Washington, D.C.: Neues Museum an der National Mall

Auf dem letz­ten freien Platz an der Na­tio­nal Mall in Wa­shing­ton D.C. ent­steht der­zeit ein Ge­bäude, das nicht nur we­gen sei­ner au­ßer­ge­wöhn­li­chen Ar­chi­tek­tur für Auf­se­hen sorgt: Das neue Na­tio­nal Mu­seum of Af­ri­can Ame­ri­can History & Cul­ture ist das erste Na­tio­nal­mu­seum der USA für afro­ame­ri­ka­ni­sche Ge­schichte und Kul­tur.

Der acht­stö­ckige Bau in un­mit­tel­ba­rer Nähe des Wa­shing­ton Me­mo­rial wird ins­ge­samt elf Aus­stel­lungs­be­rei­che be­her­ber­gen, die sich mit The­men von der Her­kunft aus Afrika über die Ge­schichte der Skla­ve­rei bis zur Bür­ger­rechts­be­we­gung be­schäf­ti­gen. Auch der afri­ka­ni­sche Ein­fluss auf die ame­ri­ka­ni­sche Mu­sik, Kul­tur und Kunst wird be­leuch­tet.

Die Be­su­cher ha­ben zu­dem die Mög­lich­keit, viele Ex­po­nate aus ver­gan­ge­nen Zei­ten zu be­sich­ti­gen – etwa eine Skla­ven­un­ter­kunft aus der ers­ten Hälfte des 19. Jahr­hun­derts. Sie kön­nen auch durch ei­nen Jim Crow-Ei­sen­bahn­wa­gon lau­fen, in dem einst die Sitz­plätze nach Ras­sen ge­trennt wa­ren.

Die höchst un­ge­wöhn­li­che Fas­sade mit ih­ren in­ein­an­der ver­schach­tel­ten Räu­men wirkt wie ein Me­tall­vor­hang in Blu­men­mus­ter. Ent­wor­fen wurde das Ge­bäude vom aus Ghana stam­men­den Ar­chi­tek­ten Da­vid Ad­jaye. Ge­plan­ter Er­öff­nungs­ter­min für das 19. Mu­seum der Smit­h­so­nian In­sti­tu­tion ist der 24. Sep­tem­ber 2016.

Wa­shing­ton, D.C. ist nicht nur die Haupt­stadt der Ver­ei­nig­ten Staa­ten von Ame­rika, son­dern zählt auch zu den be­deu­tends­ten Aus­stel­lungs­städ­ten welt­weit. Die Smit­h­so­nian In­sti­tu­tion ist der größte Mu­se­ums­kom­plex der Welt und fei­ert heuer gleich meh­rere Ju­bi­läen.

So be­geht das größte der 19 Smit­h­so­nian Mu­seen – das Na­tio­nal Air & Space Mu­seum – im Jahr 2016 sei­nen 40. Ge­burts­tag. Mit zehn Mil­lio­nen Be­su­chern jähr­lich ist es ei­nes der meist­be­such­ten Mu­seen der Welt. Aus­ge­stellt wer­den hier Mei­len­steine der Flie­ge­rei und der Welt­raum­for­schung – von der Flug­ma­schine der Ge­brü­der Wright über Charles Lind­berghs Flug­zeug „Spi­rit oft St. Louis“ bis zur Mond­lan­de­fähre der Apollo 11 Mis­sion.

Ein Ju­bi­läum fei­ert auch das Smit­h­so­nian Folklife Fes­ti­val, das in die­sem Jahr von 20. Juni bis 4. Juli und von 7. bis 10. Juli zum 50. Mal ver­an­stal­tet wird. Mehr als eine Mil­lion Be­su­cher kommt jähr­lich zu die­sem mul­ti­kul­tu­rel­len Fest auf der Na­tio­nal Mall. Ne­ben Kon­zer­ten, Thea­ter­auf­füh­run­gen und Work­shops prä­sen­tie­ren Kunst­hand­wer­ker ihr Kön­nen und es gibt Spei­sen aus al­ler Welt.

Die Na­tio­nal Gal­lery of Art kann 2016 auf eine 75-jäh­rige Ge­schichte zu­rück­bli­cken. Der West­flü­gel des aus zwei Kom­ple­xen be­stehen­den Ge­bäu­des, die un­ter­ir­disch ver­bun­den sind, wurde 1941 er­öff­net. Zum Ju­bi­läum soll auch der Ost­flü­gel, der seit 2014 re­no­viert wird, im Herbst wie­der­eröff­nen.

Das statt­li­che Her­ren­haus Tu­dor Place blickt im Jahr sei­nes 200. Ge­burts­ta­ges auf eine lange und ein­drucks­volle Ge­schichte zu­rück. Die stuck­ver­zierte, neo­klas­si­zis­ti­sche Villa mit groß­zü­gi­gem Park im Stadt­teil George­town wurde 1816 von der Stie­f­en­ke­lin Ge­orge Wa­shing­tons er­baut. Ein Groß­teil der Mö­bel stammt aus Mount Ver­non, dem Land­sitz der Wa­shing­tons.