In gleich elf Schweizer Städten haben am 5. Juni 2018 einzig­ar­tige Pop-up Hotels ihre Türen geöffnet: Für drei bis fünf Monate können Städte­rei­sende an exklu­siven und höchst außer­ge­wöhn­li­chen Orten übernachten, die bisher nicht als Zimmer verfügbar waren.

Neue Perspek­tiven auf die Stadt und ein einma­liges Nächti­gungs­er­lebnis sind garan­tiert – ob es nun ein Boots­haus in Luzern ist, der „Krumm­turm“ in Solothurn oder auch das alte Zollhäus­chen in Bern.

Pro Stadt und pro Unter­kunft ist immer nur ein Zimmer mit einem Doppel­bett online auf MySwitzerland.com/SwissUrbanSleeping buchbar. Die Preise beginnen bei 150 Schweizer Franken (umgerechnet ca. 125 Euro) pro Zimmer und Nacht. Hier die elf Pop-up Hotels im Überblick:

Pop-up Hotel im Grand Hotel Beau Rivage in Lausanne (c) Switz­er­land Tourism

- Baden: Der histo­ri­sche Stadt­turm aus dem 15. Jahrhun­dert ist das Wahrzei­chen von Baden. Die 56 Meter hohe Befes­ti­gungs­an­lage war ursprüng­lich Teil des Stadt­tors und diente zur Vertei­di­gung gegen die Zürcher im Villmerger­krieg. Hier können Sie in einer origi­nalen Gefäng­nis­zelle übernachten, die noch bis 1984 genutzt wurde. Doch keine Angst: Sie können nach Belieben ein und aus gehen und die Badener Altstadt und die Bäder erkunden.

- Basel: Die Fischer­häus­chen am Basler Rhein­ufer befinden sich alle in Privat­be­sitz und sind deshalb nicht öffent­lich zugäng­lich. In diesem Sommer können Sie aber in einem der 14 Quadrat­meter kleinen Häuschen schlafen – ohne Strom und fließendes Wasser, aber mit bester Aussicht auf die Lebens­ader der Stadt. Wenn Sie möchten, zeigt Ihnen ein Fischer, wie Sie mit dem Galgen im Rhein fischen können.

- Bellin­zona: Die drei Burgen von Bellin­zona kontrol­lierten seit dem 15. Jahrhun­dert als Talsperre die Zugangs­wege zu den Alpen­pässen. Heute gehören Castel­grande, Castello di Monte­bello und Castello di Sasso Corbaro zum UNESCO-Welterbe. Das Pop-up Hotel in einem der Türme garan­tiert eine unver­gess­liche Nacht, denn der Tessiner Star-Archi­tekt Carlo Rampazzi hat im Turmzimmer die Geschichte der Schlösser mit modernem Design verbunden – samt atembe­rau­bendem Blick auf das histo­ri­sche Zentrum von Bellin­zona.

- Bern: Bis zum 1. Mai 1853 mussten Händler und Kaufleute am Zollhäus­chen an der Nydegg­brücke auf ihre Waren einen Zuschlag bezahlen, um bequem über die Aare in die Berner Altstadt zu gelangen. Das denkmal­ge­schützte Gebäude mit einer einzig­ar­tigen Sicht auf die Stadt und die Aare sowie einer exklu­siven Terrasse inmitten des Bären­parks verwan­delt sich nun in eine Duplex Suite mit zwei Badezim­mern, Aufent­halts­raum und Kochni­sche.

Altes Zollhäus­chen in Bern (c) Switz­er­land Tourism

- Lausanne: Ein Bett in einem Glaspa­villon mit einem Panorama vom Genfer See bis zu den Alpen wartet inmitten der vier Hektar großen Parkan­lage des Beau-Rivage Palace in Lausanne. In der 150-jährigen Geschichte des Fünf-Sterne-Hauses suchten Künstler hier ihre Inspi­ra­tion, Staats­ver­träge wurden unter­zeichnet, Königs­fa­mi­lien und Promi­nente fanden Ruhe und Diskre­tion.

- Luzern: Das Seehotel Kasta­ni­en­baum öffnet erstmals das private Boots­haus am Ufer des Vierwald­stät­ter­sees für exklu­sive Übernach­tungen. Vom Check-in werden die Gäste mit dem Boot zu ihrem Versteck am Wasser gefahren. Auf Wunsch steht zum Abend­essen ein Butler zur Verfü­gung, der sie mit einem roman­ti­schen Barbecue verwöhnt. Am Morgen genießen sie ein Frühstück auf der privaten Terrasse, bis der Kapitän sie wieder zurück in die Realität führt.

- St. Gallen: Von 1800 bis 1839 diente der Galli-Turm in St. Gallen als Gefängnis. Dann wurde er abgerissen und erst 2009 während des Baus des Hotels Einstein wieder errichtet. Das Turmzimmer bietet einen atembe­rau­benden Blick über die Stadt und erinnert an ihre bewegte Geschichte.

- Schaff­hausen: Dieses Pop-up Hotel befindet sich direkt an Bord des Ausflugs­schiffes MS Konstanz auf dem Rhein. Hier können die Gäste die Seele in den Hänge­ses­seln auf dem Achtern­deck des histo­ri­schen Motor­schiffes baumeln und sich am nächsten Morgen das Frühstücks­buffet im rund 10 Gehmi­nuten entfernten Sorell Hotel Rüden schme­cken lassen.

- Solothurn: Fühlen Sie sich wie in einem Märchen in der ehema­ligen Turmwäch­ter­stube im „Krumm­turm“ aus dem 14. Jahrhun­dert – dem ältesten, noch unver­än­dert erhal­tenen Bauwerk der Stadt! Zusätz­lich zum großar­tigen Ausblick auf die Aare wartet je nach dem Anrei­setag ein E-Bike zur Nutzung, eine Stadt­füh­rung oder eine Schiff­fahrt.

- Vevey: Übernachten Sie in einem mehr als 400 Quadrat­meter großen Ballsaal aus der Jahrhun­dert­wende – unter einem Glasdach und inmitten ausge­suchter Kosmetik, Feinkost, Fotogra­fien, Spiel­zeug, Mode, Kunst­ob­jekten und Pflanzen der Boutique „Bravo“!

- Zürich: Über einer trendigen Milchbar im Herzen der Stadt hat der Künstler Max Zuber ein bewohn­bares Kunst­werk geschaffen, das man kaum mehr verlassen will. Betten Sie sich in feinste Daunen und genießen Sie das Wechsel­spiel zwischen dem farben­präch­tigen Gemälde und der Spiegel­wand bei einem Glas Champa­gner. Die Altstadt, die Limmat und der See laden zum Flanieren in unmit­tel­barer Nähe ein. Zudem begeis­tert das Restau­rant mit markt­fri­scher Küche und einer wunder­vollen Oase im Innenhof.