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Die Reisen von Queen Elizabeth II: 120 Länder ohne Reisepass

Sie se­gelte weit mehr als eine Mil­lion Mei­len mit der kö­nig­li­chen Yacht, be­suchte 120 De­sti­na­tio­nen, über­nach­tete in ei­ni­gen der welt­weit ex­klu­sivs­ten Ho­tels und hat bis heute nicht ein­mal ei­nen Rei­se­pass – ihre Ma­jes­tät Queen Eliza­beth II. lastminute.de hat zu­sam­men mit der Royal-Ex­per­tin Kate Wil­liams das Log­buch der Mon­ar­chin ge­öff­net und so man­ches Ge­heim­nis ge­lüf­tet.

Königliche Kilometer – die zurückgelegten Meilen

Queen Eliza­beth II im Bahn­hof von Ti­maru in Neu­see­land /​ Jän­ner 1954 (c) Wiki­me­dia Com­mons /​ Ar­chi­ves New Zea­land

Als die am längs­ten re­gie­rende bri­ti­sche Mon­ar­chin al­ler Zei­ten hat die Queen im Zuge ih­rer roya­len Ver­pflich­tun­gen wahr­lich ei­ni­ges an Mei­len zu­rück­ge­legt. Al­lein in den ers­ten zwölf Mo­na­ten nach der Thron­be­stei­gung brachte es Queen Eliza­beth II auf 65.000 Ki­lo­me­ter, als sie auf ih­rer sechs­mo­na­ti­gen Com­mon­wealth-Reise von No­vem­ber 1953 bis Mai 1954 zwölf Län­der be­suchte.

Und das war erst der An­fang: Den ak­tu­ells­ten Schät­zun­gen zu­folge, ent­spre­chen die Ki­lo­me­ter, die die Queen bis dato zu­rück­ge­legt hat, rund 42 Rei­sen um den kom­plet­ten Glo­bus. Mehr als vier Jahr­zehnte – von 1953 bis 1997 – war da­bei die kö­nig­li­che Yacht „Bri­tan­nia“ die schwim­mende Re­si­denz ih­rer Ma­jes­tät. Im Laufe der Jahre se­gelte die Queen auf ihr weit mehr als eine Mil­lion Mei­len und be­suchte so­gar die Ka­ri­bik und Süd­afrika.

Königliche Geschenke – ein Zoo voller Überraschungen

Queen Eliza­beth II in Can­berra /​ Fe­bruar 1954 (c) Wiki­me­dia Com­mons /​ Na­tio­nal Li­brary of Aus­tra­lia

Wäh­rend sich im Ho­tel die „nor­ma­len“ Gäste an Gra­tis-Ba­de­schlap­fen und Pra­li­nen er­freuen, darf es bei der Queen gern ein we­nig ex­tra­va­gan­ter aus­fal­len, wenn es um den roya­len Will­kom­mens­gruß geht. Zu Be­such in Deutsch­land, gab es für Queen Eliza­beth II zum Bei­spiel gleich das ganze Bran­den­bur­ger Tor aus Mar­zi­pan und tat­säch­lich auch ein Öl­ge­mälde vom Bun­des­prä­si­den­ten.

Nicht ess­bar, da­für ebenso au­ßer­ge­wöhn­lich war eine mit pin­ken und ro­ten Fe­dern ver­zierte Frie­dens­pfeife, die Queen Eliza­beth II im Jahr 1973 auf ei­nem ih­rer Ka­nada-Be­su­che er­hielt und heute in der „Royal Collec­tion“ zu be­wun­dern ist. Auf ei­nem ih­rer Be­su­che in Ka­me­run wurde ihre Ma­jes­tät so­gar stolze Be­sit­ze­rin ei­nes Ba­bye­le­fan­ten na­mens „Jumbo“ und in Bra­si­lien über­reichte man ihr ein­mal zwei Faul­tiere.

Solch tie­ri­sche Ge­schenke gin­gen üb­ri­gens meist an den Lon­don Zoo. Zu den wei­te­ren eher selt­sa­men Will­kom­mens­prä­sen­ten ge­hör­ten un­ter an­de­rem eine aus schwar­zen Ko­ral­len ge­fer­tigte Skulp­tur ei­nes Corgi (der Queen liebs­ter Hund) wäh­rend ei­nes Be­suchs auf Grand Ca­y­man, ein Eis­ho­ckey­tri­kot aus Ka­nada und echte Cow­boy­stie­fel wäh­rend ei­ner USA-Reise.

