Sie finden den Gedanken an ein Hotel, das nur von Robo­tern geführt wird, gru­selig? In Japan gibt es das bereits – und auch anderswo sind Roboter-Tech­no­lo­gien in der Hotel­in­dus­trie längst im Ein­satz. Tra­vel­circus hat die sieben span­nendsten Pro­jekte aus­findig gemacht. Ein Vor­ge­schmack auf den Tou­rismus der Zukunft!

1Henn-na Hotel /​ Nagasaki – Japan

Henn-na Hotel /​ Naga­saki (c) Huisten Bosch Co Ltd

Das Henn-na Hotel in Japan ist das erste men­schen­lose Hotel der Welt. Über­setzen kann man den Namen mit „Wei­ter­ent­wick­lung” oder „Fort­schritt” – und er ist auch Pro­gramm. Das Aben­teuer beginnt hier bereits beim Ein­che­cken: Statt von Mit­ar­bei­tern des Hotels werden die Gäste von einem gewöh­nungs­be­dürf­tigen Roboter in Form eines T-Rex emp­fangen. Im Anschluss wird das Gepäck per Kof­fer­kuli-Roboter zum Zimmer gebracht.

Auch wenn auf den ersten Blick keine mensch­li­chen Ange­stellten im Hotel zu sehen sind, brau­chen sich die Gäste um ihre Sicher­heit keine Sorgen zu machen: Das Henn-na Hotel ist mit zahl­rei­chen Kameras aus­ge­stattet, hinter denen reale Men­schen das Treiben im Auge behalten.

Seit Juli 2017 gibt es bereits ein zweites Roboter-Hotel in der Nähe des Dis­ney­land Japan in der Prä­fektur Chiba. Auf sechs Etagen sorgen rund 140 Roboter für einen rei­bungs­losen Ablauf. Immerhin kommen sieben mensch­liche Mit­ar­beiter hinzu, die vor Ort sind, um bei Not­fällen zu unter­stützen. Hi-Tech-Fans, die dieses ganz beson­dere Hotel erleben wollen, müssen sich aller­dings gedulden, denn es ist bereits bis März 2018 aus­ge­bucht.

Preis: ab 120 Euro pro Nacht
Web: www.h-n-h.jp/en

2Yotel /​ New York – USA

Yotel New York (c) Kwittken

Yotel ist eine auf­stre­bende glo­bale Hotel­kette, die sich bezahl­bare Luxus-Unter­künfte in smarten Design-Spaces auf die Fahne schreibt. Sollten Sie Ihr Gepäck im Yotel Hotel New York an der 10th Avenue zwi­schen­la­gern müssen, küm­mert sich der der Roboter „Yobot” in der Lobby gerne darum. Gekonnt bringt er mit seinem Gelenkarm hinter Sicher­heits­glas die Koffer ziel­si­cher in einem der 133 Schließ­fä­cher unter. Und wie erhalten Sie den Koffer wieder zurück? Ganz ein­fach: Beim Abgeben wird ein Bar­code aus­ge­druckt, den Sie beim Abholen nur ein­scannen müssen.

Preis: ab 119 Euro pro Nacht
Web: www.yotel.com

3M Social Hotel /​ Singapur

M Social Hotel Sin­gapur (c) Mill­en­nium Hotels & Resorts

Was hilft abends bei einem knur­renden Magen im Hotel­zimmer? Der Griff zum Telefon, um sich vom Room-Ser­vice einen Snack lie­fern zu lassen. Im M Social Hotel in Sin­gapur unter­stützt der Roboter „AURA” das Room-Ser­vice und lie­fert die Bestel­lung direkt ins Zimmer. Die Mit­ar­beiter bestü­cken ihn mit den gewünschten Bestel­lungen und geben ein, wohin gelie­fert werden soll.

Der Roboter kann sogar selbst­ständig die Auf­züge bedienen und lässt die Gäste per Anruf wissen, wann ihre Bestel­lung bereit­ge­stellt wird. Die Klappe öffnet auto­ma­tisch, sobald die Gäste die Tür auf­ma­chen. Danach begibt sich „AURA” wieder zur Docking­sta­tion zurück. Das Hotel will dadurch seine Mit­ar­beiter ent­lasten und ihnen mehr Zeit geben, sich mit den Gästen zu beschäf­tigen.

Preis: ab 131 Euro pro Nacht
Web: www.millenniumhotels.com

4Royal Caribbean International

Bionic Bar /​ Anthem of the Seas (c) RCL Cruises Ltd

Auf Kreuz­fahrt­schiffen von Royal Carib­bean Inter­na­tional – der Har­mony of the Seas, der Anthem of the Seas, der Quantum of the Seas und der Ova­tion of the Seas – können Sie sich in sty­li­scher Bar­at­mo­sphäre von einem Roboter Ihren Lieb­lings­cock­tail mixen lassen – und die Bewe­gungs­ab­läufe der bio­ni­schen Roboter-Arme sind sogar den höchst gra­zilen Bewe­gungen des Bal­lett­tän­zers Marco Pelle vom New Yorker Theatre Ballet nach­ge­ahmt.

