Sri Lanka: Regierung verhängt landesweiten Ausnahmezustand

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Nach gewalt­samen Zusam­men­stößen zwi­schen Teilen der bud­dhis­ti­schen und der mus­li­mi­schen Bevöl­ke­rung mit zwei Toten im Bezirk Kandy hat die Regie­rung von Sri Lanka für sieben Tage einen lan­des­weiten Aus­nah­me­zu­stand ver­hängt.

Schon seit Tagen kommt es in den Klein­städten Digana und Tel­deniya zu gewalt­tä­tigen Über­griffen zwi­schen Sin­gha­lesen und der mus­li­mi­schen Min­der­heit. Dabei wurden mehr als 150 Gebäude und Geschäfte in Brand gesteckt. Beide Städte liegen im Hoch­land der Insel – rund eine Auto­stunde öst­lich des Pil­ger­orts Kandy, der ein beliebtes tou­ris­ti­sches Ziel ist und und auf jeder Rund­reise besucht wird.

Aus­ge­löst wurden die Zusam­men­stöße durch den Tod eines sin­gha­le­si­schen Lkw-Fah­rers, der nach einem von ihm ver­schul­deten Ver­kehrs­un­fall von drei mus­li­mi­schen Jugend­li­chen zu Tode geprü­gelt wurde. Darauf kam es zu Aus­schrei­tungen gegen meh­rere mus­li­mi­sche Ein­rich­tungen, die erst durch Son­der­ein­heiten wieder ein­ge­dämmt werden konnten.

Um die Lage wieder zu beru­higen, ver­hängten die Behörden zunächst für den gesamten Bezirk Kandy eine Aus­gangs­sperre. Diese wurde am 6. März wieder auf­ge­hoben und durch einen  lan­des­weiten Aus­nah­me­zu­stand ersetzt. Damit will die Regie­rung eine Aus­brei­tung des Kon­flikts auf andere Lan­des­teile ver­hin­dern.

Der Aus­nah­me­zu­stand sieht erwei­terte Rechte der Sicher­heits­kräfte und Ein­schrän­kungen der Ver­samm­lungs- und Demons­tra­ti­ons­frei­heit vor. Groß­bri­tan­nien und die USA haben wegen der ange­spannten Lage bereits Rei­se­war­nungen für Sri Lanka aus­ge­spro­chen. Das deut­sche Aus­wär­tige Amt belässt es hin­gegen bei der drin­genden Emp­feh­lung, grö­ßere Men­schen­an­samm­lungen und Demons­tra­tionen zu meiden und den Anord­nungen der Sicher­heits­kräfte unbe­dingt Folge zu leisten.