Wales: EM-Neuling als touristischer Geheimtipp

„Wir sind Zeugen eines unglaub­li­chen Aben­teuers geworden“, sagen die Waliser. Denn seit der Welt­meis­ter­schaft vor 58 Jahren konnte sich Wales erst­mals für die End­runde einer Fuß­ball-Euro­pa­meis­ter­schaft qua­li­fi­zieren und sich damit auf der inter­na­tio­nalen Bühne prä­sen­tieren.

Dass es für Bale & Co. bis ins Halb­fi­nale ging und der Außen­seiter auch Fuß­ball-Groß­mächte und Länder, die 20 Mal größer sind, schlagen würde, hätte nie­mand gedacht – und beim Sam­meln von Sym­pa­thie­punkten erreichte Wales eben­falls euro­päi­sches Spit­zen­ni­veau.

So wie im Fuß­ball galt Wales auch im Tou­rismus bisher eher als Geheim­tipp. Dabei ist das doch eher kleine Land erstaun­lich viel­fältig und abwechs­lungs­reich und prä­sen­tiert sich mit satt­grünen Hügeln, einer fast atem­be­rau­benden Küste und vielen tollen Out­door-Akti­vi­täten. In Wales kommen Wan­derer, Berg­steiger, Moun­tain­biker, Natur­fans und Geschichts­freunde glei­cher­maßen auf ihre Kosten.

Mit seinen 1.400 Kilo­me­tern ist zum Bei­spiel der „Wales Coast Path“ der längste zusam­men­hän­gende Küs­ten­pfad der Welt. Ein Teil dieser herr­li­chen Strecke mit sagen­haften Aus­bli­cken führt durch den „Pem­bro­keshire Coast National Park“ – dem ein­zigen Natio­nal­park Groß­bri­tan­niens, der an der Küste liegt.

Ganz anders prä­sen­tieren sich die großen grünen Hügel des „Brecon Beacons National Park“ nörd­lich der Haupt­stadt Car­diff. Hier ist der Himmel so unglaub­lich weit und bei Nacht so unglaub­lich schwarz, dass die „Brecon Beacons“ sogar zum inter­na­tio­nalen Licht­schutz­ge­biet ernannt wurden – ein abso­lutes Muss für Ster­ne­gu­cker.

Ein Wander-Mekka im Norden ist ohne Frage der „Snow­donia National Park“ – der größte, älteste und bekann­teste der drei Natio­nal­parks, in dem sich mit dem 1.085 Meter hohen Mount Snowdon auch der höchste Berg des Landes befindet. Aktiv­ur­lauber und Natur­lieb­haber glei­cher­maßen schätzen die impo­sante Berg­welt Snow­do­nias mit ihren Was­ser­fällen, blauen Seen und kleinen Berg­dör­fern.

Hier lernen die Men­schen auch das Fliegen – zumin­dest fühlt es sich so an, wenn man auf der längsten Zipline Europas, der „Zip World Velo­city“, über Schluchten und Gebirgs­seen hinweg saust. Bei einem Tempo von bis zu 160 km/​h rauscht einem das Adre­nalin durch den Körper.

Auf Kul­tur­lieb­haber warten mehr als 600 Burgen und Schlösser – so viele pro Qua­drat­ki­lo­meter wie in keinem anderen Land der Welt. Und der Besuch der quir­ligen Lan­des­haupt­stadt Car­diff sollte eben­falls in keinem Rei­se­pro­gramm fehlen: Die junge Metro­pole punktet mit wun­der­schönen vik­to­ria­ni­schen Arkaden, modernen Ein­kaufs­pas­sagen, seiner Water­front in der Car­diff Bay und dem Car­diff Castle im Bute Park.

Wer das „Land des Dra­chens“ erkunden möchte, kann dies mit der gleich­na­migen Autorund­reise von TUI Wol­ters tun. Von Bir­mingham aus geht es acht Tage mit dem Auto über Chester und die Natio­nal­parks „Snow­donia“ und „Brecon Beacons“ nach Car­diff.

Neben den beschrie­benen Höhe­punkten ist auch ein Stopp in St. Davids vor­ge­sehen. Von hier lohnt sich ein Boots­aus­flug nach Ramsey Island. Das Natur­schutz­ge­biet bietet eine sel­tene Flora und Fauna und die Gele­gen­heit, Del­fine und Wale zu beob­achten. Bis Oktober ist diese Reise pro Person ab 486 Euro buchbar. Einen Miet­wagen gibt es ab 30 Euro pro Tag.