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Musik & Party: Das sind die Top 10 der Festivals in Europa

Aus­ge­las­sene Par­ty­stim­mung, ein un­ver­gleich­li­ches Ge­mein­schafts­ge­fühl und Mu­sik, die be­wegt: Um die Top 10 der Fes­ti­vals in Eu­ropa für das Jahr 2019 zu er­mit­teln, hat Tra­vel­cir­cus ins­ge­samt 108 Ver­an­stal­tun­gen ge­nauer un­ter die Lupe ge­nom­men, die mehr als 10.000 Be­su­cher ver­zeich­nen.

Pol’and’Rock

Be­reits seit 1995 lässt das Pol’and’Rock in der Nähe von Kostrzyn nad Odrą in Po­len die Mas­sen un­ter dem Motto „Liebe, Freund­schaft und Mu­sik” aus­ge­las­sen tan­zen und fei­ern. Ur­sprüng­lich wurde das Fes­ti­val ins Le­ben ge­ru­fen, um sich bei Men­schen zu be­dan­ken, die die pol­ni­sche Kran­ken­ver­sor­gung fi­nan­zi­ell un­ter­stüt­zen. Mitt­ler­weile ist das Fes­ti­val je­doch für alle Mu­sik­lieb­ha­ber zu­gäng­lich.

Als Non-pro­fit-Event sind die drei Tage Mu­sik, Party und Cam­ping kom­plett kos­ten­frei. Kein Wun­der also, dass jähr­lich rund 750.000 Be­su­cher den Weg zum Fes­ti­val­ge­lände su­chen – so viel wie bei kei­nem an­de­ren Open Air in Eu­ropa. Die ge­samte Ver­an­stal­tung wird von der pol­ni­schen Wohl­tä­tig­keits­or­ga­ni­sa­tion „Wie­lka Or­kie­s­tra Świą­tecz­nej Po­mocy” be­zahlt.

Von 1995 bis 2017 rockte das Fes­ti­val un­ter dem Na­men „Przy­st­anek Wood­stock” – zu Deutsch „Hal­te­stelle Wood­stock”. Seit 2018 trägt es aber den Na­men „Pol’and’Rock”. Die 25. Auf­lage fin­det von 1. bis 3. Au­gust 2019 statt und be­glückt die Oh­ren mit Rock, In­die und Al­ter­na­tive bei rund 100 Acts auf vier Büh­nen. Wa­ren in den letz­ten Jah­ren Bands wie Die To­ten Ho­sen, Ju­das Priest und Goo Goo Dolls zu Gast, ro­cken 2019 un­ter an­de­rem Ziggy Mar­ley und Ava­tar die Main-Stage.

Creamfields

Im Jahr 1998 ging das Cream­fields erst­mals als Ein-Ta­ges-Fes­ti­val in Dares­bury bei Li­ver­pool an den Start. Mitt­ler­weile hat es sich zu ei­nem der welt­weit größ­ten Electro‑, Techno- und Dance Mu­sic-Fes­ti­vals ent­wi­ckelt und auch Ab­le­ger in Aus­tra­lien, Ar­gen­ti­nien und Bra­si­lien eta­bliert.

Jähr­lich las­sen sich bis zu 70.000 Be­su­cher von den pul­sie­ren­den Beats und schnel­len Rhyth­men tra­gen. In mehr als 200 Büh­nen­shows be­kom­men sie so­wohl be­rühmte DJs und Live-Acts als auch span­nende New­co­mer auf die Oh­ren. 2019 ge­hö­ren Swe­dish House Ma­fia, Deadmau5 und The Che­mi­cal Bro­thers zu den Head­linern. Das Cream­field kann aber weit­aus mehr als Mu­sik: Mit 440.500 Hash­tags auf In­sta­gram ist es auch das fo­to­gens­tes Fes­ti­val Eu­ro­pas.

