Olivenöl Ipša aus Istrien (c) Frank Heuer

„Flos Olei 2019“: Istrien ist die beste Olivenölregion der Welt

Die ita­lie­ni­sche Oli­venöl-Bi­bel „Flos Olei“ hat für ihre neue Aus­gabe 2019 wie­der die 500 bes­ten Oli­ven­öle der Welt er­mit­telt. Nicht we­ni­ger als 75 stam­men da­bei aus Is­trien. Da­mit wurde die kroa­ti­sche Adria-Halb­in­sel be­reits zum vier­ten Mal in Folge zur bes­ten Oli­ven­öl­re­gion der Welt ge­kürt.

Ins­ge­samt hat die in­ter­na­tio­nale Jury des „Flos Olei“ in die­sem Jahr 800 Ex­tra-Ver­gine-Pro­dukte aus 52 Län­dern ge­tes­tet. Am Ende wur­den 75 Pro­du­zen­ten aus Is­trien in die Top-500 der Welt auf­ge­nom­men – mehr als aus je­der an­de­ren Her­kunfts­re­gion.

Ve­li­mir Ju­rić, Mla­den Ko­ci­jančič und Mar­tin Mi­las (c) Oleum Ma­ris

Im ab­so­lu­ten Spit­zen­feld eta­blier­ten sich ein­mal mehr die vier Top-Pro­du­zen­ten Be­lić (Olea B.B.), Ipša, Zu­bin und Mate mit je­weils 97 von 100 mög­li­chen Punk­ten, wo­bei eine Be­wer­tung ab 90 Punk­ten be­reits „Ex­tra­klasse“ be­deu­tet. Ve­li­mir Ju­rić, Mla­den Ko­ci­jančič und Mar­tin Mi­las ist es so­gar ge­lun­gen, das „Oio Vivo” ih­rer auf­stre­ben­den Ma­nu­fak­tur „Oleum Ma­ris” bei Bale un­ter den 20 bes­ten Ölen der Welt zu plat­zie­ren.

Is­trien knüpft da­mit an eine alte Tra­di­tion an: Schon vor mehr als 2.000 Jah­ren galt das Oli­venöl der Re­gion als Gold-Stan­dard der da­mals be­kann­ten Welt. Ein als per­fekt ein­ge­stuf­tes Pro­dukt, an des­sen Qua­li­tät alle an­de­ren Oli­ven­öle des Rö­mi­schen Reichs ge­mes­sen wur­den. Weil für die Macht­ha­ber in Rom nur das Beste auf den Tisch kam, war die Re­gion um Fažana auch für ihre Am­pho­ren-Ma­nu­fak­tu­ren be­kannt.

Ty­pisch Is­trien: Oli­ven­baum auf ro­ter Erde (c) TVB Is­trien /​ Mar­kus Has­lin­ger

Nach dem Nie­der­gang im letz­ten Jahr­hun­dert er­folgte ab den 1990er-Jah­ren eine in­ten­sive Neu-Aus­pflan­zung und Re­kul­ti­vie­rung al­ter Ter­ras­sen, so­dass die Halb­in­sel heute rund 1,6 Mil­lio­nen Oli­ven­bäume zählt. Das ist zwar im­mer noch nicht viel, wenn man an die rund 300 Mil­lio­nen Oli­ven­bäume in Spa­nien denkt – das Motto „Klasse statt Masse” liegt Is­tri­ens ehr­gei­zi­gen Bau­ern und Öl­müh­len­be­trei­bern aber of­fen­bar im Blut.

Heute ist das is­tri­sche Öl je­den­falls (wie­der) Welt­klasse – und das liegt nicht zu­letzt auch an der geo­gra­fi­schen Lage. Das küh­lere Klima trägt we­sent­lich zu Aro­men­bil­dung, Fi­nesse und ei­nem aus­ge­wo­ge­ne­ren An­teil an Fett­säu­ren bei. Wie der Gar­da­see, an des­sen Ufern eben­falls Spit­zenöl pro­du­ziert wird, liegt die Halb­in­sel auf dem 46. Brei­ten­grad – und da­mit im nörd­lichs­ten An­bau­ge­biet für Oli­venöl.

Erst­klas­si­ges Oli­venöl von Olea B.B. (c) TVB Is­trien

Eine wei­tere Ba­sis des heu­ti­gen Er­folgs sind die um­fang­rei­chen Wei­ter­bil­dun­gen bei in­ter­na­tio­na­len Top-Pro­du­zen­ten und hohe In­ves­ti­tio­nen in mo­derne Tech­nik. Ge­ern­tet wer­den die Früchte grund­sätz­lich im Rei­fe­mix, weil voll­reife Oli­ven zwar mehr, aber auch ein­tö­ni­ge­res Öl er­ge­ben wür­den. Ge­le­sen wird fast im­mer per Hand, ge­presst mög­lichst scho­nend noch am Tag der Ernte.

Dass im­mer mehr Oli­ven­plan­ta­gen in Is­trien bio­lo­gisch be­wirt­schaf­tet wer­den, be­stä­tigt die Qua­li­täts­phi­lo­so­phie der Bau­ern. Im Zuge der jahr­hun­der­te­lan­gen Kul­ti­vie­rung von Oli­ven­bäu­men ent­wi­ckelte sich auf der Halb­in­sel eine span­nende Sor­ten­viel­falt, die per­fekt zum Ter­roir passt. Mehr als ein Dut­zend au­to­chthone und ebenso viele im­por­tierte Oli­ven­sor­ten bil­den eine un­ver­sieg­bare Fund­grube für Fans, die im­mer wie­der Neues ent­de­cken kön­nen. Nicht zu­letzt er­öff­nen sich da­durch krea­ti­ven Kö­chen auch un­zäh­lige Mög­lich­kei­ten.

Tedi und Sandi Chia­va­lon aus Vodnjan (c) Chia­va­lon

Ei­nen ganz be­son­de­ren Stel­len­wert in­ner­halb die­ser neue Öl­szene ha­ben die Brü­der Sandi und Tedi Chia­va­lon aus Vodnjan. Sandi be­gann schon als Ju­gend­li­cher, Öl zu pro­du­zie­ren. Noch in ganz klei­nen Men­gen, aber in solch ho­her Qua­li­tät, dass der Name Chia­va­lon un­ter Ken­nern bald Kult­sta­tus hatte.

Mitt­ler­weile ist dar­aus ein Fa­mi­li­en­be­trieb ge­wor­den, der welt­weit bei De­gus­ta­tio­nen für Fu­rore sorgt und so ne­ben­bei ver­schie­denste De­sign­preise für die ex­tra­va­gan­ten Ge­stal­tun­gen der Fla­schen ge­winnt. Gut zu wis­sen: Chia­va­lon-Öle sind jetzt auch für Pri­vat­kun­den in Deutsch­land und Ös­ter­reich un­ter www.weinhandelshaus.at be­stell­bar.