Obwohl Kroa­tien ein eher kleines Land ist, waren hier bis zu diesem Sommer nicht weniger als sechs UNESCO-Welt­kul­tur­er­be­stätten zu finden. Seit dem 15. Juli 2016 ist mit den „Stećci“ sogar ein sie­bentes Welt­kul­tur­erbe dazu­kommen. Wir nutzen diesen Anlass, um die „Glor­rei­chen Sieben“ kurz vor­zu­stellen.

1Stećci – Mittelalterliche Grabsteine

„Stećak“ (c) Kroa­ti­sche Zen­trale für Tou­rismus /​ Ivo Pervan

Die „Stećci“ sind große mit­tel­al­ter­liche Grab­steine, die aus Kalk­stein her­aus­ge­ar­beitet wurden. Viele sind mit Flach­re­liefs ver­ziert, die mensch­liche Gestalten zeigen. Häufig sind Szenen aus dem Alltag, der Jagd oder von Rit­ter­spielen sowie Sym­bole wie Kreuze oder Halb­monde abge­bildet. Manchmal sind sie zudem mit Inschriften ver­sehen – wie zum Bei­spiel „Bitte störe mich nicht, ich war wie du und du wirst wie ich sein.“

Die ersten „Stećci“ wurden in der zweiten Hälfte des 12. Jahr­hun­derts gestaltet, die letzten im 16. Jahr­hun­dert. In Kroa­tien gibt es ins­ge­samt 4.400 Grab­steine dieser Art. Zu finden sind sie vor allem in Mala Crl­jivica – rund 55 Kilo­meter öst­lich von Split – und in Dubravka bei Konavle, das etwa eine Stunde von Dubrovnik ent­fernt ist. Wei­tere „Stećci“ können in Bos­nien, Ser­bien und Mon­te­negro bewun­dert werden, wes­halb sich Kroa­tien sein jüngstes Welt­kul­tur­erbe auch mit diesen drei Län­dern teilt. Die Ein­zahl des Wortes lautet übri­gens „Stećak“.

2Stari Grad auf der Insel Hvar

Stari Grad (c) Kroa­ti­sche Zen­trale für Tou­rismus

Die weite Ebene von Stari Grad auf der Insel Hvar ist eines der ältesten land­wirt­schaft­lich genutzten Gebiete der Welt und durch grie­chi­sche Kolo­nisten im vierten Jahr­hun­dert vor Christus ent­standen. Die ursprüng­li­chen Wein­berge und Oli­ven­haine sind im Wesent­li­chen bis heute intakt – und auch die Grenzen zwi­schen den Grund­stü­cken werden wie schon in der Antike durch Stein­wände und Zäune mar­kiert. Des­halb wurde das Gebiet auch 2008 in die Liste des UNESCO-Welt­kul­tur­erbes auf­ge­nommen.

3Kathedrale des Heiligen Jakob in Šibenik

Šibenik (c) Kroa­ti­sche Zen­trale für Tou­rismus

Die Kathe­drale in Šibenik wurde von den Archi­tekten Fran­cesco di Gia­como, Geor­gius Mathei Dal­ma­ticus und Niccolò di Gio­vanni Fio­ren­tion ent­worfen und ver­eint die Kunst Nord­ita­liens, Dal­ma­tiens und der Tos­kana aus dem 15. und dem 16. Jahr­hun­dert. Viele deko­ra­tive Details – wie etwa die 71 gemei­ßelten Gesichter von Männer, Frauen und Kin­dern – spie­geln in sel­tener Deut­lich­keit die Ver­bin­dung von Gotik und Renais­sance wider. Wegen seines außer­ge­wöhn­li­chen kunst­his­to­ri­schen Werts wurde das Bau­werk im Jahr 2000 zur UNESCO-Welt­kul­tur­er­be­liste hin­zu­ge­fügt.

4Die historische Stadt Trogir

Trogir (c) Kroa­ti­sche Zen­trale für Tou­rismus

Trogir wurde 1997 in das UNESCO-Welt­kul­tur­erbe auf­ge­nommen. Die Alt­stadt liegt auf einer durch Brü­cken mit dem Fest­land ver­bun­denen Insel und weist sowohl roma­ni­sche Kir­chen als auch impo­sante Renais­sance- und Barock­ge­bäude aus der vene­zia­ni­schen Zeit auf. Das bedeu­tendste Bau­werk ist die Kathe­drale mit ihrem ein­drucks­vollen West­ein­gang. Trogir ist nur 45 Minuten mit dem Auto von Split ent­fernt.

5Die euphrasische Basilika in Poreč

Basi­lika von Poreč (c) Kroa­ti­sche Zen­trale für Tou­rismus /​ Sergio Gobbo

Auch die Basi­lika von Poreč auf der Halb­insel Istrien gehört bereits seit dem Jahr 1997 zum UNESCO-Welt­kul­tur­erbe. Mit ihrer Sakristei, der Tauf­kirche, dem Glo­cken­turm und dem erz­bi­schöf­li­chen Palast ist die Anlage ein schönes Bei­spiel für die frühe byzan­ti­ni­sche Archi­tektur im Mit­tel­meer­raum. Benannt wurde die Kathe­drale nach Bischof Euphra­sius, der sie wäh­rend des 6. Jahr­hun­derts reno­vieren und mit Mosaiken schmü­cken ließ.

6Die Altstadt von Dubrovnik

Dubrovnik (c) Kroa­ti­sche Zen­trale für Tou­rismus

Die Alt­stadt von Dubrovnik steht bereits seit dem Jahr 1979 auf der Liste des UNESCO-Welt­kul­tur­erbes und ist nicht nur als „Perle der Adria“ bekannt, son­dern hat in jüngster Zeit auch als einer der Dreh­orte für die TV-Serie „Game of Thrones“ welt­weit Berühmt­heit erlangt. Wäh­rend seiner langen Geschichte wurde Dubrovnik nur zweimal beschä­digt – im Jahr 1667 wäh­rend eines Erd­be­bens und in den 1990er-Jahren wäh­rend des kroa­ti­schen Unab­hän­gig­keits­krieges. Den­noch schaffte es Dubrovnik, seine vielen Kir­chen, Klöster, Paläste, Brunnen und Wohn­häuser zu bewahren. Heute steht die Alt­stadt im Fokus eines großen Restau­rie­rungs­pro­gramms der UNESCO.

7Split und der Diokletian-Palast

Split (c) Kroa­ti­sche Zen­trale für Tou­rismus

Eben­falls seit dem Jahr 1979 befindet sich das Stadt­zen­trum von Split auf der UNESCO-Welt­kul­tur­er­be­liste. Die Besu­cher können hier unter anderem den Palast des römi­schen Kai­sers Dio­kle­tian erkunden, der zwi­schen dem späten 3. und dem frühen 4. Jahr­hun­dert nach Christus erbaut wurde. Ergänzt wird die ein­drucks­volle his­to­ri­sche Anlage durch mit­tel­al­ter­liche Kir­chen und Fes­tungen sowie Gotik-, Renais­sance- und Barock­pa­läste.