Nachdem Sie in der „Bionic Bar” per App bestellt haben, wir­beln zwei über­di­men­sio­nierte Roboter­greif­arme herum und mixen 21 ver­schie­dene Cock­tails und Long­drinks aus mehr als 30 ver­schie­denen Alko­hol­sorten. In Sachen Effi­zienz sind die Bar­keeper-Roboter dabei ihren mensch­li­chen Kol­legen über­legen: Fast zwei Drinks pro Minute kann ein Roboter zube­reiten. Das macht theo­re­tisch 1.000 Drinks pro Tag.

5Costa & AIDA Cruises

„Pepper” /​ Costa Dia­dema (c) Costa Cro­ciere

Auch auf zwei AIDA-Schiffen – der AIDA­prima und der AID­A­perla – erhält die stets flei­ßige Crew mitt­ler­weile Unter­stüt­zung von einem elek­tro­ni­schen Kol­legen: Roboter „Pepper” ist 1,20 Meter groß und dank seiner 17 Gelenke und drei Lauf­räder ganz schön mobil. Mit freund­li­chem Gesichts­aus­druck hält der Androide ein Tablet in der Hand, das ihn bei der Inter­ak­tion mit seinem mensch­li­chen Gegen­über unter­stützt.

So hilft er bei­spiels­weise bei der Ori­en­tie­rung an Bord und gibt auch gerne Emp­feh­lungen für Restau­rants an Bord sowie Ver­an­stal­tungs- und Aus­flugs­tipps. Auf der Costa Dia­dema der Schwes­ter­ree­derei Costa Cro­ciere ist „Pepper” eben­falls Teil des Teams. Hier spricht er flie­ßend Eng­lisch, Fran­zö­sisch und Ita­lie­nisch.

6Aloft Hotel Cupertino /​ USA

Aloft Hotel Cup­er­tino (c) Mar­riott Inter­na­tional /​ Nick Tor­ta­jada

Wo soll man einen hoch­mo­dernen Hotel­auf­ent­halt erwarten dürfen, wenn nicht im Herzen des Silicon Valley? Die Gäste des Aloft Hotels in Cup­er­tino können schon seit August 2014 die Dienste von „Botlr” in Anspruch nehmen. Er war damit der erste Roboter welt­weit, der in der Hotel­in­dus­trie ein­ge­setzt wurde.

„Botlr” bewegt sich völlig frei im Hotel und kann rund um die Uhr per Smart­phone von den Gästen kon­tak­tiert werden, um bei­spiels­weise Boten­dienste zu erle­digen. So bringt er den Gästen bei Bedarf Snacks und Hygie­ne­ar­tikel auf das Zimmer oder an den Pool. Die gewünschten Artikel befinden sich in einer Klappe, die sich auto­ma­tisch öffnet, wenn die Gäste den Roboter emp­fangen.

„Botlr” besitzt auch einen Bild­schirm, auf dem man Bewer­tungen zum Ser­vice und sogar Trink­geld in Form eines Tweets mit dem Hashtag #Meet­Botlr abgeben kann. Rein optisch erin­nert er stark an den berühm­testen Roboter der Welt – R2D2 aus „Star Wars”. Verbal kann er zwar leider noch nicht kom­mu­ni­zieren, aber das ist wohl nur eine Frage der Zeit.

Preis: ab 128 Euro pro Nacht
Web: www.aloftcupertino.com

7Ghent Marriott Hotel /​ Belgien

Ghent Mar­riott Hotel (c) Mar­riott Inter­na­tional

Schon seit 2015 werden die Gäste im Ghent Mar­riott in der bel­gi­schen Stadt Gent vom hotel­ei­genen Huma­noiden „Mario” begrüßt. Heute hat er längst Kult­status erreicht und wurde mit seinem soge­nannten „Mario­Monday” sogar zum Social Media Star.

„Mario”ist ein wahrer All­rounder und unter­stützt an fast allen Stellen im Hotel. So können die Gäste dem 56 Zen­ti­meter großen Huma­noiden bei­spiels­weise wäh­rend des Check-in bei der Schlüs­sel­über­gabe begegnen, Infos zu Ver­an­stal­tungen und Bus­fahr­plänen in der Lobby erfragen oder am Früh­stücks­buffet ihre Fragen zu den Speisen stellen.

Mitt­ler­weile eröffnet „Mario” auch Kon­fe­renzen und hält Power­point-Prä­sen­ta­tionen. Laut Hotel­an­gaben sind die Gäste von dem nied­li­chen Roboter durch­wegs begeis­tert. Hilf­reich ist dabei sicher­lich auch, dass er 19 Spra­chen spre­chen und ver­stehen kann.

Preis: ab 105 Euro pro Nacht
Web: www.marriott.de

75 Pro­zent der Hotel­gäste sind übri­gens davon über­zeugt, dass der Ein­satz von Robo­tern den Ser­vice ver­bes­sern wird. 73 Pro­zent befür­worten Por­tier-Roboter und für 29 Pro­zent wäre ein Roboter-Mit­ar­beiter an der Rezep­tion akzep­tabel. Experten schätzen, dass bis zu 35 Pro­zent aller Jobs in der Zukunft von Robo­tern über­nommen werden könnten. Die Zahl der Men­schen, die mit Tou­rismus-Robo­tern in Berüh­rung kommen, soll sich jeden­falls bis Ende 2017 ver­dop­peln.