EUROPAKroatien

Zagorje: Ein Wochenende im Norden von Kroatien

Kroa­tien eig­net sich ge­rade im Früh­ling per­fekt für ei­nen Wo­chen­end­aus­flug. Da­bei muss es nicht im­mer die Adria­küste sein. Wie wär’s zum Bei­spiel ein­mal mit Za­gorje im wun­der­schö­nen und bei uns kaum be­kann­ten Nor­den des Lan­des?

Die Re­gion er­streckt sich nörd­lich der Haupt­stadt Za­grebs und ent­lang des Ge­bir­ges Med­ve­d­nica und ist da­mit nicht weit von Ös­ter­reich ent­fernt. Die Land­schaft Za­gor­jes ist ge­prägt von sanf­ten Hü­geln, dich­ten Wäl­dern, Ther­mal­quel­len, Wein­ber­gen und mit­tel­al­ter­li­chen Bur­gen – ein per­fek­tes Am­bi­ente für her­vor­ra­gende Ku­li­na­rik, kul­tu­relle Se­hens­wür­dig­kei­ten und Ak­ti­vi­tä­ten in der Na­tur. Hier ein Pro­gramm­vor­schlag für ein ver­län­ger­tes Wo­chen­ende:

Tag 1: Wellness und Thermentag

Therme Tu­helj (c) Kroa­ti­sche Zen­trale für Tou­ris­mus

Um die Be­las­tun­gen des All­tags zu ver­ges­sen und sich auf ein ent­spann­tes Wo­chen­ende ein­zu­stim­men, emp­fiehlt sich ein vi­ta­li­sie­ren­der Ther­men­be­such. Die war­men Ther­mal- und Heil­quel­len des idyl­li­schen Or­tes Tu­helj bli­cken auf eine lange Tra­di­tion zu­rück, denn be­reits die Rö­mer wuss­ten das hei­lende Was­ser für sich zu nut­zen. Mo­derne Ar­chi­tek­tur, ein fa­cet­ten­rei­ches Ther­men­an­ge­bot mit acht Au­ßen- und In­nen­be­cken, viel­fäl­tige Sau­n­a­pro­gramme im größ­ten Sau­na­zen­trum Kroa­ti­ens und ein ei­ge­nes Spa-Zen­trum zeich­nen die Therme Tu­helj aus.

Tag 2: Burgen-Radtour

Ve­liki Ta­bor /​ Za­gorje (c) Kroa­ti­sche Zen­trale für Tou­ris­mus /​ Ser­gio Gobbo

Die hü­ge­lige Land­schaft Zar­go­jes mit ih­ren grü­nen Wäl­dern ist ideal zum Rad­fah­ren. Ei­nes der in­ter­es­san­tes­ten Aus­flugs­ziele ist da­bei das mit­tel­al­ter­li­che Schloss Tra­košćan. Auf ei­nem Hü­gel ge­le­gen, wird es von ei­nem weit­läu­fi­gen Park mit Wald und See um­ge­ben. Nach ei­ner Füh­rung durch das Schloss­mu­seum kön­nen die Be­su­cher auf dem See Tret­boot fah­ren oder wäh­rend ei­nes Spa­zier­gan­ges die Schloss­an­lage er­kun­den.

Ein be­lieb­tes Aus­flugs­ziel für eine Rad­tour in Za­gorje ist auch die Burg Ve­liki Ta­bor. Sie wurde im 15. Jahr­hun­dert auf dem Berg Hum Koš­nički er­baut. Die­ser au­ßer­ge­wöhn­li­che Stand­ort er­mög­licht den Be­su­chern eine be­ein­dru­ckende Aus­sicht über die Re­gion. Die sa­gen­um­wo­bene Burg wurde von der UNESCO in die höchste Denk­mal­ka­te­go­rie ein­ge­stuft und bie­tet Füh­run­gen und Mit­tel­al­ter­feste an.

Tag 3: Weinwandern

Za­gorje (c) Kroa­ti­sche Zen­trale für Tou­ris­mus /​ To­mis­lav Rastic

Die Re­gion Za­gorje ist nicht nur für ihre Ther­mal­quel­len und Bur­gen be­kannt, son­dern auch für ihre ku­li­na­ri­schen Spe­zia­li­tä­ten. Vor al­lem der Wein­bau prägt das Land. Bei ei­nem Spa­zier­gang durch die Wein­berge ist der Be­such ei­nes der vie­len Wein­gü­ter zu emp­feh­len – zum Bei­spiel im Pe­trač Wein­gut in Kra­pina oder im Hof Pe­tro­večki breg in Sveti Križ Zač­retje.

Auf der Spei­se­karte ste­hen Köst­lich­kei­ten wie „Štru­kli“ (mit Käse ge­füllte Teig­ta­schen) oder der def­tige Ein­topf „Za­gor­ska juha“. Weit­aus be­kann­ter ist aber der be­rühmte Leb­ku­chen in Herz­form, auch „Li­ci­tar“ ge­nannt. Die Her­zen wer­den oft bunt ver­ziert und als Zei­chen der Dank­bar­keit und Liebe an Freunde und Fa­mi­lie ver­schenkt. Diese tra­di­tio­nelle Leb­ku­chen­her­stel­lung wurde 2010 so­gar zum im­ma­te­ri­el­len UNESCO-Welt­kul­tur­erbe er­ho­ben. Wer sich nach ei­nem ku­li­na­ri­schen auch noch ei­nem kul­tu­rel­len Ge­nuss hin­ge­ben möchte, kann das Mu­seum der Ne­an­der­ta­ler aus Kra­pina be­su­chen.

Tag 4: Museumstour Zagreb

Za­greb (c) Kroa­ti­sche Zen­trale für Tou­ris­mus

Nur eine kurze Au­to­fahrt ent­fernt von Za­gorje liegt Kroa­ti­ens Haupt­stadt Za­greb. Der Früh­ling macht sich hier be­merk­bar, wenn sich die Stra­ßen­ca­fés fül­len und die vie­len Parks der Stadt er­blü­hen. Ne­ben der wun­der­schö­nen Alt­stadt mit ih­ren vie­len his­to­ri­schen Se­hens­wür­dig­kei­ten hat Za­greb eine auf­stre­bende Mu­se­ums­kul­tur zu bie­ten.

Wer sich für mo­derne und zeit­ge­nös­si­sche Kunst in­ter­es­siert, dem ist ein Be­such des MUSA (Mu­seum of Con­tem­porary Art Za­greb) zu emp­feh­len. Es ist das größte und mo­dernste Mu­seum in Kroa­tien und be­her­bergt Werke kroa­ti­scher und in­ter­na­tio­na­ler Künst­ler der Mo­derne und Ge­gen­wart.

Ein Mu­seum der et­was an­de­ren Art ist das „Mu­seum der zer­bro­che­nen Be­zie­hun­gen“, das 2011 die Aus­zeich­nung „Eu­ro­päi­sches Mu­seum des Jah­res“ er­hielt. Es stellt Ar­te­fakte aus ver­gan­ge­nen Be­zie­hun­gen aus, die von den Be­trof­fe­nen ge­spen­det wer­den. Die Re­likte ver­gan­ge­ner Lie­ben er­zäh­len Ge­schich­ten und sind so un­ter­schied­lich wie die Be­zie­hun­gen – von ei­nem Toas­ter über ei­nen Plüsch­bil­der­rah­men bis zur Axt.

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