Eigent­lich wollte Venedig bereits ab 1. Mai 2019 von allen Tages­tou­risten eine Ein­tritts­ge­bühr ver­langen. Nun hat die Stadt  den Start­termin auf 1. Sep­tember 2019 ver­schoben. Gründe dafür wurden nicht genannt, aber ver­mut­lich gestaltet sich die Umset­zung doch schwie­riger als zunächst ange­nommen.

Fest steht inzwi­schen, dass alle Tages­tou­risten zwi­schen dem 1. Sep­tember und dem 31. Dezember 2019 eine Gebühr in der Höhe von 3 Euro ent­richten müssen. Ab 1. Jänner 2020 wird dieser Betrag dann auf 6 Euro ver­dop­pelt. Die Maß­nahme gilt dabei nicht nur für Venedig selbst, son­dern auch für alle anderen Inseln der Lagune – wie zum Bei­spiel Murano oder Burano.

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Aller­dings will die Stadt­ver­wal­tung die Ein­tritts­ge­bühr ab 2020 an den Besu­cher­an­drang anpassen: An soge­nannten „grünen Tagen”, an denen nur ein begrenzter Zustrom zu erwarten ist, wird sie wei­terhin 3 Euro betragen. An „roten Tagen” mit einem kri­ti­schen Zustrom sind es 8 Euro und an „schwarzen Tagen” mit außer­ge­wöhn­li­chen Besu­cher­zahlen 10 Euro. Für das Jahr 2020 sollen diese Tage bis zum 30. Juni 2019 fest­ge­legt werden.

Bezahlen müssen die Tages­tou­risten die Ein­tritts­ge­bühr direkt bei den Ver­kehrs­mit­teln, mit denen sie in die Lagu­nen­stadt kommen – also den Eisen­bahn-, Bus- und Taxi­un­ter­nehmen oder den Ree­de­reien, wenn sie mit Kreuz­fahrt­schiffen oder Fähren anreisen. Dar­über hinaus hat die Stadt­ver­wal­tung auch die Mög­lich­keit, direkt zu kas­sieren.

Von der Gebühr aus­ge­nommen sind nur Hotel­gäste, denn sie ent­richten bereits wie in vielen Städten und Regionen eine Orts­taxe. Mit den Ein­nahmen möchte Venedig vor allem Rei­ni­gungs­maß­nahmen bezahlen, die durch die Tou­ris­ten­massen not­wendig werden. Sie kosten der Stadt der­zeit rund 41 Mil­lionen Euro pro Jahr. Auch die Instand­hal­tung der Ufer, Gassen und Brü­cken und des kul­tu­rellen Erbes soll teil­weise damit finan­ziert werden.