München: Zehn Ideen für einen Trip im Frühling

Im Früh­ling et­was Licht zu tan­ken, ist in Mün­chen ganz leicht. Zu den Lie­b­­lings­­­licht-Or­­ten für ei­nen Spa­zier­gang zäh­len etwa der Mo­no­pte­ros im Eng­li­schen Gar­ten, der Olym­pia­turm oder der Nym­phen­bur­ger Schloss­park. Wei­tere leuch­tende Bei­spiele für eine Mün­chen-Reise zum Licht ha­ben wir hier zu­sam­men­ge­stellt:

Lightshow im Deutschen Museum

Licht ist viel mehr als nur Be­leuch­tung. Das will das Deut­sche Mu­seum sei­nen Be­su­chern mit ei­ner neuen be­ein­dru­cken­den Light­show nä­her brin­gen. Von der Ost­seite der Isar ist der 117 Me­ter lange, strah­lend blaue Licht­gang nicht zu über­se­hen. Er ruht auf 85 Ton­nen schwe­rem Stahl und ver­bin­det die Phy­­sik-Aus­­stel­­lung mit dem Son­der­aus­stel­lungs­raum.

Auf dem Weg gibt es durch große Glas­fens­ter nicht nur Aus­bli­cke auf den Fluss, son­dern auch Ein­bli­cke in das Thema Licht: Die Gäste kön­nen zum Bei­spiel das ei­gene Wär­me­bild se­hen und ler­nen, wie sich Licht zu­sam­men­setzt und was un­ter­schied­li­che Licht­far­ben be­wir­ken. Für die nächs­ten drei Jahre wird der tem­po­räre Ver­bin­dungs­gang ein weit­hin sicht­ba­res Zei­chen für die Mo­der­ni­sie­rung des Mu­se­ums sein, die 2019 ab­ge­schlos­sen wird. www.deutsches-museum.de

Street-Art im Museum MUCA

Im Her­zen der Münch­ner Alt­stadt und nur ei­nen Stein­wurf vom Ma­ri­en­platz ent­fernt, hat erst Ende 2016 Deutsch­lands ers­tes Mu­seum für Ur­ban und Con­tem­porary Art (MUCA) in ei­nem ehe­ma­li­gen Um­spann­werk der Stadt­werke er­öff­net. Die Fas­sade wurde da­bei vom re­nom­mier­ten Street-Art Künst­ler Stohead ge­stal­tet und da­mit selbst zum Kunst­ob­jekt.

Auf ei­ner Ge­samt­flä­che von 2.000 Qua­drat­me­tern und meh­re­ren Ebe­nen stel­len im MUCA nicht nur in­ter­na­tio­nal ge­fei­erte Künst­ler ihre Werke aus – es ist den Mu­se­ums­ma­chern auch ein An­lie­gen, ex­pe­ri­men­tel­len For­ma­ten und in­ter­es­san­ten Po­si­tio­nen eine Platt­form zu bie­ten. www.urbanartmuseum.org

Als eine Lie­bes­er­klä­rung an die Stadt ver­steht sich die Aus­stel­lung „Ma­gic City – Die Kunst der Straße“, die von 13. April bis 10. Sep­tem­ber 2017 in der Klei­nen Olym­pia­halle zu se­hen ist. Auf 2.500 Qua­drat­me­tern prä­sen­tiert sie Street-Art in ih­rer gan­zen Viel­falt: po­li­tisch, ly­risch, bis­sig, kri­tisch, vor al­lem aber un­ter­halt­sam.

An den Wän­den und den Plät­zen ei­ner ei­gens da­für er­bau­ten „Stadt der Träume“ fin­den sich Werke von 40 der bes­ten Street-Ar­­tists welt­weit, die für diese Aus­stel­lung ge­malt, ge­sprüht, ge­ritzt, ge­klebt oder so­gar ge­strickt wur­den. Dazu war­ten ein Film­pro­gramm, Füh­run­gen, Le­sun­gen, Vor­träge, Abend­öff­nun­gen am Wo­chen­ende, Work­shops zum Mit­ma­chen und ein Street-Art-Store. www.magiccity.de

Der leuchtende Stern des Südens

Wie ein Raum­schiff von ei­nem an­de­ren Stern wirkt die be­rühmte Al­li­anz Arena, wenn sie mit Ein­bruch der Dun­kel­heit weit­hin sicht­bar im Rot des FC Bay­ern glüht. Mehr als 300.000 LEDs las­sen die rau­ten­för­mi­gen Mem­bran­kis­sen des Fuß­ball­sta­di­ons er­strah­len – auf ei­ner Flä­che von be­ein­dru­cken­den 26.000 Qua­drat­me­tern. Bei Heim­spie­len von 1860 Mün­chen leuch­tet die Arena üb­ri­gens in Blau und bei Spie­len der Na­tio­nal­elf in Weiß.

