Wizz Air hat mit 1. November 2018 eine neue Gepäck­richt­linie ein­ge­führt. Mit zusätz­li­chen Gebühren für grö­ßeres Hand­ge­päck will die Low-Cost-Air­line das Boar­ding beschleu­nigen und so die gepäck­be­dingten Ver­spä­tungen vieler Flüge ver­rin­gern. Gleich­zeitig winken zusätz­liche Ein­nahmen in Mil­lionen-Höhe.

Seit dem 1. November 2018 darf jeder Pas­sa­gier nur noch ein Stück Hand­ge­päck mit maximal 40x30x20 cm kos­tenlos mit an Bord nehmen. Grö­ßeres Hand­ge­päck wird auch nicht mehr kos­tenlos im Fracht­raum beför­dert, wie das bisher üblich war: Es muss auf­ge­geben werden.

Für diesen Zweck hat Wizz Air einen eigenen Tarif ab 7 Euro ein­ge­führt, der eine Tasche mit bis zu 10 kg beinhaltet – neben den auch bisher schon ange­bo­tenen Tarifen für auf­ge­ge­benes Gepäck mit bis zu 20 bzw. 32 kg, die aber deut­lich höher liegen.

Nur Pas­sa­giere, die „WIZZ Prio­rity” (ab 5 Euro Auf­preis) buchen, dürfen auch wei­terhin einen Roll­koffer mit 55x40x23 cm sowie ein Hand­ge­päck mit 40x30x20 cm kos­tenlos in die Kabine mit­nehmen. Zusätz­lich genießen sie einen Prio­rity Check-in und Prio­rity Boar­ding.

Für Tickets, die vor dem 10. Oktober 2018 für die Rei­se­zeit nach dem 1. November 2018 gekauft wurden, gelten Über­gangs­be­stim­mungen: Buchungen ohne „WIZZ Prio­rity” werden mit einem kos­ten­losen Gepäck­stück bis zu 10 kg auf­ge­wertet – und Buchungen mit auf­ge­ge­benem Gepäck erhalten ein­malig den Status „WIZZ Prio­rity”.

Ähn­liche Gepäck­re­geln hat auch der Kon­kur­rent Ryanair mit 1. November 2018 ein­ge­führt. Aller­dings haben die ita­lie­ni­schen Kar­tell­be­hörden bei beiden Low-Cost-Air­lines ein Veto ein­ge­legt. Sie sind der Ansicht, dass Hand­ge­päck ein „wesent­li­cher Bestand­teil des Tickets” sei und die neuen Bestim­mungen daher eine „Ver­zer­rung des realen Rei­se­preises” dar­stellen.

Ryanair will dagegen nun gericht­lich vor­gehen. Es bleibt also span­nend. Wizz Air erklärt die neuen Gepäck­richt­li­nien übri­gens in einem Video in nur 30 Sekunden: