich sein. Oder aber Sie stel­len sich eine Be­loh­nung in Aus­sicht für ein be­stimm­tes er­reich­tes Sprach­ni­veau. Viel­leicht eine Reise in das be­sagte Land?  
  2. Ins kalte Was­ser sprin­gen: Wer eine neue Spra­che lernt, sollte sich auch vom Per­fek­tio­nis­mus ver­ab­schie­den. Zu Be­ginn wer­den die Sätze nun ein­mal meist gram­ma­ti­ka­lisch nicht ganz per­fekt sein oder es ha­pert noch bei der Aus­spra­che. Aber das al­les sollte Sie nicht daran hin­dern, wei­ter­zu­ma­chen. Spre­chen Sie am bes­ten von Tag 1 an, su­chen Sie sich ei­nen Sprach­part­ner und ver­mei­den Sie es, aus Angst oder Scham zu­rück ins Deut­sche zu wech­seln. Viele schwö­ren da­bei auch auf Selbst­ge­sprä­che: Sa­gen Sie sich ei­nen Tag lang laut vor, was Sie als nächs­tes tun wer­den. Ko­chen, die Wä­sche wa­schen, ei­nen Spa­zier­gang ma­chen. Oder ver­su­chen Sie je­den Ge­gen­stand in Ih­rem Zu­hause kor­rekt zu be­nen­nen.
  3. Pro­fis ins Boot ho­len: Auf ei­gene Faust ler­nen oder Pro­fis ins Boot ho­len – auch das ist eine Frage des Typs. Aber ge­rade zu Be­ginn oder um ein ge­wis­ses Sprach­ni­veau rasch zu er­rei­chen, kön­nen pro­fes­sio­nelle Kurse und Lehr­gänge hilf­reich sein. Mitt­ler­weile gibt es in Ös­ter­reich so­wohl Prä­senz­kurse als auch On­line-Va­ri­an­ten und so­wohl Grup­pen­se­mi­nare als auch Ein­zel­trai­nings. Eine Al­ter­na­tive zum klas­si­schen Kurs sind Apps. Doch Ach­tung: Hier­bei ist Selbst­dis­zi­plin ge­fragt! 
  4. Auf Re­gel­mä­ßig­keit set­zen: Dran­blei­ben – das ist ge­ne­rell eine der wich­tigs­ten De­vi­sen in Sa­chen Fremd­spra­chen. Sie soll­ten sich ge­rade zu Be­ginn zwar nicht über­for­dern, aber Ihre Sprach­ak­ti­vi­tä­ten den­noch nicht schlei­fen las­sen. Stu­dien zu­folge brau­chen wir Men­schen im Schnitt zwi­schen zwei und drei Mo­nate, da­mit eine neue Tä­tig­keit zur Rou­tine wird. Das gilt auch für Spra­chen.
  5. Zu­hö­ren und be­ob­ach­ten: Vo­ka­beln ler­nen, Sätze for­mu­lie­ren, Gram­ma­tik pau­ken – das ist das eine. Auf der an­de­ren Seite geht es beim Ler­nen ei­ner Fremd­spra­che aber auch um das Zu­hö­ren und Be­ob­ach­ten. Schauen Sie Ihre Lieb­lings­se­rie in der Ori­gi­nal­spra­che, rei­sen Sie in das be­sagte Land oder wie wäre es mit Work and Tra­vel?
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