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    magdas HOTEL: 22.000 Gäste und sechs Hochzeiten

    Das mag­das HOTEL in Wien hat sei­nen ers­ten Ge­burts­tag ge­fei­ert. Von der Ca­ri­tas der Erz­diö­zese Wien ins Le­ben ge­ru­fen, konnte das in vie­ler­lei Hin­sicht au­ßer­ge­wöhn­li­che Haus im letz­ten Jahr nicht we­ni­ger als 22.000 Gäste von al­len fünf Kon­ti­nen­ten be­grü­ßen.

    „Wir ha­ben das mag­das HOTEL vor ei­nem Jahr er­öff­net, um zu be­wei­sen, dass so­zia­les Han­deln und wirt­schaft­li­cher Er­folg kein Wi­der­spruch sein müs­sen. Dort, wo viele nur Pro­bleme or­ten – im Asyl- und In­te­gra­ti­ons­be­reich – ist die­ses Ho­tel vor al­lem auch ei­nes: eine Haus ge­wor­dene Lö­sung. Ein Ho­tel, das ge­rade auch in die­sen Ta­gen Mut macht“, zieht Klaus Schwert­ner, Ge­schäfts­füh­rer der Ca­ri­tas der Erz­diö­zese Wien, eine erste Bi­lanz.

    Der­zeit ar­bei­ten im mag­das HOTEL in der Lauf­berger­gasse am Rande des Pra­ters 20 Men­schen mit Flucht­hin­ter­grund ge­mein­sam mit zehn Ho­tel­pro­fis.

    „Die meis­ten un­se­rer Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter star­te­ten ohne Vor­kennt­nisse in der Ho­tel­le­rie und Gas­tro­no­mie. In­ten­si­ves Trai­ning on the Job be­glei­tet die täg­li­che Ar­beit, er­gänzt durch ex­terne Work­shops und Prak­tika in an­de­ren Be­trie­ben“, er­zählt Ga­briela Sonn­leit­ner, Ge­schäfts­füh­re­rin von mag­das So­cial Busi­ness: „Un­ser Ziel ist es, sie so gut aus­zu­bil­den, dass sie auch in je­dem an­de­ren Ho­tel oder Re­stau­rant in Ös­ter­reich be­stehen kön­nen.“

    Die Aus­las­tung des Hau­ses lag durch­schnitt­lich bei 55 Pro­zent. Nach ei­nem et­was mo­de­ra­ten An­lauf stie­gen die Bu­chungs­zah­len im Sep­tem­ber und Ok­to­ber dann auf knapp 80 Pro­zent. Be­son­ders gut an­ge­nom­men wur­den die Se­mi­nar­räum­lich­kei­ten und die Mög­lich­keit, im SALON und im Gar­ten al­ler­lei Feste zu fei­ern.

    „Viel Freude hat­ten wir mit sechs Hoch­zeits­ge­sell­schaf­ten. Nur der Nach­mit­tags­be­trieb im SALON könnte noch et­was bes­ser sein“, wünscht sich Sonn­leit­ner: „Die Spa­zier­gän­ger im Pra­ter ha­ben uns noch nicht wirk­lich ent­deckt. Wahr­schein­lich auch, weil wir auf der Haupt­al­lee keine Hin­weis­schil­der an­brin­gen dür­fen.“ Hier hofft Sonn­leit­ner noch auf ein Ein­len­ken der Be­hör­den. „Wir sind in Deutsch­land der­zeit be­kann­ter als im Grätzl“.

    Das Me­di­en­echo im ers­ten Jahr war je­den­falls über­wäl­ti­gend: Das mag­das HOTEL hatte BBC, CNN und Al Ja­ze­era ebenso zu Gast wie chi­ne­si­sche, me­xi­ka­ni­sche und ja­pa­ni­sche Jour­na­lis­ten. Zu­dem gab es viele Ge­sprä­che mit Or­ga­ni­sa­tio­nen, In­ves­to­ren und Tou­ris­ti­kern aus ganz Eu­ropa, die über­le­gen, ähn­li­ches in ih­ren Län­dern zu in­iti­ie­ren. „Das Ho­tel­kon­zept ist ziem­lich ein­zig­ar­tig auf die­ser Welt und be­weist, dass In­te­gra­tion ge­lin­gen kann, wenn man das Ge­mein­same vor das Tren­nende stellt“, be­tont An­to­nio Piani, ehe­ma­li­ger Flücht­ling und heute Haus­tech­ni­ker im Ho­tel.

    Das mag­das HOTEL funk­tio­niert da­bei wie je­des an­dere Ho­tel auch und be­kommt keine För­de­rung, die nicht auch je­dem an­de­ren Ho­tel zu Ver­fü­gung stünde.

    „Wir sind über alle gän­gi­gen Bu­chungs­platt­for­men buch­bar und das Feed­back der Gäste ist meist sehr gut. Be­son­ders her­vor­ge­ho­ben wird, dass wir eben kein her­kömm­li­ches Ho­tel sind: mehr Herz­lich­keit, mehr Wohl­­fühl-Er­­le­b­­nis, mehr Mensch­sein und das un­ge­wöhn­li­che De­sign – das ist es, was un­sere Gäste mö­gen“, so Sonn­leit­ner. Nicht zu­letzt hat das Ho­tel im ver­gan­ge­nen Jahr für das Up­­cy­cling-De­­sign auch den ös­ter­rei­chi­schen Staats­preis für De­sign er­hal­ten.

    mag­das wurde als So­cial Busi­ness Toch­ter der Ca­ri­tas der Erz­diö­zese Wien im April 2012 mit dem Ziel ge­grün­det, so­ziale Fra­gen dort, wo es sinn­voll und mög­lich er­scheint, un­ter­neh­me­risch zu lö­sen. Die­ser Ge­danke geht auf No­bel­preis­trä­ger Mu­ham­mad Yu­nus zu­rück: Die ma­g­das-Pro­­jekte tra­gen sich wirt­schaft­lich selbst und ihr obers­tes Un­ter­neh­mens­ziel bleibt die Lö­sung ei­nes so­zia­len Pro­blems – lang­zeit­ar­beits­lo­sen Per­so­nen, Men­schen mit Be­hin­de­rung oder mit Flucht­hin­ter­grund den Zu­gang zum Ar­beits­markt zu er­mög­li­chen. Ne­ben mag­das HOTEL gibt es heute auch die so­ge­nannte „mag­das Kan­tine“, ei­nen Spar­markt, der von und mit Men­schen mit Be­hin­de­rung ge­führt wird, und an­dere Pro­jekte mehr.

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