Vor mehr als vier Jahrzehnten wurde der Karneval in Rijeka mit seiner jahrhundertealten Tradition wiederbelebt. Den Höhepunkt bildet seither der Karnevalsumzug in der kroatischen Hafenstadt mit mehr als 10.000 verkleideten Teilnehmern und mehr als 100.000 Zuschauern.
Bis zum großen Finale am 15. Februar 2026 machen unzählige Programmpunkte und Feierlichkeiten die Region Kvarner zu einem absoluten Hotspot der Narren. Dabei ist der Karnival in Rijeka noch immer ein ganz besonderer Geheimtipp – obwohl er inzwischen als eines der wichtigsten Kulturereignisse für den kroatischen Tourismus in der Vorsaison gilt.
Glockenschall und Fellkostüm

Ein außergewöhnliches Erlebnis ist der Auftritt der Zvončari (sprich „Swonschari”) am Samstag, 14. Februar 2026, beim großen Umzug in Matulj. Sie sind eine der berühmtesten Karnevalsgruppen in Kroatien und wurden mit ihrer jahrhundertealten Tradition sogar in die Liste des immateriellen Kulturerbes der UNESCO aufgenommen.
Übersetzt bedeutet der Name „Glockenträger”, was sich beim Erleben eines Umzuges sofort erklärt. Denn das rhythmische Geläut der am Gürtel befestigten Glocken dringt durch Mark und Bein. Gesteuert wird es durch einen speziellen Gang und rituelle Tänze. Die Einheimischen können die verschiedenen Gruppen sogar an der Art des Glockenklangs erkennen.

Acht Dörfer stellen die „echten” Zvončari, deren Tradition weit in die Vergangenheit reicht und die als Fruchtbarkeitsrituale überall im Alpen-Adria-Raum den Winter austreiben sollten. Damals waren die meisten Bewohner des Kvarner noch Viehhirten, woraus sich die Bekleidung mit Schaffell ergibt.
Zvončari zu sein, gilt als große Ehre und ist volljährigen Männern vorbehalten, von denen bereits ein Elternteil im Heimatort geboren wurde. Dabei hat jedes Dorf eine andere Kostümierung – von grimmigen Tiermasken über Blumenschmuck bis zu Kreppbandhüten, die vom Scheitel bis zur Sohle reichen. Begleitet werden alle von Kindern und Frauen, einem Zeremonienmeister, Musikanten und – je nach Dorftradition – auch von Teufel, Bär und tattrigen alten Weibern, die ebenso von Männern gespielt werden.
Stadtschlüssel für die Karnevalskönigin

Der Reigen der Veranstaltungen beginnt mit dem Festumzug der Karnevalskönigin von Rijeka am Freitag, 23. Jänner 2026. Diese übergibt in einer feierlichen Zeremonie ihren goldenen Mantel an ihre Nachfolgerin, die vom Bürgermeister anschließend den Stadtschlüssel erhält und den diesjährigen Karneval von Rijeka an der Seite von Karnevalsmeister Sandi regiert.
Charity-Maskenball im Palast

Bis zum großen Umzug am Faschingsonntag gibt es in der Hafenstadt und an der Opatija-Riviera eine Fülle größerer und kleinerer Umzüge, Bälle, Konzerte und Ausstellungen, die alle durch die Nähe zum Meer eine ebenso ungewöhnliche wie fantastische Atmosphäre bieten.
Als Highlight gilt unter anderem der Charity-Maskenball, der in den wunderschönen Palasträumlichkeiten des Maritim- und Geschichtsmuseums stattfindet. Organisiert von der Stadt Rijeka, dem Rotary Club von Rijeka, dem Tourismusverband und dem Museum am Kroatischen Hafen findet der Wohltätigkeitsball 2026 zum 23. Mal statt. Zu den Gästen zählen Vertreter der kroatischen Politik sowie namhafte Personen aus Rijeka und Umgebung.
Tipp: Boutique- und Designhotel Navis

Spektakulär klebt das bis ins kleinste Detail durchgestylte Design- und Gourmethotel Navis an einem schmalen Küstenstreifen zwischen Rijeka und der Opatija-Riviera direkt über der Adria. Kulinarisch setzt die Besitzerfamilie Kapetanovic im À‑la-carte-Restaurant mit drei Hauben von Gault Millau auf höchste Ansprüche.
Sogar Hollywood-Star Keanu Reeves entdeckte das Fünf-Sterne-Hotel bereits für sich und zeigte sich von der modernen, kreativen Adria-Küche mit den Meeresfrüchten des Kvarner ebenso begeistert wie von den Suiten, die mit ihren weiten Fensterfronten fast schon das Meerespanorama einer Kreuzfahrt vermitteln.

Autorin: Elisabeth Kapral
Als Juristin hat Elisabeth gelernt, exakt zu formulieren. Das kommt ihr jetzt zugute, wenn sie für travel4news schreibt. Worüber sie schreibt, weiß sie dabei ganz genau, denn sie hat bereits 108 der 193 in der UNO vertretenen Länder besucht – und viele von ihnen auch mehrfach.