Wer gut arbeitet, soll auch gut essen. Und wer gut wandert, der soll auch gut baden. Schließlich gehören Spannung und Entspannung, Anstrengung und Aussicht, aber auch Erhitzen und Abkühlen im Bergsee bei einem Urlaub mit den „Wanderhotels“ einfach dazu.

1Bödensee statt Bodensee

Bödensee (c) Walter Holzer

Dass Angela Merkel ihren Sommerurlaub gerne im Südtiroler Bergdorf Sexten verbringt, ist bekannt. Ob sie im Bödensee badet, wissen aber nicht einmal die Verantwortlichen der „Wanderhotels“. Was sie wissen, ist, dass die beiden Punkte auf dem „o“ den kleinen, aber feinen Unterschied machen. Der Bödensee mit „ö“ ist nämlich kein Bodensee, auf dem sich im Sommer die Boote tummeln, sondern ein kleiner Bergsee fast wie aus dem Bilderbuch. Winzig, eiskalt und in unverbaubarer Toplage mitten im Herzen der Sextner Dolomiten.

Wer vom Fischleintal im Süden des Bergsteigerdorfs Sexten in zweieinhalb Stunden hinauf zum Bödensee wandert, wird auf 2.335 Meter Seehöhe mit Fernsehen im Cinemascope-Format belohnt. Im Norden zeigt sich die Dreischusterspitze, im Süden der Paternkofel mit seinem spektakulären Klettersteig aus dem Gebirgskrieg vor knapp hundert Jahren und im Südwesten die Drei Zinnen. Der beste Ausgangspunkt ist das Wanderhotel Sexten. „Das Berghotel liegt am schönsten Fleck im schönsten Tal der Welt“, sagte nicht irgendwer, sondern ein Mann namens Luis Trenker. www.berghotel.com

2Baden im beheizten See

Wanderhotel Kirchner (c) www.wanderhotel.at

Strandgefühle im Angesicht der Gletscherriesen der Hohen Tauern bietet das Wanderhotel Kirchner im Oberpinzgau mit einem einmaligen Badesee – zwischen Kitzbühel, Zillertal und Zell am See gelegen. Von Mai bis September wird der 450 Quadratmeter große, zwischen Hotel und Liegewiese eingebettete See auf bis zu 25 Grad Celsius aufgeheizt. Ganz ohne Chlor hat er eine hervorragende Wasserqualität und schreit nach der Wandertour förmlich danach, dass Groß und Klein sich in ihm entspannen.

Wer sich die See-Heizung für den Nachmittag aufsparen möchte, kann vormittags zum Hintersee wandern. Dieser malerische See versteckt sich weit hinten im Felbertal. Von hier aus hat man einen grandiosen Ausblick zum 80 Meter hohen Schleierwasserfall. Südlich des Sees liegt der fast 3.000 Meter hohe Tauernkogel. Die Hintersee-Tour dauert etwa zweieinhalb Stunden und überwindet auf zehn Kilometern etwa 300 Höhenmeter im Auf- und Abstieg. www.wanderhotel.at

3Naturteich in König Laurins Reich

Cyprianerhof (c) www.cyprianerhof.com

Wenn chlorfreies Erfrischen zur Panoramashow wird, baden die Gäste im neuen Naturteich des Cyprianerhof in Tiers. Mitten auf der grünen Wiese und mit einmaligem Ausblick auf die Gipfel des Rosengartens gelegen, genießt man hier Entspannung mit „Große-Augen“- statt „Rote-Augen“-Effekt.

Rot wird es nur am Abend, wenn die Sonne untergeht und die Bergkette in leuchtenden Farben erglüht. Das Schauspiel lässt sich vom Naturteich aus ebenso genießen wie von einem der Liegestühle am Pooldeck. Im Cyprianerhof ist die Natur allgegenwärtig und ein Leitmotiv. So führt Hotelchef Martin Damian sein seit Ende 2016 zertifiziertes Klimahotel im Einklang mit der Umwelt. Getreu seinem Motto, setzt er auf nachhaltiges Bauen und Wirtschaften, verwendet lokale Produkte und begeistert die Gäste für die Schönheit der Natur. www.cyprianerhof.com

4Lago di Latte: Der Milchsee in Meran

Milchsee (c) GIX Media GmbH

300 Sonnentage im Jahr, mediterranes „Dolce Vita“ und Berge, die 3.000 Meter aus dem Talboden ragen: Meran ist von Mutter Natur überreich beschenkt worden. Hoch oben, gut versteckt und nur mit Bergschuhen erreichbar, liegen die Spronser Seen – ein Dutzend wie zufällig in die wilde Welt der Texelgruppe hingewürfelte „Lacken“. So einzigartig wie ihre Lage sind die Namen der Bergseen: Schwarzsee, Grünsee, Mückensee und Langsee lassen sich noch logisch herleiten, beim Schiefen See und beim Milchsee wird es schon schwierig.

Nicht allzu schwierig dagegen, wenn auch mit sechseinhalb Stunden tagesfüllend, ist die Rundwanderung von der Bergstation der Hochmut-Seilbahn zu den Spronser Seen. Über das Hochganghaus und die 2.441 Meter hohe Hochgangscharte erreicht man die größte hochalpine Seenplatte Südtirols. Wieder zurück geht es über die Oberkaser Alm und den Jägersteig zu den Muthöfen. Bestes Basislager für die Spronser Seen ist das Wanderhotel Golserhof, das sich hoch über den Dächern Merans an einen Sonnenhang schmiegt. In die Altstadt von Meran fährt man standesgemäß mit der Seilbahn hinunter. www.golserhof.it