Das in­no­va­tive Be­leuch­tungs­sys­tem lässt sich voll­stän­dig di­gi­tal steu­ern und be­herrscht 16 Mil­lio­nen Far­ben. Die Al­li­anz Arena ist seit ih­rer Er­öff­nung im Jahr 2005 ein Pil­ger­ort für Fuß­ball- und Ar­chi­tek­tur­be­geis­terte. An spiel­freien Ta­gen bie­ten sich eine ge­führte Arena Tour und ein Be­such in der „FC Bay­ern Er­leb­nis­welt“ an. www.allianz-arena.de

Der Münchner „Poet des Lichts“

Seit Mitte der 1960er-Jahre ent­wirft der in­ter­na­tio­nal be­kannte Licht­de­si­gner Ingo Mau­rer in sei­nem Münch­ner Büro be­son­dere Lam­pen – von der le­gen­dä­ren Leuchte „Bulb“, die als Mei­len­stein in die Ge­schichte des De­signs ein­ge­gan­gen ist, bis zu den na­hezu schwe­re­los schwe­ben­den, ge­flü­gel­ten Tisch­lam­pen.

Auch Licht­in­stal­la­tio­nen für die U‑­­Bahn-Hal­­te­stel­­len „Am Moos­feld“ (U2), „West­fried­hof“ (U1/​​U7) und „Münch­ner Frei­heit“ (U3/​​U6) so­wie die oran­ge­rote De­cken­be­leuch­tung des 2015 wie­der­eröff­ne­ten Zwi­schen­ge­schos­ses un­ter dem Ma­ri­en­platz (U/​​S) stam­men von Mau­rer. Wer mo­der­nes Licht­de­sign nicht nur er­le­ben, son­dern er­wer­ben möchte, stat­tet sei­nem Show­room im Stadt­teil Schwa­bing in­di­vi­du­ell oder im Rah­men ei­ner ge­führ­ten Tour ei­nen Be­such ab. www.ingo-maurer.de

Lichtgestalten in Schwabing

An sei­nem Wohn­ort Schwa­bing schrieb Tho­mas Mann die be­rühm­ten Zei­len „Mün­chen leuch­tete…“ Da­mals wie heute ist das Vier­tel ein Sehn­suchts­ort für Kul­tur­schaf­fende und Krea­tive. Ein zwei­stün­di­ger Stadt­teil­spa­zier­gang für Grup­pen bis ma­xi­mal zwölf Per­so­nen führt mit­ten hin­ein in Mün­chens le­gen­dä­ren Stadt­teil und en­det in der „Mu­nich Di­stil­lers Bar“ bei ei­nem Glas des in Mün­chen ge­brann­ten und preis­ge­krön­ten MONACO Vodka.

Da­zwi­schen geht es un­ter an­de­rem zum Show­room von Ingo Mau­rer, zum Pro­ben­saal der Heinz-Bosl-Stif­­tung, wo sich junge Tän­zer auf ihre Welt im Ram­pen­licht des Baye­ri­schen Staats­bal­letts vor­be­rei­ten, und zu Bernd Ei­chin­gers Con­stan­tin Film AG, die von hier ihre preis­ge­krön­ten Filme in die Licht­spiel­häu­ser bringt. www.muenchen.de/guides

Nachtleben – Moon Light und Mood Light

Im­mer wenn der Voll­mond über der Alt­stadt Mün­chens steht, lädt die „Luna Party“ auf die „Blue Spa Ter­rasse & Lounge“ des Ho­tels Baye­ri­scher Hof, um dort bei gu­ter Mu­sik und ge­grill­ten Spe­zia­li­tä­ten über den Dä­chern der bay­ri­schen Lan­des­haupt­stadt zu fei­ern. Der Ein­tritt ist frei. www.luna-party.com

Der Münch­ner Techno-Te­m­­pel „Harry Klein“ ge­hört laut dem re­nom­mier­ten Ma­ga­zin „DJ Mac“ zu den Top-Tech­­no­­clubs in Deutsch­land. Die Disco – be­nannt nach Der­ricks Hel­fer und Wa­gen­ho­ler – liegt mit­ten im Stadt­zen­trum. Wich­tig ist hier aber nicht nur die Mu­sik: Vi­sual Ar­tists sind mit ih­ren Licht­shows, Vi­deo­pro­jek­tio­nen und Ani­ma­tio­nen an je­dem Öff­nungs­tag live im Ein­satz. www.harrykleinclub.de

Licht und Luxus in den Schlössern

Seit noch nicht ein­mal 100 Jah­ren ist elek­tri­sches Licht hier­zu­lande für alle ver­füg­bar. Über Jahr­hun­derte war Licht in der Nacht ein Zei­chen der Macht und we­sent­li­cher Be­stand­teil fürst­li­cher Re­prä­sen­ta­tion. Die Ge­stal­tung und De­ko­ra­tion der Schlös­ser wur­den bis in das kleinste De­tail auf Glanz und Spie­ge­lung aus­ge­legt.

