Kroa­tien ist eines der belieb­testen Urlaubs­länder der Öster­rei­cher. Doch vor Ort gilt es einiges zu beachten, wenn man Probleme und Strafen vermeiden will. Damit der Urlaub erholsam wird, hat die ÖAMTC Touristik die wich­tigsten Tipps für Auto­fahrer gesam­melt.

- Parkti­ckets wegwerfen. Die meisten Park­plätze in Kroa­tien sind gebüh­ren­pflichtig – auch wenn dies für Urlauber oft nicht auf den ersten Blick erkennbar ist. Ein zweiter Blick ist da immer anzu­raten. „Zudem sollte man das jewei­lige Ticket unbe­dingt als Nach­weis aufbe­wahren – und zwar fünf Jahre lang“, empfiehlt ÖAMTC-Touris­ti­kerin Dagmar Riedl: „Denn in letzter Zeit erhielten zahl­reiche Öster­rei­cher auch noch Jahre nach ihrem Urlaub in Kroa­tien nach­träg­lich Schreiben wegen angeb­lich nicht bezahlter Gebühren.“

Lube­nice auf der Insel Cres (c) Kroa­ti­sche Zentrale für Tourismus /​ Mladen Scerbe

- Verwal­tungs­strafen igno­rieren. „Grund­sätz­lich sollten die Urlauber nach­voll­zieh­bare Verwal­tungs­strafen aus Kroa­tien möglichst vor Ort bezahlen. Eine Strafe ab 70 Euro ist auch in Öster­reich voll­streckbar, wobei dann die Verfah­rens­kosten noch dazu­ge­rechnet werden“, erklärt die ÖAMTC-Expertin: „Straf­zettel aus Kroa­tien sollten auf keinen Fall einfach wegge­worfen werden.“ Bei Unklar­heiten kann man Kontakt mit der ÖAMTC-Rechts­be­ra­tung aufnehmen.

- Zu schnell fahren. Über­höhte Geschwin­dig­keit hat in Kroa­tien teils hohe Strafen zur Folge. „Wer die erlaubte Höchst­ge­schwin­dig­keit um 20 km/​h über­schreitet, muss ab 65 Euro zahlen. Bei mehr als 50 km/​h sind es sogar mindes­tens 660 Euro. Lenker unter 24 Jahren sollten beson­ders aufpassen: Sie müssen grund­sätz­lich auf allen Straßen 10 km/​h lang­samer fahren als die anderen“, weiß Riedl.

- Ohne gültiges „Pickerl“ fahren. In Öster­reich gilt eine Tole­ranz­frist für eine bereits abge­lau­fene §57a-Begut­ach­tungs­pla­kette am Auto. Wer mit einem abge­lau­fenen „Pickerl“ in diesem Zeit­raum in Kroa­tien unter­wegs ist, muss aller­dings mit Problemen rechnen. „Unsere Mitglieder berichten immer wieder, dass sie deshalb zur Zahlung einer Strafe aufge­for­dert wurden“, so die ÖAMTC-Touris­ti­kerin: „Auf Nummer sicher geht man daher, wenn das Pickerl noch bis zur Rück­reise gültig ist.“

Mali Lošinj /​ Kroa­tien (c) travel by tropf

- „Grüne Karte“ vergessen. Eigent­lich ist die Mitnahme der „Grünen Karte“ bei Reisen inner­halb Europas nicht zwin­gend erfor­der­lich. Die Praxis zeigt jedoch, dass sie immer wieder bei Kontrollen verlangt wird. „Bei Reisen nach Dubrovnik führt die Strecke für einige Kilo­meter durch Bosnien-Herze­go­wina. Dort ist die Grüne Karte in jedem Fall verpflich­tend“, gibt Dagmar Riedl zu bedenken.

- Ein rotes Kenn­zei­chen verwenden. Trans­por­tiert man seine Fahr­räder am Heck­träger des Autos, sollte man entweder ein Modell verwenden, welches das Kenn­zei­chen nicht verdeckt oder das „normale“ weiße Kenn­zei­chen umste­cken. Die in Öster­reich übliche rote Kenn­zei­chen­tafel ist in Kroa­tien zwar offi­ziell aner­kannt, viele Poli­zisten kennen sie aber (noch) nicht.

- Maut­ge­bühren mit Münzen zahlen. Jedes Jahr kommt es im Sommer­rei­se­ver­kehr an den Maut­sta­tionen zu Staus und längeren Warte­zeiten. „Das liegt aber nicht nur an der Über­las­tung, sondern auch daran, dass viele Urlauber übrige Kuna-Münzen loswerden möchten – und das verzö­gert den Bezahl­vor­gang“, weiß Riedl: „Rascher bezahlt man mit Bankomat- oder Kredit­karte.“

Hvar (c) Kroa­ti­sche Zentrale für Tourismus

- Wild campen: Wer mit dem Reise­mobil oder dem Wohn­an­hänger unter­wegs ist, sollte sich zum Über­nachten einen offi­zi­ellen Stell­platz oder Camping­platz suchen. Denn freies Stehen auf Straßen, Park­plätzen oder einem Privat­grund ist in Kroa­tien streng unter­sagt – es drohen hohe Strafen.

- Trüffel ausführen: Kroa­tien ist für seine Trüffel bekannt. Wer sie als Mitbringsel mit nach Hause nehmen möchte, muss aber wissen, dass man für lose, unver­ar­bei­tete Trüffel eine Ausfuhr­ge­neh­mi­gung des kroa­ti­schen Umwelt­mi­nis­te­riums benö­tigt. Im Sommer sicher kein Thema – in der Trüf­fel­saison im Herbst aber sehr wohl.

- Hund ohne Doku­mente mitnehmen. Für die Mitnahme von Hunden nach Kroa­tien ist der EU-Heim­tier­aus­weis mit gültiger Tollwut-Impfung notwendig. Neben den Einreise- sollten auch die örtli­chen Bestim­mungen bekannt sein. Baden ist beispiels­weise nur an Hunde­stränden erlaubt, die an der entspre­chenden Beschil­de­rung erkennbar sind. Zudem müssen Hunde in Kroa­tien immer an die Leine genommen werden und Listen­hunde einen Maul­korb tragen.

- Zu wenig Zeit für die Anreise einplanen. Die Anreise nach Kroa­tien führt meist über das Nadelöhr Slowe­nien: Wegen der Fort­set­zung der Grenz­kon­trollen im Schen­gen­raum sind längere Warte­zeiten und Staus vorpro­gram­miert. Zusätz­lich erschweren die Baustelle bei Ptuj und die dauer­hafte Sperre der Küsten­straße von Triest über Koper nach Izola die Fahrt nach Kroa­tien. Das Urlaubs­ser­vice des ÖAMTC liefert Auto­fah­rern sämt­liche Infos für die Fahrt in den Urlaub – auch zur Lage an den Grenzen inklu­sive Warte­zeiten, mögli­chen Ausweich­routen und Radio­sta­tionen mit deutsch­spra­chigen Verkehrs­infos.