REISEWELT

Experten-Analyse: Extreme Hitzewellen rund um die Welt

Schon jetzt zeich­net sich ab: Der Som­mer 2018 dürfte in Mit­tel­eu­ropa als be­son­ders heiß und tro­cken in die Wet­ter­sta­tis­tik ein­ge­hen. Hit­ze­wel­len sind aber rund um die Welt keine Sel­ten­heit. Das auf Kri­sen­warn­sys­teme spe­zia­li­sierte Un­ter­neh­men A3M hat die Mel­dun­gen der Be­hör­den in den ver­gan­ge­nen 36 Mo­na­ten ana­ly­siert.

Europa
(c) pixabay

In Eu­ropa ver­zeich­nete A3M in den letz­ten drei Jah­ren rund 30 Fälle, in de­nen die Be­hörde eine Hit­ze­welle mel­dete oder da­vor warnte. Spa­nien, Ita­lien und Grie­chen­land wa­ren zum Bei­spiel je­weils zwei­mal ver­tre­ten, Un­garn so­gar vier­mal. An­sons­ten tra­ten Ex­trem­werte vor al­lem auf dem Bal­kan so­wie in Tei­len Ost- und Süd­ost­eu­ro­pas auf. Für viele si­cher­lich un­ge­wöhn­lich: Auch die Schweiz ist zwei­mal in der Liste ver­tre­ten. Kein ein­zi­ges Er­eig­nis wurde hin­ge­gen für Frank­reich oder Deutsch­land in die Liste auf­ge­nom­men.

Arabischer Raum
Ori­ent (c) pixabay

Dass Län­der wie Ägyp­ten oder die Na­tio­nen am Golf ex­treme Tem­pe­ra­tu­ren auf­wei­sen, ist kein Ge­heim­nis. Den­noch kann es auch hier im­mer wie­der zu Wer­ten kom­men, die nicht mehr dem Nor­mal­zu­stand ent­spre­chen. So star­ben in Ägyp­ten im Som­mer 2015 zum Bei­spiel dut­zende Men­schen in Folge ex­tre­mer Tem­pe­ra­tu­ren. Im Irak wur­den im glei­chen Som­mer mehr als 50 Grad ge­mes­sen – und im Iran so­gar mehr als 73. In der Stadt Bandar Mahs­hahr wurde da­mit ein Re­kord ge­bro­chen.

Asien
In­dien (c) pixabay

Auf dem asia­ti­schen Kon­ti­nent ist In­dien be­son­ders an­fäl­lig für große Hitze. Im Früh­ling 2016 wa­ren die Bun­des­staa­ten Te­l­angana und An­dhra Pra­desh in Süd­in­dien von ei­ner ex­tre­men Wet­ter­lage be­trof­fen, die mehr als 100 Men­schen­le­ben for­derte. An ei­ni­gen Or­ten klet­ter­ten die Tem­pe­ra­tu­ren auf mehr als 48 Grad. Ins­ge­samt ver­zeich­nete A3M für den Sub­kon­ti­nent in den letz­ten 36 Mo­na­ten fünf Er­eig­nisse die­ser Art – ei­nes da­von erst vor we­ni­gen Ta­gen.

Be­son­ders stark traf es im Som­mer 2015 die Men­schen in Pa­ki­stan. Im Juni stieg die Zahl von To­ten in Ka­ra­chi und der Pro­vinz Sindh auf mehr als 700 an. Die Lage wurde da­mals noch durch den Ra­ma­dan ver­schärft, in dem gläu­bige Men­schen dar­auf ver­zich­ten, vom Son­nen­auf­gang bis zum Son­nen­un­ter­gang zu es­sen oder zu trin­ken.

Im April 2016 war Thai­land von ei­ner Hit­ze­welle be­trof­fen, die  21 Per­so­nen das Le­ben kos­tete. An ei­ni­gen Or­ten stieg das Ther­mo­me­ter auf mehr als 40 Grad. Teil­weise kam es zu Eng­päs­sen bei der Strom- und Was­ser­ver­sor­gung und die Warn­stufe für mög­li­che Wald­brände wurde ver­schärft.

Australien
Aus­tra­lien (c) pixabay

Die zen­tra­len Re­gio­nen des aus­tra­li­schen Kon­ti­nents zäh­len welt­weit zu den hei­ßes­ten und tro­ckens­ten Ge­bie­ten der Erde. Den­noch gibt es auch in „Down Un­der“ Tem­pe­ra­tur-Phä­no­mene, die kei­nes­wegs all­täg­lich sind. Ende Jän­ner 2018 mel­de­ten bei­spiels­weise gleich fünf Bun­des­staa­ten Tem­pe­ra­tu­ren von mehr als 40 Grad Cel­sius – dar­un­ter Vic­to­ria, New South Wales und Tas­ma­nien. In Mel­bourne er­lit­ten mehr als 30 Per­so­nen ei­nen Herz-Kreis­lauf-Still­stand. Meh­rere star­ben so­gar an den Fol­gen. Eine Reihe von Kran­ken­häu­sern in Mel­bourne ging zu­dem zu Not­fall­plä­nen über, um Strom­aus­fäl­len vor­zu­beu­gen.

Nord- und Zentralamerika
Me­xiko (c) pixabay

Tem­pe­ra­tu­ren von teil­weise bis zu 50 Grad Cel­sius ha­ben die Be­hör­den erst vor ei­ni­gen Ta­gen ver­an­lasst, den Aus­nah­me­zu­stand in me­xi­ka­ni­sche aus­zu­ru­fen. Laut dem na­tio­na­len Wet­ter­dienst wa­ren von der ex­tre­men Hitze ins­be­son­dere die Bun­des­staa­ten Hi­dalgo, Mi­choa­can und Si­na­loa be­trof­fen.

Im Herbst 2017 galt eine War­nung des na­tio­na­len Wet­ter­diens­tes der USA we­gen ei­ner Hit­ze­welle in den süd­li­chen Be­zir­ken ent­lang der Küste von Ka­li­for­nien – vor al­lem im Ge­biet um Los An­ge­les bis zur me­xi­ka­ni­schen Grenze. Ex­trem hohe Tem­pe­ra­tu­ren wur­den auch im Juni 2016 in ei­ni­gen Re­gio­nen im Sü­den und Süd­wes­ten der USA ge­mel­det. Dies galt auch für den Groß­raum Phoe­nix in Ari­zona, wo so­gar ei­nige Wan­de­rer ums Le­ben ka­men.

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