Aus­trian Air­lines hat ein neues Stra­te­gie­pro­gramm unter dem Titel „DriveTo25“ vor­ge­stellt, das die Inves­ti­ti­ons­fä­hig­keit der Flug­ge­sell­schaft deut­lich stei­gern soll. Zu den zehn Punkten gehören die Aus­flot­tung der Tur­bo­prop-Flug­zeuge, neue Airbus A320 für die Kurz­strecke und die Auf­las­sung aller Basen in den Bun­des­län­dern.

Die wohl wich­tigste stra­te­gi­sche Wei­chen­stel­lung betrifft den Abschied von den 18 Dash-Tur­bo­props mit jeweils 76 Sitzen, die bis spä­tes­tens 2021 die Flotte ver­lassen sollen. Gleich­zeitig soll die Airbus A320-Familie von Aus­trian Air­lines in den nächsten drei Jahren von 36 auf 46 Flug­zeuge wachsen. In Summe wird das Angebot in Wien dadurch um mehr als 10 Pro­zent aus­ge­baut, da die Airbus-Jets wesent­lich größer sind als die Tur­bo­props.

CEO Alexis von Hoens­broech (c) Aus­trian Air­lines /​ Michèle Pauty

„Wir werden über 200 Mil­lionen Euro in den Ausbau der Kon­ti­nental-Flotte inves­tieren und unsere Posi­tion in Wien damit deut­lich stärken können“, kün­digt der neue CEO Alexis von Hoens­broech an: „Das ist gleich­zeitig auch als Kampf­an­sage im schärfer wer­denden Wett­be­werb in Wien zu ver­stehen – und wir sind bereit, noch wei­tere Schritte zu gehen, um unser Dreh­kreuz zu ver­tei­digen.“

Auf der Lang­strecke hat Aus­trian Air­lines ihr Stre­cken­netz bereits mit dem Win­ter­flug­plan 2018/​19 neu aus­ge­richtet: Unwirt­schaft­liche Stre­cken wie Havanna, Colombo oder Hong­kong wurden nach einer Pro­be­zeit wieder gestri­chen. Dafür hat man das bestehende Angebot nach Nord­ame­rika im glei­chen Ausmaß auf­ge­stockt. Zusätz­lich werden nun mit Ende April 2019 auch die sai­so­nalen Sey­chellen-Flüge ein­ge­stellt. Mau­ri­tius und die Male­diven bleiben hin­gegen im Flug­pro­gramm.

Mit der Aus­flot­tung der Dash-Flug­zeuge will sich Aus­trian Air­lines künftig vor allem auf das Dreh­kreuz in Wien kon­zen­trieren. Die Crew-Basen an den Flug­häfen Graz, Inns­bruck, Kla­gen­furt, Linz, Salz­burg und Alten­rhein  werden daher geschlossen. Den rund 200 betrof­fenen Mit­ar­bei­tern bietet Aus­trian neue Arbeits­plätze in Wien an.

(c) Aus­trian Air­lines /​ Michèle Pauty

Wäh­rend die Flüge zwi­schen Wien und den Bun­des­länder-Flug­häfen vor­erst unbe­rührt bleiben, sollen alle Flüge nach Deutsch­land, die nicht in Wien starten, inner­halb des Luft­hansa-Kon­zerns neu orga­ni­siert werden. Ver­mut­lich werden sie von Luft­hansa und Euro­wings über­nommen.

Den Wett­be­werb mit den Bil­lig­flie­gern am Flug­hafen Wien will Aus­trian Air­lines vor allem mit mehr Qua­lität gewinnen: Unter dem Titel „New Pre­mium“ sollen der Kunde und seine Bedürf­nisse durch ver­schie­dene Ver­bes­se­rungen des Pro­dukts stärker in den Mit­tel­punkt gestellt werden.

Diese Stra­tegie wird für die gesamte Luft­hansa Group von Wien aus koor­di­niert. Auch die Pünkt­lich­keit der Flüge soll wieder ver­bes­sert werden. Nicht zuletzt will Aus­trian Air­lines ihre Pro­zesse in der Ver­wal­tung und im Betrieb auf den Prüf­stand stellen und so 20 bis 30 Mil­lionen Euro ein­sparen.