Der Ausbruch des Vulkans Kilauea auf Hawaii sorgte zuletzt für Schlag­zeilen. Das auf Krisen­warn­sys­teme spezia­li­sierte Unter­nehmen A3M aus Tübingen hat die Ereig­nisse auf Big Island zum Anlass genommen und analy­siert, wo die Vulkane der Erde in den vergan­genen drei Monaten eine erhöhte Aktivität aufwiesen.

Nach den Aufzeich­nungen von A3M begrenzte sich die vulka­ni­sche Aktivität in jüngster Zeit vor allem auf Asien sowie verein­zelt auf Mittel- und Südame­rika. In Europa, auf dem afrika­ni­schen Konti­nent und in Nordame­rika wurden in den vergan­genen drei Monaten keine Ereig­nisse verzeichnet.

Situa­tion auf Hawaii (c) Global Monito­ring

Die letzte nennens­werte Aktivität in Europa war demnach ein kleinerer Ausbruch des Ätna auf Sizilien im Frühling 2017. Gleich von mehreren Vulkanen bedroht wird hingegen das indone­si­sche Insel­reich, aber auch in Costa Rica und in Peru gab es Grund zur Sorge. Hier die Details:

01 /​ Am Vulkan­kom­plex Ijen im indone­si­schen Ostjava kam es Ende März 2018 zu einer Eruption von Schwe­felgas. 30 Personen mussten wegen Übelkeit und Atembe­schwerden ärztlich behan­delt werden. Die Behörden leiteten daraufhin eine Evaku­ie­rung ein und errich­teten eine Sperr­zone.

02 /​ Wegen der erhöhten Vulkan­ak­ti­vität wurden Mitte April 2018 erste Vorbe­rei­tungen für eine Evaku­ie­rung auf der Insel Ambae im südpa­zi­fi­schen Vanuatu einge­leitet. Nach starken Asche-Eruptionen wurde sogar der Ausnah­me­zu­stand ausge­rufen. Mehrere Häuser und viele Bäume stürzten als Folge des Aschen­re­gens ein.

03 /​ Am Sinabung im indone­si­schen Nordsumatra kam es Mitte Mai 2018 zu Eruptionen vulka­ni­scher Gase und Asche. Eine Wolke erreichte eine Höhe von mehreren Kilome­tern.

04 /​ Am Vulkan Shinmoe-dake auf der japani­schen Insel Kyushu kam es Anfang April 2018 zu einer Eruption von Asche.

05 /​ Bereits seit Monaten hält der Vulkan Mayon, der sich rund 330 Kilometer südlich von Manila befindet, die Bewohner der philip­pi­ni­schen Haupt­stadt in Atem. Hier kam es auch aufgrund von Lavaflüssen und Asche-Eruptionen zu groß angelegten Evaku­ie­rungen, die Zehntau­sende Menschen betrafen.

06 /​ Für Touristen relevant sind die Aktivi­täten am Mount Agung auf der indone­si­schen Ferien­insel Bali. Er weist bereits seit Herbst 2017 erhöhte Aktivität auf. Mitte Februar 2018 kam es zu einem erneuten Ausbruch des Vulkans. Dabei stieß er Asche in eine Höhe von etwa 1.500 Metern aus.

07 /​ Am Turri­alba – dem zweit­höchsten Vulkan in Costa Rica – kam es Anfang April 2018 zu kleineren Eruptionen von Asche. Dies führte in einigen Regionen zu Asche­regen – darunter in Hatillo, Curridabat, Coronado, Guada­lupe, Moravia, Tibas und Heredia.

08 /​ Aufgrund einer verstärkten Vulkan­ak­ti­vität seit dem Dezember 2017 erhöhten die Behörden ebenfalls Anfang April 2018 die Warnstufe für die Krater des Vulkan­kom­plexes Nevados de Chillán in Peru. Die Situa­tion spitzte sich jedoch bisher nicht weiter zu.