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Phuket: Wachsende Kritik an geplanter Öffnung für Tourismus

Thai­land will seine Gren­zen lang­sam wie­der für aus­län­di­sche Tou­ris­ten öff­nen. Als Pi­lot­pro­jekt hat die Re­gie­rung die Ur­laubs­re­gion Phu­ket aus­ge­wählt. Der Plan sieht eine vor­sich­tige, schritt­weise Öff­nung in vier Pha­sen vor, wie das deutsch­spra­chige Thai­land-Por­tal „Der Farang” be­rich­tet. Doch die Kri­tik im Land wächst – so­wohl bei pro­mi­nen­ten Ärz­ten als auch bei der lo­ka­len Be­völ­ke­rung.

In der ers­ten Phase ab Ok­to­ber die­ses Jah­ren sol­len nur Teil­neh­mer des „Phu­ket Longstay“-Programms nach Phu­ket ein­rei­sen dür­fen. Da­bei han­delt es sich um ein Pro­jekt für Auf­ent­halte von min­des­tens drei Mo­na­ten. In der zwei­ten Phase soll dann eine Öff­nung für Be­su­cher aus Län­dern mit ge­rin­gem Co­rona-Ri­siko fol­gen. Sie müs­sen al­ler­dings eine 14-tä­gige Qua­ran­täne in ei­nem Ho­tel ein­hal­ten, das sie in die­ser Zeit nur zwei­mal ver­las­sen dür­fen.

Phang Nga Bay (c) pixabay /​ En­gin Aky­urt

Die dritte Phase er­laubt die Ein­reise aus Staa­ten mit mä­ßi­gem Co­rona-Ri­siko. Auch hier ist eine 14-tä­gige Qua­ran­täne vor­ge­se­hen. Die vierte und letzte Phase der Wie­der­öff­nung sieht ei­nen Co­rona-Test bei der Ein­reise am Flug­ha­fen vor. Fällt die­ser ne­ga­tiv aus, dür­fen sich die Tou­ris­ten frei auf Phu­ket be­we­gen. Be­gin­nen soll diese Phase aber erst, wenn die Co­rona-Pan­de­mie welt­weit ein­ge­dämmt und ein Impf­stoff ver­füg­bar ist.

Doch trotz die­ses vor­sich­ti­gen Her­an­tas­tens wächst die Kri­tik an den Plä­nen der Re­gie­rung. Meh­rere pro­mi­nente Ärzte – dar­un­ter auch Be­ra­ter des Ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­ums – leh­nen laut „Der Farang” eine Öff­nung Thai­lands für Tou­ris­ten ent­schie­den ab. Sie ver­wei­sen auf die Bei­spiele von Neu­see­land, Aus­tra­lien und Hong­kong, die das Vi­rus zu­nächst un­ter Kon­trolle hat­ten, dann aber eine zweite Welle er­leb­ten.

Phu­ket (c) pixabay /​ Arek So­cha

Auch auf Phu­ket selbst wird die Kri­tik im­mer lau­ter, be­rich­tet „Der Farang”: Viele Ein­hei­mi­schen wün­schen, dass sich die Re­gie­rung auf die thai­län­di­schen Tou­ris­ten kon­zen­triert. Das würde kein Ri­siko ei­nes neu­er­li­chen Co­vid-19-Aus­bruchs in der Pro­vinz mit sich brin­gen. Sie for­dern da­her ein Re­fe­ren­dum über die Öff­nung Phu­kets für aus­län­di­sche Tou­ris­ten.

Tou­ris­mus­mi­nis­ter Pipat Rat­cha­kit­pra­karn ist in­zwi­schen auch schon ein Stück zu­rück ge­ru­dert: Der Plan der Re­gie­rung sei „falsch kom­mu­ni­ziert” wor­den, was zu Be­sorg­nis und Pro­tes­ten der lo­ka­len Be­völ­ke­rung ge­führt habe. Die Re­gie­rung habe je­doch nicht die Ab­sicht, „die Ein­hei­mi­schen zur An­nahme ih­res Plans zu zwin­gen”.

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