Die ersten Urlauber kehren zurück – und schon laufen die Telefone beim ARBÖ heiß. Grund dafür sind die Behörden in beliebten Urlaubs­ländern wie Italien, Slowenien, Ungarn oder Kroatien, die jede auch noch so kleine Verfehlung im Straßen­verkehr mit teils horrenden Strafen ahnden.

Leider bleibt den Autolenkern oft keine andere Möglichkeit, als die Strafe zu bezahlen“, erklärt Dr. Stefan Mann, Leiter der ARBÖ-Rechts­ab­teilung. Denn ein EU-Rahmen­be­schluss legt fest, dass alle in einem Mitglieds­staat verhängten Geldstrafen und Geldbußen ab 70 Euro EU-weit vollstreckt werden können – und wenn sie aus Deutschland kommen, sogar schon ab 25 Euro.

Obwohl das Eintreiben rechtlich gedeckt ist, sei die Vorge­hens­weise der auslän­di­schen Behörden aber teilweise trotzdem bedenklich, berichtet Mann: „Immer öfter melden sich betroffene Autolenker, die teils Monate nach dem Urlaub mit unver­hält­nis­mä­ßigen Strafen konfron­tiert werden. Dabei greifen die Behörden auf das gesamte Potpourri an möglichen Verkehrs­sünden zurück – wie zum Beispiel Falsch­parken, Geschwin­dig­keits­über­tre­tungen oder nicht bezahlte Autobahn­ge­bühren“.

Belege seien dann meistens nicht mehr vorhanden, wodurch der Beweis, dass die Maut- bzw. Parkgebühr korrekt bezahlt wurde, nicht mehr möglich sei. Darüber hinaus würden die Strafen in der Folge oftmals direkt von Inkas­so­büros oder Anwälten aus Deutschland, Kroatien Schweden oder England „einge­trieben“.

Doch wie soll man sich nun verhalten? „Das wichtigste ist, dass man sich schon im Vorfeld der Urlaubs­fahrt über die örtlichen Gegeben­heiten infor­miert. Wenn man dennoch eine Strafe erhält, sollte man wenn möglich direkt vor Ort bezahlen, da so eine höhere Strafe vermieden werden kann“, so Mann. Wer die Zahlungs­auf­for­derung zu Hause per Post erhält, sollte abklären, ob der Vorwurf gerecht­fertigt ist. Wenn ja, sollte die Strafe bezahlt werden, da ansonsten mit noch höheren Forde­rungen zu rechnen ist.

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