Fleisch aus der Dose, Chilli in der Wüste, Gur­ken­wasser auf Brü­cken und gigan­ti­sche Eier­speisen in der Südsee: Food-Fes­ti­vals erfreuen sich immer grö­ßerer Beliebt­heit. Aber diese Fei­er­lich­keiten in Neu­ka­le­do­nien, Pitts­burgh, Flo­rida, Texas, Georgia und Hawaii sind doch etwas anders – und irgendwie auch ein wenig ver­rückt.

1Hawaii: Dosenfleisch als Gaumenschmaus

SPAM Jam Hawai’i (c) Hawai‘i Tou­rism Aut­ho­rity /​ Kirk Lee Aeder

Hawaii kann mit rund sieben Mil­lionen Dosen SPAM den höchsten Konsum der gesamten USA vor­weisen. Das Früh­stücks­fleisch wurde im Zweiten Welt­krieg auf Hawaii zur beliebten Mahl­zeit, da es nicht gekühlt werden musste und lange gela­gert werden konnte. SPAM ist die Abkür­zung für „Spiced Ham”, wurde auf­grund des Kon­textes aber schnell in „Spe­cial Army Meat” umbe­nannt. Heut­zu­tage wird es auf Hawaii gerne mit Reis, Eiern oder als „Spam Musubi” – im Sushi-Stil mit Reis und Algen – ser­viert. Der „SPAM Jam Hawai’i” findet in diesem Jahr am 27. April auf der Kalā­kaua Avenue in Hono­lulu statt.

2Neukaledonien: Eierspeisen in der Südsee

Giant Ome­lette Fes­tival (c) Ville de Dumbéa

Man nehme 8.400 Eier und ver­rühre sie mit fünf Kilo­gramm Hirsch­wurst und drei bis vier Kilo­gramm Früh­lings­zwie­beln. Dazu eine rie­sige Pfanne und idea­ler­weise ein Holz­feuer. Denn ein nor­maler Herd wirkt bei den Aus­maßen, wie sie beim „Giant Ome­lette Fes­tival” zur Tages­ord­nung gehören, eher lächer­lich. Das kuli­na­ri­sche Fest findet jedes Jahr im April in Dumbéa – nahe der Haupt­stadt Nouméa – auf Neu­ka­le­do­nien statt. Dieses Jahr fällt es auf den 27. und 28. April.

3Florida: Shrimps und eine Miss auf der Insel

Isle of Eight Flags Shrimp Fes­tival (c) Amelia Island Con­ven­tion & Visi­tors Bureau

Seit 1562 stand Amelia Island unter nicht weniger als acht Flaggen. Berühmt­heit erlangte die Insel zudem als Geburtsort der modernen Shrimp-Indus­trie. In ihren besten Jahren lie­ferte sie 80 Pro­zent aller süßen, weißen Flo­rida-Shrimps. Beides zusammen wird vom 3. bis 5. Mai 2019 beim „Isle of Eight Flags Shrimp Fes­tival” zele­briert. Ein­ge­läutet von einer großen Pira­ten­pa­rade am Tag vor dem Fes­tival, gibt es danach nicht nur Shrimps in Hülle und Fülle, son­dern auch die Wahl der „Miss Shrimp”, Pira­ten­work­shops, ein Eis­creme-Wet­tessen für Groß und Klein und einen Shrimp­boot-Deko­ra­ti­ons­wett­be­werb.

4Pittsburgh: Gurkenwasser auf der Brücke

Pick­les­BURGH Fes­tival (c) Visit Pitts­burgh

Bei über 400 Brü­cken ist es kein Wunder, dass Fes­ti­vals in Pitts­burgh auch mal auf einer Brücke statt­finden. Die Roberto Cle­mente Bridge über den Alleg­heny-Fluss ver­bindet Down­town mit dem hippen North-Shore-Viertel. Hun­derte Stände mit lokalen Spe­zia­li­täten und inter­na­tio­nalen Lecker­bissen – über­wie­gend „home­made“ und „Farm-to-table“ – werden hier von 20. bis 22. Juli beim „Pick­les­BURGH Fes­tival” auf­ge­reiht. Skur­riles High­light ist der „Ein­ge­legte-Gurken-Wasser-Trink-Wett­be­werb“ im Gedenken an die Anfänge der Firma Heinz, die als erste das süß-saure Grün­zeug in Kon­serven auf den Markt brachte und später mit dem Ketchup welt­weit Kult­status erlangte. Made in Pitts­burgh eben!

5Texas: Chilli in der Geisterstadt

Ter­lingua Chilli Cook-Off (c) Visit Big Bend

Seit 1967 wird die Geis­ter­stadt Ter­lingua jedes Jahr Anfang November zum Aus­tra­gungsort eines der bedeu­tendsten Feste der texa­ni­schen Küche – dem „Ter­lingua Chilli Cook-Off”. Das „Tor zum Big Bend”, wie Ter­lingua häufig bezeichnet wird, zählt nicht mehr als 50 Ein­wohner. Gleich zwei Ver­an­stal­tungen haben sich dem Chilli ver­schrieben, das aus­schließ­lich aus Fleisch und Gewürzen bestehen darf. Diese finden zur selben Zeit am selben Ort statt. Auch dieses Jahr wird es wieder ein­ge­fleischte Chilli-Fans von 28. Oktober bis 2. November in die Big-Bend-Region ziehen, um nicht nur tief in die Töpfe zu schauen, son­dern auch das Leben zu zele­brieren.

6Georgia: Jimmy Carter und die Erdnüsse

Plains Peanut Fes­tival (c) Georgia Depart­ment of Eco­nomic Deve­lop­ment

45 Pro­zent der Erd­nuss­ernte in den USA stammen aus dem Bun­des­staat Georgia. Wie jedes Jahr werden auch am 28. Sep­tember 2019 wieder unzäh­lige Besu­cher nach Plains strömen, um in der „Erd­nuss­haupt­stadt“ mit den nicht einmal 1.000 Ein­woh­nern das „Plains Peanut Fes­tival” zu feiern. Zu Ehren der Erd­nuss lässt sich hier jedes Jahr auch ein bekanntes Gesicht erbli­cken: Jimmy Carter, der 39. Prä­si­dent der Ver­ei­nigten Staaten von Ame­rika. Er wurde in Plains als Sohn eines Erd­nuss­bauern geboren, baut bis zum heu­tigen Tag selbst Erd­nüsse an und ist immer noch in dem kleinen Ort hei­misch. Besu­cher des Fes­ti­vals sollten vier Dinge kei­nes­falls ver­passen:  Jimmy Carter die Hand schüt­teln, ein Erd­nusseis pro­bieren, sich mit Erd­nuss­butter der Georgia Grin­ders ein­de­cken, die nur aus hei­mi­schen Nüssen und Meer­salz her­ge­stellt wird, und eine Tüte fri­scher Erd­nüsse der Georgia Peanut Com­mis­sion aus Tifton mit nach Hause nehmen.