Sziget Festival

Eine ganze Wo­che dem All­tag ent­flie­hen und sich von der Mu­sik trei­ben las­sen? Das geht am bes­ten auf dem Szi­get Fes­ti­val in Bu­da­pest. Rund 400.000 Be­su­cher zieht es je­des Jahr auf die Do­nau-Werft­in­sel Óbuda im Her­zen der un­ga­ri­schen Haupt­stadt. Da­mit ist das Fes­ti­val nicht nur ei­nes der längs­ten sei­ner Art, son­dern gleich­zei­tig das zweit­größte in Eu­ropa.

„Szi­get” be­deu­tet auf Deutsch „In­sel”. Da­mit be­schreibt der Ti­tel per­fekt die Men­ta­li­tät des Fes­ti­vals, das jähr­lich rund 100 Künst­ler auf die Büh­nen bringt. Haupt­säch­lich wer­den Rock, In­die und Al­ter­na­tive ge­bo­ten, aber auch Acts aus Hip Hop- und Pop-Mu­sik be­geis­tern die Mas­sen. Ne­ben Pink, Muse und Bas­tille brach­ten schon Pla­cebo und Ima­gine Dra­gons die Zu­schauer zum Ju­beln. 2019 be­geis­tern Foo Figh­ters, Ed Sheeran und Twenty One Pi­lots als Head­liner.

Zwar wirkt der Ti­cket­preis von 342 Euro zu­nächst nicht ganz güns­tig – in An­be­tracht der Länge des Fes­ti­vals ist er je­doch durch­aus an­ge­bracht. Auf sie­ben Tage ge­rech­net, er­gibt sich ein Ta­ges­preis von 48,86 Euro, wo­mit das Szi­get Fes­ti­val im eu­ro­päi­schen Durch­schnitt liegt.

Summerjam

Seit 34 Jah­ren bringt das Sum­mer­jam Fes­ti­val in Köln die bes­ten Live-Acts aus der Hip-Hop‑, Reg­gae- und Dance­hall-Szene auf die Bühne. Künst­ler wie Shaggy, Seeed, Mar­te­ria und Ziggy Mar­ley – Sohn von Reg­gae-Le­gende Bob Mar­ley – be­spiel­ten be­reits das Fes­ti­val und er­freu­ten da­bei bis zu 30.000 Zu­schauer.

Die Viel­falt der Mu­si­ker sorgt für ein ge­nera­tio­nen­über­grei­fen­des Pu­bli­kum. Im letz­ten Jahr wa­ren mehr als 50 Live-Acts auf zwei Haupt­büh­nen zu se­hen. Für 2019 sind bis­her 21 Künst­ler des Line-Ups be­kannt ge­ge­ben wor­den – dar­un­ter Cy­press Hill, Bo­nez MC & RAF Ca­mora so­wie Max Herre.

Seit 2006 fin­det das Sum­mer­jam je­des Jahr un­ter ei­nem an­de­ren Motto statt. 2019 lau­tet es „A Way of Life”. Mu­sik­lieb­ha­ber müs­sen da­bei nicht allzu tief in die Ta­sche grei­fen: Drei Tage Fes­ti­val in­klu­sive Cam­ping kos­ten 139 Euro, was ei­nem Ta­ges­preis von 46,33 Euro ent­spricht. Da­mit liegt das Sum­mer­jam un­ter dem eu­ro­päi­schen Durch­schnitt von 46,95 Euro.

Lowlands

60.000 Be­su­cher, 250 Acts, 12 Büh­nen: Das Low­lands Fes­ti­val in Bidding­hui­zen be­geis­tert mit dem Bes­ten aus Rock, Pop und Hip Hop. So­wohl welt­be­rühmte Head­liner als auch viel­ver­spre­chende New­co­mer fas­zi­nie­ren das Pu­bli­kum je­des Jahr mit ih­rem Sound und sor­gen für aus­ge­las­sene Stim­mung.

Auch 2019 dür­fen sich „Low­lan­der” wie­der auf ein breit ge­fä­cher­tes Line-Up freuen – un­ter an­de­rem mit Twenty One Pi­lots, A$AP Ro­cky, The Na­tio­nal und Royal Blood. Das Low­lands fei­erte üb­ri­gens be­reits 1993 seine Pre­miere und ge­hört da­mit zu den al­ten Fes­ti­val-Ha­sen. Über die Jahre rock­ten bei­spiels­weise Arc­tic Mon­keys, Go­ril­laz und Skrillex die Büh­nen im nie­der­län­di­schen Mu­sik-Pa­ra­dies. Die Be­su­cher dür­fen sich also noch auf ei­nige Über­ra­schun­gen ge­fasst ma­chen.

Rototom Sunsplash

Will­kom­men auf dem größ­ten Reg­gae-Fes­ti­val der Welt: Je­des Jahr zieht das Ro­to­tom Sunsplash rund 260.000 Be­su­cher in sei­nen Bann. Auf der Bühne sor­gen etwa 150 Bands, So­lo­künst­ler und So­und­sys­tems ganze sie­ben Tage lang für beste Un­ter­hal­tung. Ur­sprüng­lich war das Fes­ti­val in Parco del Ri­vel­lino in Ita­lien be­hei­ma­tet. Mitt­ler­weile hat es sich je­doch im spa­ni­schen Be­nicàs­sim an­ge­sie­delt.

Beim Ro­to­tom Sunsplash steckt die Mu­sik be­reits im Na­men: „Ro­to­tom” soll den mar­kan­ten Trom­mel­sound wi­der­spie­geln, der bei vie­len Reg­gae-Hits eine zen­trale Rolle ein­nimmt. 2018 stan­den Acts wie Ben Har­per, Fat Freddy’s Drop und Groun­da­tion auf der Bühne. In die­sem Jahr ma­chen es die Ver­an­stal­ter hin­ge­gen span­nend: Bis­her ist das Line-Up 2019 Top-Se­cret. Da­für fällt der Ta­ges­preis mit 33,57 Euro re­la­tiv güns­tig aus.

Roskilde Festival

Ros­kilde Fes­ti­val – das steht für Mu­sik, Party und Ge­mein­schaft in Dä­ne­mark. Bes­ter Be­weis da­für sind die 130.000 Be­su­cher so­wie die 25.000 frei­wil­li­gen Mit­ar­bei­ter, die dem Open Air je­des Jahr er­neut Le­ben ein­hau­chen. 1971 fei­erte das Fes­ti­val seine Pre­miere und ge­hört da­mit zu den äl­tes­ten sei­ner Art. Zu­dem ist es mit ei­ner Dauer von gan­zen acht Ta­gen auch das längste Fes­ti­val Eu­ro­pas.

Bei ei­nem Ti­cket­preis von 285,21 Euro er­gibt sich ein Ta­ges­preis von 35,65 Euro, wo­mit die Mu­sik­ver­an­stal­tung weit un­ter dem eu­ro­päi­schen Preis­durch­schnitt liegt. Lo­bens­wert: Je­des Jahr ruft das Ros­kilde Fes­ti­val zu Spen­den auf, die Or­ga­ni­sa­tio­nen wie Ärzte ohne Gren­zen, Am­nesty In­ter­na­tio­nal und den WWF un­ter­stüt­zen. Durch die Groß­zü­gig­keit der Be­su­cher kom­men da­bei Sum­men von bis zu 13 Mil­lio­nen Euro zu­stande.

Von Pop, Rock und Me­tal über Hip Hop bis hin zu Elec­tro­nic – auf dem Ros­kilde gibt es nichts, das es nicht gibt. 180 Shows sor­gen je­des Jahr für Par­ty­stim­mung. 2019 war­ten auf die Be­su­cher in­ter­na­tio­nale Künst­ler wie The Cure und Tra­vis Scott, aber auch skan­di­na­vi­sche Mu­si­ker wie Alma und Scar­let Plea­sure.

