Schön und „grande“ im Sinn von „groß­artig“ ist die Vor­lage, die sich Flo­rian Weitzer für die Gestal­tung der größten Suite im Hotel Grand Fer­di­nand an der Wiener Ring­straße auf­er­legt hat.

Instinktiv folgte der Chef der Weitzer Hotels dabei dem Sti­lideal, das die 188 Zimmer und drei Restau­rants im Grand Fer­di­nand gene­rell aus­macht: Indi­vi­du­elle und hoch­qua­li­ta­tive Kom­po­nenten fügen sich zu einem har­mo­ni­schen Gesamt­bild.

Pool am Hoteldach (c) Grand Ferdinand
Pool am Hotel­dach (c) Grand Fer­di­nand

Die Grande Suite krönt dies mit einem direkten Zugang zum Restau­rant und zum Pool auf dem Hotel­dach sowie einem Mix aus his­to­ri­scher Ring­straßen-Ele­ganz und wun­derbar anmu­tenden Details. Eine wun­der­bare Kom­bi­na­tion, die zudem – im Ver­gleich zu land­läu­figen Grande Suiten – ganz ohne die übliche prä­ten­tiöse Über­insze­nie­rung aus­kommt.

Egal, ob man im Rooftop Pool über den Dächern der Stadt schwimmen oder sich in der bis 2 Uhr nachts geöff­neten Grand Étage kuli­na­risch ver­wöhnen lassen möchte – die Grande Suite bietet ihren Gästen mit der Pri­vat­treppe aufs Dach einen beson­deren Luxus.

Ange­lehnt an die privat geführten Salons des aus­ge­henden 19. Jahr­hun­derts ist der Pri­vate Dining Club in der Grand Étage Hotel­gästen, der Besu­chern und Gästen mit spe­zi­eller Club­mit­glied­schaft vor­be­halten ist. Ist das nicht dis­kret genug, bleibt natür­lich noch immer der Rückzug auf die Ter­rasse der Grande Suite, von der man einen ebenso schönen Blick auf Rie­senrad, Karls­kirche und viele andere Sehens­wür­dig­keiten hat.

Grande Suite (c) Grand Ferdinand
Grande Suite (c) Grand Fer­di­nand

Eine ein­drucks­volle Aus­sicht auf die Ring­straße genießt man auch von der frei­ste­henden Guss­eisen-Bade­wanne der Suite im Jugend­stil-Design. Im Bade­be­reich folgen der graue Ter­razo-Boden in Kom­bi­na­tion mit dem antiken Schmink­tisch und Bei­stell­wagen in Weiß dem ele­ganten Hell-Dunkel-Farb­kon­zept, das sich auch durch den Wohn- und Schlaf­be­reich der Grande Suite zieht.

Die einer Grande Suite wür­dige Groß­zü­gig­keit mit 100 Qua­drat­me­tern Fläche, einem begeh­baren Schrank, einem King­size-Dop­pel­bett und zwei Toi­letten wird im Grand Fer­di­nand jedoch von ganz beson­deren Ein­rich­tungs­de­tails getoppt. Ange­lehnt an die Ring­stra­ßen­zeit, in der Rund­sofas und exo­tisch anmu­tende Palmen in Mode kamen, schafft der Wohn­be­reich der Grande Suite ein ähn­li­ches Bild: Meter­hohe Grün­pflanzen in rie­sigen, hand­ver­zierten Ton­töpfen reihen sich um ein sam­tenes, satt­grünes Sofa.

Grande Suite (c) Grand Ferdinand
Grande Suite (c) Grand Fer­di­nand

Dahinter befindet sich ein Vor­hang mit sze­ni­schen Natur­dar­stel­lungen in Blau-Weiß – eine Repro­duk­tion des im 19. Jahr­hun­dert in Frank­reich ent­wi­ckelten „Toile-de-Jouy“, der gekonnt den modernen Flat TV ver­deckt. Ein fast 90 Jahre alter Ori­ent­tep­pich, der auf­grund seiner auf­wen­digen Machart von über 400.000 Knoten pro Qua­drat­me­tern nur Herr­schern und Ade­ligen vor­be­halten war, rundet das Bild eines glanz­vollen Lebens­stils ab.

Wie bei Flo­rian Weitzer üblich durch­bre­chen aber über­ra­schende Details jeg­liche Opu­lenz. Hier sind es prä­pa­rierte Papa­geien, die im Wun­der­ka­bi­nett der Maison Dey­rolle in Paris erstanden wurden. Sie finden sich nicht nur in Käfigen, son­dern ver­voll­stän­digen auch „frei“ sit­zend die „traum­hafte“ Welt der Grande Suite.

Apropos Traum – auch die Bie­der­meier Chai­se­longue, die in der Grande Suite vor das Bett plat­ziert wurde, erin­nert an Sig­mund Freuds berühmte Couch. Seine Woh­nung und Praxis in der Berg­gasse liegen übri­gens nur drei Kilo­meter vom Schu­ber­tring ent­fernt.

Grande Suite (c) Grand Ferdinand
Grande Suite (c) Grand Fer­di­nand

So wie das Öster­rei­chi­sche im Grand Fer­di­nand gene­rell im Mit­tel­punkt steht, dürfen in der Grande Suite die Stücke alter öster­rei­chi­scher Tra­di­ti­ons­be­triebe nicht fehlen: Vom Bett aus hat man einen pro­mi­nenten Blick auf einen pracht­vollen Lob­meyr-Luster und über der Bade­wanne findet sich ein wei­teres Exem­plar.

Neben den Anleihen an die Ele­ganz ver­gan­gener Tage ver­gisst Flo­rian Weitzer auch nicht die 1950er-Jahre, in denen das Gebäude am Schu­ber­tring 10–12 nach Kriegs­schäden wie­der­auf­ge­baut wurde. Dusch­wände aus Glas­bau­steinen und dreh­bare Licht­schalter aus Keramik erin­nern an diese Zeit.

Dazwi­schen finden sich auch Design­klas­siker wie die mit Leder umran­deten Spiegel von Gubi im Stil von Jac­ques Adnet oder die Genera­tionen über­grei­fende Kult­leuchte Arco von Flos. All diese beson­deren Details machen die Grande Suite zu einem Ort voller Schön­heit ohne Pomp, an einem exqui­siten Platz – der Wiener Ring­straße.