Das österreichische Außenministerium hat seine Sicherheitshinweise für die Türkei aktualisiert. Im Vorfeld des Referendums über eine Änderung der Verfassung, das am 16. April 2017 stattfindet, könnten „Demonstrationen, Gewalt und Unruhen nicht ausgeschlossen werden“.

Ganz besonders weist das Außenministerium auf den schon seit 20. Juli 2016 verhängten Ausnahmezustand im ganzen Land. Ursprünglich nur für drei Monate beschlossen, wurde er inzwischen bis 19. April 2017 verlängert.

(c) Ministerium für Kultur und Tourismus der Republik der Türkei

„Im Zuge dieser Entwicklungen kann es zu verstärkten Personenkontrollen kommen. Eine Verschärfung – zum Beispiel die Festlegung einer Ausgangssperre – kann jederzeit und kurzfristig erfolgen. Ausweispapiere sind stets mitzuführen“, ist auf der Website des Ministeriums zu lesen. Aufgrund der angespannten Sicherheitslage könne es auch vereinzelt zu Verkehrsbehinderungen durch Straßen- und Brückensperren oder Kontrollen von Fahrzeugen kommen.

Generell wird vom Außenministerium „dringend empfohlen“, Menschenansammlungen und Demonstrationen in der Türkei großräumig zu meiden. Zudem wird „nachdrücklich geraten“, auf stark frequentierten Plätzen und in öffentlichen Verkehrsmitteln, aber auch bei Einkaufszentren, Großveranstaltungen, Sehenswürdigkeiten und religiösen Stätten „besondere Vorsicht walten zu lassen“ sowie alle Staats- und Regierungsgebäude und militärischen Einrichtungen zu meiden.

Das Außenministerium betont zwar, dass die Lage in den Badeorten an der türkischen Riviera und der Ägäisküste derzeit ruhig sei. Allerdings könne auch in diesen Regionen „das Risiko von Terroranschlägen nicht ausgeschlossen werden“. Deshalb gelte für das ganze Land die Sicherheitsstufe 2, was ein „erhöhtes Sicherheitsrisiko“ bedeutet. „Jeder Reisende, der sich in ein Gebiet mit erhöhtem oder hohem Sicherheitsrisiko begeben möchte, muss sich der Gefährdung bewusst sein“, betont das Ministerium.

Auch das deutsche Auswärtige Amt hat mittlerweile seine Sicherheitshinweise für die Türkei wegen des bevorstehenden Referendums aktualisiert: „Im Zuge des Wahlkampfes muss mit erhöhten politischen Spannungen und Protesten gerechnet werden, die sich auch gegen Deutschland richten können. Davon können im Einzelfall auch deutsche Reisende in der Türkei betroffen sein.“