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    21. Juli 2019

    „Harter Brexit“: Darauf sollten sich die Reisenden vorbereiten

    Viele offene Fragen und große Unge­wiss­heit herr­schen der­zeit rund um einen mög­li­cher­weise bevor­ste­henden „harten Brexit“. Auch der Flug­ver­kehr dürfte dann massiv betroffen sein. Was die Rei­senden erwarten könnte, fasst das Flug­gast­rech­te­portal Fair­Plane kurz zusammen.

    Die EU-Kom­­mis­­sion habe zwar einen Not­fall­plan für zahl­reiche Themen nach einem harten Brexit vor­be­reitet, der auch ein Chaos im Flug­ver­kehr abfe­dern sollte. Den­noch sei es sinn­voll, bereits vor der Buchung mög­liche Sze­na­rien zu kennen und in die Rei­se­pla­nung mit ein­zu­be­ziehen, betont Fair­­Plane-Geschäfts­­­führer Andreas Ser­netz.

    „Eine ein­deu­tige Aus­sage zum Flug­ver­kehr lässt sich aus heu­tiger Sicht jeden­falls nicht treffen. Von Flug­reisen nach dem 30. März 2019 in oder über das Ver­ei­nigte König­reich würde ich daher abraten – außer es besteht eine abso­lute Not­wen­dig­keit für diese Reise“, so Ser­netz und skiz­ziert mög­liche Aus­wir­kungen eines „harten Brexit“ auf Flug­reisen:

    (c) pixabay

    - Aus­fälle und Ver­zö­ge­rungen. Bei Flug­reisen aus dem und in das Ver­ei­nigte König­reich kann es zu erheb­li­chen Aus­fällen und Ver­zö­ge­rungen kommen, aber auch Flüge inner­halb der EU könnten aus­fallen – ver­ur­sacht durch feh­lende Ver­kehrs­rechte, Betriebs­ge­neh­mi­gungen oder Flug­si­cher­heits­be­schei­ni­gungen. Bei der Buchung von Lang­stre­cken­flügen sollte man auf Stre­cken aus­wei­chen, die einen Zwi­schen­stopp in Frank­reich oder Deutsch­land machen, aber nicht im Ver­ei­nigten König­reich.

    - Welche Flug­linie für alle anderen Flüge? Die Flug­rei­senden sollten Air­lines bevor­zugen, die eine EU-Betriebs­­ge­­neh­­mi­gung besitzen, sagt Andreas Ser­netz. Das gelte für alle Flüge – auch inner­halb der EU oder von der EU in andere Länder.

    - Medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung. EU-Bürger sollten beachten, dass sie die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung im Ver­ei­nigten König­reich nach einem „harten Brexit“ nicht kos­tenlos in Anspruch nehmen können, was natür­lich auch umge­kehrt gilt. Sie sollten daher vor dem Rei­se­an­tritt die Erstat­tungs­mög­lich­keiten prüfen oder eine Rei­se­kran­ken­ver­si­che­rung in Erwä­gung ziehen.

    - Ein­fuhr­be­stim­mungen. Natür­lich ändern sich mit einem „harten Brexit“ auch die Zoll- und Ein­fuhr­be­stim­mungen für Rei­sende ins Ver­ei­nigte König­reich und zurück in ein Land der Euro­päi­schen Union.

    - Roa­ming. Rei­sende in das Ver­ei­nigte König­reich können nach dem Brexit nicht mehr vom EU-Roa­­ming pro­fi­tieren und sollten daher die anfal­lenden Kosten der Mobil­funk­an­bieter beachten.

    (c) pixabay

    - EU-Flug­­gas­t­­rech­­te­­ver­­or­d­­nung. Die EU-VO 261/​​2004 gilt bei einem „harten Brexit“ ab dem Aus­tritts­datum nicht mehr für Flug­gäste, die vom Ver­ei­nigten König­reich einen Flug in ein EU-Land antreten – es sei denn, die Air­line ist ein Luft­fahrt­un­ter­nehmen der EU, wofür die Betriebs­ge­neh­mi­gung und die mehr­heit­li­chen Eigen­tums­ver­hält­nisse aus­schlag­ge­bend sind. Einige Flug­li­nien haben hier bereits gehan­delt und so ihren Flug­be­trieb abge­si­chert. Jeden­falls gilt die Flug­gast­rech­te­ver­ord­nung ab dem Aus­tritts­datum nicht mehr für Flüge mit Air­lines von Dritt­staaten, die aus dem Ver­ei­nigten König­reich in die EU fliegen.

    - AGB der Air­lines genau durch­lesen. Einige Air­lines werden laut Fair­Plane für den Som­mer­flug­plan eine „Brexit-Klausel“ für den Fall der Stor­nie­rung oder Annul­lie­rung des Fluges sei­tens der Air­line in ihre All­ge­meinen Geschäfts­be­din­gungen ein­bauen. Bei kurz­fris­tigen Stor­nie­rungen kann der Pas­sa­gier dann bei einer Flug­linie aus einem Dritt­staat keine zusätz­liche Ent­schä­di­gung nach der EU-VO 261/​​2004 gel­tend machen.

    - Füh­rer­schein und Ver­si­che­rungs­schutz. Rei­sende sollten sich vorab erkun­digen, ob ein inter­na­tio­naler Füh­rer­schein für einen Miet­wagen in Eng­land not­wendig ist. Bei einer Reise mit dem eigenen Auto ist eine Nach­frage über den Ver­si­che­rungs­schutz im Dritt­land beim Ver­si­cherer sinn­voll.

    - Reisen mit Haus­tieren. Der EU-Heim­­tier­aus­weis ist nach einem „harten Brexit“ ver­mut­lich nicht mehr gültig und es könnten zusätz­liche vete­ri­när­me­di­zi­ni­sche Doku­mente not­wendig sein. Vor­ab­infor­ma­tionen sollten hier unbe­dingt ein­ge­holt werden.

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