REISEWELT

Flug- oder Bahnausfall im Sturm: Das sind die Rechte der Passagiere

Das Sturm­tief „Sa­bine” sorgt der­zeit in halb Eu­ropa für Aus­fälle im Flug- und Bahn­ver­kehr. Viele be­trof­fene Pas­sa­giere ste­hen nun vor der Frage, wel­che Rechte sie im Sturm ha­ben. ÖAMTC-Ju­ris­tin Ve­rena Pron­eb­ner klärt auf.

Für Flug­rei­sende gilt: „Muss der Flug we­gen ei­nes Sturms an­nul­liert wer­den, be­steht wahl­weise An­spruch auf die Er­stat­tung des Ti­cket­prei­ses, eine al­ter­na­tive Be­för­de­rung zum Ziel­ort zum frü­hest­mög­li­chen Zeit­punkt oder auf Um­bu­chung auf ei­nen spä­te­ren Zeit­punkt”, weiß Ve­rena Pron­eb­ner.

Sturm Passagiere Rechte
(c) pixabay /​ Peggy & Marco Lach­mann-Anke

An­spruch auf eine Aus­gleichs­zah­lung be­steht hin­ge­gen nicht, weil es sich bei Sturm und Un­wet­ter laut EU-Flug­gast­rech­te­ver­ord­nung um „au­ßer­ge­wöhn­li­che Um­stände” han­delt. Diese kann die Flug­ge­sell­schaft nicht be­ein­flus­sen oder ver­hin­dern, auch wenn „alle zu­mut­ba­ren Maß­nah­men” er­grif­fen wur­den. Da­bei reicht al­ler­dings eine bloße Be­haup­tung der Air­line nicht aus – die au­ßer­ge­wöhn­li­chen Um­stände müs­sen nach­ge­wie­sen wer­den.

Auch Bahn­rei­sende ha­ben im Falle ei­ner An­nul­lie­rung auf­grund des Sturms die Wahl, wie sie wei­ter­rei­sen möch­ten: Ent­we­der tre­ten sie die kos­ten­freie Rück­fahrt an und be­an­tra­gen eine (an­tei­lige) Er­stat­tung des Fahr­prei­ses oder sie set­zen ihre Reise ohne zu­sätz­li­che Kos­ten und un­ter „ver­gleich­ba­ren Be­din­gun­gen” fort – so weit das mög­lich ist. Mög­lich ist auch, die Zug­reise auf ei­nen spä­te­ren Zeit­punkt in­ner­halb ei­nes an­ge­mes­se­nen Zeit­raums zu ver­schie­ben.

Betreuungsleistung und Bestätigung einfordern

Sturm Passagiere Rechte
(c) unsplash /​ Da­niel Lin­coln

„Un­ab­hän­gig vom Grund ei­ner An­nul­lie­rung – also auch wenn, diese auf au­ßer­ge­wöhn­li­che Um­stände zu­rück­zu­füh­ren ist – ha­ben Rei­sende An­spruch auf Be­treu­ungs­leis­tun­gen am Flug­ha­fen bzw. am Bahn­hof”, weiß die Ex­per­tin des Mo­bi­li­täts­clubs. Bis zur nächst­mög­li­chen Be­för­de­rung zum End­ziel (oder zu­rück zum Aus­gangs­punkt) muss die Flug­li­nie bzw. das Bahn­un­ter­neh­men Mahl­zei­ten und Ge­tränke zur Ver­fü­gung stel­len.

Falls er­for­der­lich, steht den Rei­sen­den au­ßer­dem ein kos­ten­lo­ses Ho­tel­zim­mer bzw. eine Ta­xi­fahrt zu – zum Bei­spiel beim Ver­pas­sen des letz­ten An­schluss­zu­ges. „Be­stehen Sie auf Ihre Ver­sor­gungs­leis­tun­gen und las­sen Sie sich von der Flug­ge­sell­schaft bzw. vom Bahn­un­ter­neh­men eine Be­stä­ti­gung über die Ver­spä­tung oder An­nul­lie­rung aus­stel­len”, rät die ÖAMTC-Ju­ris­tin.

Sind der Flug oder die Bahn­fahrt ein Teil ei­ner Pau­schal­reise, gel­ten die Rechte auf Be­treu­ungs­leis­tun­gen und Ent­schä­di­gun­gen eben­falls. „Au­ßer­dem kön­nen Pau­schal­rei­sende bei Flug­ver­spä­tun­gen oder An­nul­lie­run­gen even­tu­ell eine Rei­se­preis­min­de­rung vom Rei­se­ver­an­stal­ter ver­lan­gen, wenn der Ur­laub da­durch kür­zer als er­war­tet aus­fällt”, so Pron­eb­ner.

Um si­cher­zu­ge­hen, ob die Reise wie ge­plant statt­fin­den kann, soll­ten Pau­schal­rei­sende das Rei­se­büro oder den Ver­an­stal­ter kon­tak­tie­ren. Bei Fra­gen rund um das Thema Ver­spä­tung und An­nul­lie­rung bei Rei­sen ste­hen die Ju­ris­ten des Mo­bi­li­täts­clubs be­ra­tend zur Seite. Der Kon­takt zur ÖAMTC-Rechts­be­ra­tung ist un­ter www.oeamtc.at/recht zu fin­den.

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