Songkran: Wenn Thailand die größte Wasserparty der Welt feiert 

Bil­der von la­chen­den, klatsch­nas­sen und mit Farb­pu­der ver­schmier­ten Thais und Thai­land-Rei­sen­den ma­chen je­des Jahr im April aufs Neue die Runde und ha­ben das thai­län­di­sche Neu­jahrs­fest weit über die Lan­des­gren­zen hin­aus be­kannt ge­macht.

Song­kran (c) pixabay

Frü­her fand Song­kran noch zur Tag­und­nacht­glei­che statt, in­zwi­schen wird die wohl größte Was­ser­party der Welt aber im­mer drei Tage lang von 13. bis 15. April ge­fei­ert. Al­ler­dings ge­ra­ten bei die­sem lan­des­wei­ten Was­ser­schlacht-Spek­ta­kel die al­ten Tra­di­tio­nen schnell in Ver­ges­sen­heit. Da­bei ist Song­kran eine sehr gute Ge­le­gen­heit für Rei­sende, tie­fer in die lo­kale Kul­tur ein­zu­tau­chen. Green Pearls gibt ei­nige Tipps und er­klärt die Hin­ter­gründe.

Das Ritual hinter der Party

Song­kran /​ Bang­kok (c) TAT

Was in den west­li­chen Brei­ten­gra­den Weih­nach­ten und in China die Neu­jahrs­fei­ern sind, ist in Thai­land Son­kran: Bei die­sem re­li­giö­sen Fest steht die Fa­mi­lie an ers­ter Stelle, den Groß­el­tern wird Re­spekt ge­zollt und man nimmt an seit Jahr­hun­der­ten be­stehen­den Ze­re­mo­nien in den Tem­peln teil.

Der Be­such ei­nes Tem­pels ist da­her ins­be­son­dere zu Song­kran auch für Rei­sende et­was Be­son­de­res. Ne­ben den Ze­re­mo­nien spielt hier das Ri­tual „Song Nam Phra” eine große Rolle: Ab­bil­der Bud­dhas wer­den mit ge­weih­tem Was­ser be­spren­kelt, wo­bei stets dar­auf ge­ach­tet wird, dass nur der Kör­per und nicht etwa der Kopf nass wer­den darf.

Weil dem hei­li­gen Was­ser eine rei­ni­gende Wir­kung des Geis­tes nach­ge­sagt wurde, folgt dar­auf das Be­spren­keln der Fa­mi­li­en­mit­glie­dern, aus dem sich mit der Zeit die heu­ti­gen Was­ser­schlach­ten auf den Stra­ßen ent­wi­ckelt ha­ben.

Respekt für die Älteren

Song­kran /​ Bang­kok (c) TAT

Von Rei­sen­den oft­mals über­se­hen wird die tra­di­tio­nelle Ze­re­mo­nie „Rod Nam Dam Hua”, bei der den Äl­te­ren der Ge­sell­schaft der Re­spekt er­wie­sen wird. Junge Men­schen be­rei­ten da­für nach Rose und Jas­min duf­ten­des Was­ser vor, das als „Nam Ob” be­zeich­net wird, und wa­schen da­mit die Füße und Hände ih­rer El­tern. Im Ge­gen­zug ge­ben die El­tern dann den Kin­dern ih­ren Se­gen.

Wäh­rend der Fei­er­lich­kei­ten fin­den sich in den Tem­peln häu­fig auch große Sand­bur­gen. Sie wer­den er­rich­tet, um die Erde, die im Laufe des Jah­res durch die Be­su­cher ab­ge­tra­gen wurde,  sinn­bild­lich zu er­set­zen.

Song­kran ist für viele Thais auch der per­fekte An­lass, et­was für ihr gu­tes Karma zu tun – bei­spiels­weise, in­dem sie Vö­gel aus ih­ren Kä­fi­gen be­freien oder Fi­sche in die Frei­heit ent­las­sen. Die­sen Brauch be­ob­ach­ten und so­gar daran teil­neh­men kön­nen Rei­sende in Phra Pra­daeng in der Pro­vinz Sa­mut Pra­kan, wo die Fei­er­lich­kei­ten seit Jahr­zehn­ten am Wat Pro­te­ket Chett­aram statt­fin­den.

Hinduistische Paraden im Süden

Song­kran /​ Suk­hot­hai (c) TAT

Eine be­son­dere Art des Song­kran er­le­ben die Rei­sen­den in der süd­li­chen Re­gion Nak­hon Si Thamma­rat. In der gleich­na­mi­gen his­to­ri­schen Haupt­stadt der Pro­vinz spie­len ne­ben den bud­dhis­ti­schen Tra­di­tio­nen auch hin­du­is­ti­sche Ri­tuale eine wich­tige Rolle.

Der Ein­fluss wird bei der Nang-Dan-Pa­rade be­son­ders deut­lich: Drei ge­schnitzte Bret­ter, von de­nen je­des ei­nen Hindu-Gott prä­sen­tiert, wer­den von Ein­hei­mi­schen in tra­di­tio­nel­len Kos­tü­men durch die Stadt bis zum Stadt­park ge­tra­gen, wo dann mit ei­ner dra­ma­ti­schen Dar­bie­tung das Ein­tref­fen des Hindu-Got­tes Shiva ge­fei­ert wird.

Das High­light die­ser Ze­re­mo­nie, die „Lo Ching Cha” ge­nannt wird, fin­det an­schlie­ßend in schwin­del­erre­gen­der Höhe statt: Ju­gend­li­che klet­tern in Paa­ren auf eine Schau­kel und knien sich dort hin. Wäh­rend das schmale Brett hin und zu­rück schwingt und im­mer hö­her ge­zo­gen wird, stellt sich der Vor­dere auf und ver­sucht, ei­nen mit Mün­zen ge­füll­ten Beu­tel zu er­rei­chen, der an ei­nem na­hen Baum be­fes­tigt ist. Ein be­ein­dru­cken­des Spek­ta­kel für alle Zu­schauer, die Song­kran von ei­ner neuen Seite ken­nen­ler­nen oder den Was­ser­schlach­ten ent­ge­hen wol­len.

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