Die Be­leuch­tung nach Ein­bruch der Dun­kel­heit mit Hun­der­ten Bie­nen­wachs­ker­zen war pu­rer Lu­xus, denn für die All­ge­mein­heit wa­ren nur übel­rie­chende und ru­ßende Ker­zen aus tie­ri­schen Fett­ab­fäl­len er­schwing­lich. Eine Füh­rung durch das Schloss Nym­phen­burg, die Re­si­denz und Schloss Schleiß­heim zeigt ein­drucks­voll, wie man einst die Nacht zum Tage machte. www.schloesser.bayern.de

Mit der Stirnlampe auf Stadiondach

Eine ge­führte Tour auf das welt­be­rühmte Dach des Münch­ner Olym­pia­sta­di­ons ist schon bei Ta­ges­licht höchst spek­ta­ku­lär. Aus­ge­rüs­tet wie bei ei­ner Ex­pe­di­tion und durch Seil und Ka­ra­bi­ner ge­si­chert, führt ein Guide die Be­su­cher auf ei­nem Steg ent­lang der Dach­kante bis hin­auf zu ei­nem der tra­gen­den Pfei­ler der Seil­netz­kon­struk­tion.

Ein Gang über das Zelt­dach bei Ein­bruch der Dun­kel­heit – nur mit Stirn­lam­pen be­waff­net – stei­gert aber den Ner­ven­kit­zel und die In­ten­si­tät der Ein­drü­cke noch ein­mal: Abend­rot und Stille, die Lich­ter der Groß­stadt, das atem­be­rau­bende Mün­chen-Pan­orama und die fas­zi­nie­rende Ar­chi­tek­tur. Selbst­ver­ständ­lich kann man die Füh­rung al­ter­na­tiv auch mit Son­nen­un­ter­gang bu­chen. www.olympiapark.de

Die „Hängenden Gärten“ in der City

Wachs­tums­lam­pen ma­chen das Un­mög­li­che mög­lich: Pflan­zen, die in die Tiefe wach­sen. Die „Hän­gen­den Gär­ten“, die die Künst­le­rin Tita Giese für die Sa­va­tor­pas­sage kon­zi­piert hat, sind eine der At­trak­tio­nen im City Quar­tier „Fünf Höfe“ an der Thea­ti­ner­straße in der Münch­ner Alt­stadt.

Die Ran­ken von Schling­pflan­zen wie Kas­ta­ni­en­wein, Rie­sen­gra­na­dilla und Pfei­fen­winde fal­len bis zu 12 Me­ter in die über­dachte, 90 Me­ter lange Ein­kaufs­pas­sage hin­un­ter, die vom Schwei­zer Ar­chi­tek­ten­team Her­zog & De Meu­ron ge­stal­tet wurde. Sie bil­det das Herz­stück des City Quar­tiers mit De­si­gner­lä­den, Bou­ti­quen, Mar­ken-Shops, Bars, Ca­fes, Re­stau­rants und der Kunst­halle Mün­chen. www.fuenfhoefe.de

Lichtkunst im Lenbachhaus

Gleich beim Ver­las­sen des U‑Bahnhofs Kö­nigs­platz wei­sen zehn leuch­tend gelbe Neon-Ste­­len den Weg zum Len­bach­haus, das von 2009 bis 2013 ge­ne­ral­sa­niert wurde. Sie sind das Mar­ken­zei­chen des ame­ri­ka­ni­schen Licht­künst­lers Dan Fla­vin. Durch eine Schen­kung ist das Mu­seum im Be­sitz sei­ner be­geh­ba­ren Licht­skulp­tur „Un­tit­led (for Kse­nija)“, die als ei­nes der be­deu­ten­den Kunst­werke der zwei­ten Hälfte des 20. Jahr­hun­derts gilt und in re­gel­mä­ßi­gen Ab­stän­den ge­zeigt wird.

„Wir­bel­werk“ ist wie­derum der Ti­tel der spek­ta­ku­lä­ren Spi­rale, die der dä­­nisch-is­län­­di­­sche Künst­ler Olafur Eli­as­son für das neue Atrium des Len­bach­hau­ses rea­li­siert hat. Von in­nen be­leuch­tet, strahlt die Skulp­tur und pro­ji­ziert ihre Schat­ten und Farb­lich­ter auf die Wände. Für das nörd­li­che Trep­pen­haus schuf der Münch­ner Licht­künst­ler Diet­mar Tan­terl die Licht­in­stal­la­tion „Rot­wein­rot“. Sie be­steht aus 18 schma­len, hoch­kan­ti­gen Leuch­ten aus mat­tier­tem Acryl­glas und scheint vor der Wand zu schwe­ben. www.lenbachhaus.de

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