Vegan lebende Menschen wollen auch satt werden, wenn sie fliegen. Die deut­sche Tier­rechts­or­ga­ni­sa­tion PETA hat daher elf Flug­häfen im deutsch­spra­chigen Raum unter die Lupe genommen und mit einem bis drei Sternen für ihr veganes Angebot ausge­zeichnet.

Das wich­tigste Ergebnis vorweg: Alle elf unter­suchten Airports in Deutsch­land, Öster­reich und der Schweiz bieten hinter der Sicher­heits­kon­trolle noch vegane Gerichte an. Neben den Klas­si­kern wie Sand­wi­ches und Salaten locken Wraps, Burger, Currys und pflanz­liche Sushis. Wer es süß mag , wird unter anderem mit Kokos- oder Soja­milch­reis, Obst­be­chern oder Himbeer­muf­fins glück­lich.

Flug­hafen Hamburg /​ Terminal 2 (c) Hamburg Airport /​ Michael Penner

Aller­dings vari­iert das Angebot meist je nach Terminal stark. Eine ausge­wo­gene Auswahl auf dem gesamten Airport ist die Ausnahme. Die Gewinner im Ranking 2017 sind die Flug­häfen Hamburg und Düssel­dorf mit jeweils drei Sternen. Zwei Sterne gibt es für Frank­furt, München, Berlin-Tegel, Münster/​Osnabrück, Stutt­gart, Wien und Zürich – und einen Stern für die Flug­häfen Berlin-Schö­ne­feld und Hannover.

*** Hamburg. Der Flug­hafen Hamburg bietet ein abge­run­detes veganes Konzept. Neben Sand­wich, Suppe und Pizza steht eine Fülle an Sushis und asia­ti­schen Gerichten bereit. „An den veganen Sushis können sich viele andere Anbieter ein Beispiel nehmen – nicht nur die Flug­häfen“, heißt es im Test­be­richt.

*** Düssel­dorf. Der Düssel­dorfer Flug­hafen punktet vor allem mit Anzahl und Viel­falt der veganen Gerichte: Während andere Airports viele Obst­be­cher und Salate in Varia­tionen anbieten, gibt es hier vegane Sand­wi­ches, Pizza, Burger und Falafel. Auch ein Blick zum „Vege­ta­rian Island“ lohnt sich. Hier werden saisonal wech­selnde warme und kalte Speisen teil­weise vegan ange­boten.

„Jamie’s Deli“ im Terminal 3 (c) Flug­hafen Wien AG

** Wien. Super­food Sand­wi­ches, Dhal Linsen Currys, Chia-Brezel mit Hummus und Kokos­milch­reis sind nur einige der 19 verschie­denen Gerichte, mit denen sich der Flug­hafen Wien seine zwei Sterne redlich verdient hat. Weitere Süßspeisen runden die viel­sei­tige vegane Auswahl ab.

** Berlin-Tegel. Der größte fertig­ge­stellte Flug­hafen in der deut­schen Haupt­stadt bietet mit krea­tiven Salaten (zum Beispiel Mezze­salat mit Falafel oder Quinoa-Mango-Salat mit Avocado), belegten Bröt­chen mit Hummus und Grill­ge­müse eine gute Viel­falt an veganen Gerichten. Dank einem Soja­milch­reis mit Sauer­kir­schen kommen sogar Lieb­haber süßer Speisen auf ihre Kosten.

** Stutt­gart. Der Stutt­garter Flug­hafen über­zeugt mit einem breiten Angebot für vegan lebende Passa­giere. Ein Wrap mit Bohnenmus, Sand­wi­ches mit Falafel und Hummus sowie Pasta-Ange­bote mit fruch­tiger Toma­ten­sauce oder scharfer Arra­biata geben Auftrieb, falls man vor dem Abflug in ein Hunger­loch fallen sollte.

(c) Flug­hafen Zürich AG

** Zürich. Der Flug­hafen Zürich zeichnet sich durch ein solides veganes Angebot mit guten Grund­lagen und mehreren krea­tiven Gerichten aus – wie beispiels­weise zwei veganen Maki Sushi, einem Wrap mit Hummus und einem Glas­nu­del­salat mit Mango aus.

** Frank­furt. Der größte deut­sche Airport bietet eine krea­tive und auch breite Viel­falt an veganen Gerichten. Diverse Sushis, Avocado- und Sili­cian-Bagel, dunkles Baguette mit Toma­ten­salsa und Anti­pasti sowie frische Sommer­rollen zum Selber­rollen lassen das Wasser im Mund zusam­men­laufen. Auch mit Obst­be­chern an verschie­denen Stellen punktet der Flug­hafen. Ange­sichts der hohen Passa­gier­zahl kann aller­dings an der Viel­falt und Anzahl der Gerichte noch weiter gear­beitet werden…

** Münster-Osna­brück. Wenn es um die Krea­ti­vität geht, haben die veganen Gerichte am Flug­hafen Münster-Osna­brück mit zwei verschie­denen Cous­cous-Salaten, einem Obst­salat und einem grünen Salat nicht viel zu bieten. Aber bei weniger als einer Million Passa­giere pro Jahr reichen auch vier vegane Gerichte noch für zwei Sterne.

(c) Flug­hafen München GmbH

** München. Kreativ und auch schmack­haft sind die veganen Burger des Restau­rants „Hans im Glück“, ein Wrap mit orien­ta­li­schem Gemüse und ein Vital­salat mit Himbeer-Limetten-Dres­sing. Das weitere Angebot des Münchner Flug­ha­fens beschränkt sich aller­dings mehr oder weniger auf Basics wie Obst und Salate. Letzt­lich sichert sich der Airport nur dank „Hans im Glück“ zwei Sterne.

* Hannover. Am Flug­hafen Hannover kann der Hunger nach der Sicher­heits­kon­trolle mit Cous­cous-Salat oder einem Obst­be­cher gestillt werden – ausrei­chend für den Snack vor dem Flug, aber leider auch nichts Beson­deres. Mit einem neuen, medi­terran geprägten Konzept sollen aber ab dem Winter weitere vegane Snacks hinzu­kommen. Dann gibt es viel­leicht auch einen zweiten Stern.

* Berlin-Schö­ne­feld. Am zweiten Airport der deut­schen Haupt­stadt wird nur ein kleines Stan­dard-Reper­toire geboten: Bulgur-Salat, Quinoa-Salat mit Gemüse und ein Obst­be­cher besänf­tigen den kleinen Hunger bis zum Abflug. Der große Bruder aus Tegel könnte hier als Vorbild dienen, um das Angebot in Sachen Krea­ti­vität, Anzahl und Viel­falt zu erhöhen.

PETA Deutsch­land ist die größte Tier­rechts­or­ga­ni­sa­tion des Landes und vertritt die Ansicht, dass Tiere nicht dazu da sind, gegessen zu werden. Bewertet wurde das vegane Angebot der Flug­häfen nach der Anzahl (gemessen an der jähr­li­chen Passa­gier­zahl), der Viel­falt und der Krea­ti­vität der Gerichte. Nicht berück­sich­tigt wurden Knab­be­reien wie Chips, Eis, Popcorn oder Scho­ko­riegel.