Am Morgen des 1. August 2016 ging die Reise für ein deutsches Crew-Mitglied der neuen Mein Schiff 5 abrupt zu Ende: Beamte der Bundespolizei holten den 25-Jährigen von Bord des Kreuzfahrtschiffes und konfrontierten ihn mit gleich zwei Haftbefehlen.

Der junge Mann war in Süddeutschland wiederholt „schwarz gefahren“ und dafür zweimal verurteilt worden. Seine Schulden hatte er allerdings nie beglichen. So hatte ein Gericht zwei Vollstreckungshaftbefehle erlassen.

Die Beamten eröffneten dem 25-Jährigen zwei Alternativen – entweder direkt bei ihnen 1.150 Euro zu bezahlen oder 55 Tage in einer Justizvollzugsanstalt zu verbringen. Nach einigen Versuchen, die Summe zu beschaffen, resignierte der Mann und ließ sich von der Bundespolizei abführen.

Der eher belanglose Vorfall wäre wohl nicht berichtenswert, wenn nicht schon am 14. Juli 2016 – also noch vor der Taufe des Neubaus – ein Crew-Mitglied der Mein Schiff 5 im Hafen von Kiel mit einem Haftbefehl erwarten worden wäre. Der 28-Jährige war in Bayern wegen Betruges vor Gericht gestanden und zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden.

Da er laut Gericht wiederholt „gröblich und beharrlich“ gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen hatte, wurde ein Haftbefehl ausgestellt. Nachdem er die zu zahlende Summe in der Höhe von 1.040 Euro aufbringen konnte, blieb ihm allerdings die Justizvollzugsanstalt erspart – und nach intensiven Gesprächen mit seinem Arbeitgeber behielt er auch seinen Job auf der Mein Schiff 5.