Besuchte Länder – am liebsten in Deutschland

Queen Eliza­beth II auf Cocos Is­lands /​ April 1954 (c) Wiki­me­dia Com­mons /​ Na­tio­nal Li­brary of Aus­tra­lia

Seit ih­rer Krö­nung im Jahre 1953 be­reiste Queen Eliza­beth II durch­schnitt­lich zwei Län­der pro Jahr. Mit ins­ge­samt 120 De­sti­na­tio­nen be­suchte sie also bis jetzt mehr als 60 Pro­zent des ge­sam­ten Glo­bus (196 Län­der ins­ge­samt). Ihre wohl le­gen­därs­ten Jet­set­ter-De­ka­den wa­ren da­bei die 1970er- und 1980er-Jahre. Al­lein im Jahr 1979 be­suchte ihre Ma­jes­tät auf ih­rer Reise durch den Mitt­le­ren Os­ten sechs Län­der in nur zwei Mo­na­ten.

Dau­er­bren­ner un­ter den roya­len Lang­stre­cken­zie­len war Ka­nada. Ganze 25 Mal durf­ten sich die Ka­na­dier über kö­nig­li­chen Be­such freuen. Wenn es um Kurz­stre­cken­ziele ging, wuch­sen ih­rer Ma­jes­tät vor al­lem Deutsch­land, Frank­reich und Ita­lien ans Herz. Die Queen be­suchte Ita­lien fünf­mal und war die erste bri­ti­sche Mon­ar­chin, die den Papst traf – das war 1961.

Deutsch­land war mit sie­ben Be­su­chen eu­ro­pa­weit das be­lieb­teste Land von Queen Eliza­beth II. So wur­den wäh­rend ei­nes Be­suchs der Queen in Frank­furt auch schon ein­mal 300 Me­ter Kopf­stein­pflas­ter kur­zer­hand mit Tep­pich ab­ge­deckt. Spa­nien hin­ge­gen – im­mer­hin ei­nes der liebs­ten Rei­se­ziele der Bri­ten – war eher kein roya­ler Rei­se­fa­vo­rit. Dort­hin ver­schlug es ihre Ma­jes­tät le­dig­lich 1988 – und seit­dem nicht noch ein­mal.

Hotel, Zug und Flug – Bed & Breakfast nicht ausgeschlossen

Queen Eliza­beth II in Den Haag /​ März 1958 (c) Wiki­me­dia Com­mons /​ Her­bert Beh­rens /​ Anefo /​ Na­tio­naal Ar­chief

Eine Menge Kü­chen­per­so­nal, Kis­sen mit Spit­zen­be­satz und ein strik­tes „Ru­ckel­ver­bot“ wäh­rend der roya­len Ba­de­zeit um 7.30 Uhr mor­gens – so reiste es sich mit der kö­nig­li­chen Bahn. „Pri­vat­jet vor Li­ni­en­flug“ lau­tete das royale Motto hin­ge­gen über den Wol­ken und so ist Queen Eliza­beth II wohl eine Mon­ar­chin, die nie­mals Mon­arch flie­gen würde.  Nichts­des­to­trotz nutzte sie auch Li­ni­en­flüge, als diese mit der Zeit im­mer be­lieb­ter wur­den. So ging es 1977 per Li­ni­en­flug in die USA – na­tür­lich mit der Con­corde.

Wie man sich bet­tet, so liegt man. Die Queen tat das am liebs­ten in Fünf-Sterne-Ho­tels. Ei­nige die­ser Lu­xus­her­ber­gen wa­ren das Raff­les Ho­tel in Sin­ga­pur, das Ah­wah­nee Ho­tel in Yo­se­mite (dort buchte ihre Ma­jes­tät im Jahr 1983 so­gar das kom­plette Ho­tel), das Fair­mont Royal in To­ronto, das Phoe­ni­cia auf Malta, das St. Re­gis in Wa­shing­ton und das Wal­dorf As­to­ria in New York im Jahr 1957.