Hellfest

Das Hell­fest in Frank­reich ent­führt seine Be­su­cher in eine ganz ei­gene Welt: So­bald sie die ma­jes­tä­ti­schen Tore durch­que­ren, ist es Zeit für Party und Ent­span­nung, Son­nen­schein und Re­gen­tanz so­wie harte Riffs und herz­zer­rei­ßende Me­lo­dien vor ei­ner atem­be­rau­ben­den Ku­lisse nahe der West­küste des Lan­des.

Mehr als 150 Acts aus Me­tal, Hard Rock und Punk zie­hen jähr­lich 110.000 Be­su­cher nach Clis­son nahe Nan­tes. Wa­ren es über die Jahre be­reits Bands wie Air­bourne, Mis­fits, Motör­head, Slayer und Park­way Drive, die die Me­tal­heads zum Fei­ern brach­ten, sor­gen 2019 un­ter an­de­rem ZZ Top, Kiss, Ar­chi­tects und Drop­kick Mur­phys für Head­ban­gen.

Reading Festival

Im Jahr 1961 machte das Rea­ding Fes­ti­val als Jazz Fes­ti­val seine ers­ten Schritte. Ab 1971 ent­wi­ckelte sich die mu­si­ka­li­sche Ge­sin­nung dann aber im­mer wei­ter in Rich­tung Blues, Rock und Me­tal. Eta­blierte Pop-Acts wie Bon­nie Ty­ler und Star­s­hip sag­ten den Be­su­chern hin­ge­gen nicht zu, wes­halb in den 1990er-Jah­ren wie­der­holt auf här­tere Mu­sik ge­setzt wurde. Vor al­lem Nir­vana und Blur gin­gen in die Ge­schichte des Rea­ding Fes­ti­vals ein.

Noch heute lässt sich das Genre des Open Airs eher als ge­mischt be­schrei­ben. In die­sem Jahr dür­fen sich die rund 80.000 Be­su­cher un­ter an­de­rem auf The 1975, Twenty One Pi­lots, Foo Figh­ters, PVRIS und Bas­tille freuen. Al­ler­dings ist das Fes­ti­val in der Nähe von Lon­don mit ins­ge­samt 254,77 Euro recht teuer – bei ei­ner Dauer von drei Ta­gen zah­len die Be­su­cher pro Tag im­mer­hin fast 85 Euro. Wer den Nor­den von Groß­bri­tan­nien be­vor­zugt, kann üb­ri­gens statt des Rea­ding Fes­ti­vals ein­fach das Leeds Fes­ti­val be­su­chen – seit 1999 be­geis­tern die Zwil­linge durch iden­ti­sche Line-Ups.

Wacken Open Air

Das be­schau­li­che Dorf Wa­cken in Schles­wig-Hol­stein zählt selbst nicht ein­mal 2.000 Ein­woh­ner – und doch pil­gern seit 1990 jähr­lich bis zu 75.000 Me­tal­heads in die kleine Ge­meinde, um ei­nes der größ­ten Me­tal- und Hard-Rock-Fes­ti­vals der Welt zu be­su­chen. Ne­ben Me­tal-Queen Doro Pesch rock­ten be­reits Le­gen­den wie Böhse On­kelz, Motör­head, Slayer, Ramm­stein und Iron Mai­den die Büh­nen von Wa­cken.

In die­sem Jahr kön­nen sich die Be­su­cher auf rund 200 Live-Acts freuen – 94 von ih­nen sind be­reits be­stä­tigt. Un­ter an­de­rem dür­fen Me­tal-Lieb­ha­ber ih­ren Kopf zu Air­bourne, Bul­let for My Va­len­tine und Sub­way to Sally ban­gen. Aus­ge­wählte Kon­zerte des Wa­cken Open Air fin­den üb­ri­gens in der ört­li­chen Kir­che von Wa­cken statt. Für drei Tage Fes­ti­val müs­sen Wa­cken-Be­su­cher zwar ganze 221 Euro hin­blät­tern. Der Ta­ges­preis von 73,67 Euro liegt also deut­lich über dem eu­ro­päi­schen Durch­schnitt. Trotz­dem sind die Ti­ckets je­des Jahr in­ner­halb von Mi­nu­ten aus­ver­kauft.

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