Bei all dem Lu­xus war sich die Queen je­doch nicht zu schade, auch in deut­lich „ir­di­sche­ren“ Un­ter­künf­ten zu näch­ti­gen. Als ihre Ma­jes­tät im Jahr 1981 nahe Bris­tol in ei­nen Schnee­sturm ge­riet, musste sie Zu­flucht in ei­ner ein­fa­chen Pen­sion su­chen. Der leicht ein­ge­schüch­terte Ho­tel­ma­na­ger gab ihr dar­auf­hin gleich seine kom­plette Woh­nung im Ober­ge­schoss.

Resümee: Das Reisefieber fließt im blauen Blut

Queen Eliza­beth II in Chile /​ Jän­ner 1968 (c) Wiki­me­dia Com­mons /​ Bi­blio­teca del Con­greso Na­cio­nal

„Un­sere Un­ter­su­chung of­fen­bart ein be­ein­dru­cken­des Reise-Le­ben, das wahr­schein­lich nicht so viele wei­tere Mon­ar­chen ge­nos­sen ha­ben. Die Queen ist de­fi­ni­tiv auf gro­ßem Fuß ge­reist und hat keine Mög­lich­keit aus­ge­las­sen, im Zuge ih­rer roya­len Ver­pflich­tun­gen eine wirk­lich be­ein­dru­ckende Zahl an Län­dern zu be­su­chen“, re­sü­miert Fa­bio Can­na­vale, CEO der lastminute.com group.

Länder, die von der Queen besucht wurden

Abu Dhabi, Aden (heute Je­men), Al­ge­rien, An­guilla, An­ti­gua, Äthio­pien, Aus­tra­lien, Ba­ha­mas, Ban­gla­desh, Bar­ba­dos, Bel­gien, Be­lize, Ber­muda, Bots­wana, Bra­si­lien, Bri­tisch-Gua­yana, Bri­tish So­lo­mon Is­lands (vor 1975), Bri­tish Vir­gin Is­lands, Bru­nei, Ca­y­man Is­lands, Cey­lon (heute Sri Lanka), Chile, China, Cocos Is­land, Cook Is­lands, Dä­ne­mark, Deutsch­land, Do­mi­nica, Est­land, Fiji, Finn­land, Frank­reich, Gam­bia, Ghana, Gi­bral­tar, Gre­nada, Gu­yana, Hong­kong, Is­land, In­dien, In­do­ne­sien, Iran, Ir­land, Ita­lien, Ja­maika, Ja­pan, Jor­da­nien, Ju­go­sla­wien, Ka­nada, Ke­nia, Ki­ri­bati, Ku­wait, Lett­land, Li­be­ria, Liech­ten­stein, Li­tauen, Lu­xem­burg, Ma­lawi, Ma­lay­sia, Ma­le­di­ven, Malta, Mau­ri­tius, Me­xiko, Monts­er­rat, Ma­rokko, Mo­sam­bik, Na­mi­bia, Nauru, Ne­pal, Nie­der­lande, Neue He­bri­den, Neu­see­land, Ni­ge­ria, Nor­folk Is­land, Nor­we­gen, Oman, Ös­ter­reich, Pa­ki­stan, Pa­pua-Neu­gui­nea, Po­len, Por­tu­gal, Qa­tar, Russ­land, Sam­bia, Sa­moa, Saudi-Ara­bien, Schwe­den, Schweiz, Sey­chel­len, Si­erra Leone, Sim­babwe, Sin­ga­pur, Slo­wa­kei, Slo­we­nien, So­lo­mon Is­lands (nach 1975), Süd­afrika, Süd­ko­rea, Spa­nien, Sri Lanka, St. He­lena, St. Kitts & Ne­vis, St. Lu­cia, St. Vin­cent, Su­dan, Tan­sa­nia, Thai­land, Tonga, Tri­ni­dad & To­bago, Tsche­chien, Tu­ne­sien, Tür­kei, Turks & Cai­cos, Tuvalu, Uganda, Un­garn, USA, Va­ti­kan, Ver­ei­nigte Ara­bi­sche Emi­rate, Zy­pern

Queen Eliza­beth II im Jahr 2015 (c) Wiki­me­dia Com­mons /​ Joel Rouse (Mi­nis­try of De­fence) & na­gu­al­de­sign
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