More
    24. Juli 2019

    Uganda: Keine Preiserhöhung für die Gorilla-Touren

    Mit der Ankün­di­gung, die Gebühren für die Ber­g­go­­rilla-Touren auf 1.500 US-Dollar pro Person zu ver­dop­peln, hat Ruanda für viel Auf­sehen gesorgt. Das Nach­bar­land Uganda will diesem Bei­spiel hin­gegen nicht folgen.

    In einer Aus­sen­dung erklärt die Uganda Wild­life Aut­ho­rity, dass es in den nächsten zwölf Monaten keine Preis­er­hö­hung geben wird. Die Gebühren für das Gorilla-Tracking bleiben damit auch wei­terhin bei 600 US-Dollar pro Person in der Haupt­saison und 450 US-Dollar in der Neben­saison.

    Berg­go­rillas in Uganda (c) Uganda Tou­rism Board

    Die Preis­er­hö­hung in Ruanda gilt ab sofort, bestehende Buchungen zum alten Preis von 750 US-Dollar bleiben aller gültig, wie die Regie­rung des afri­ka­ni­schen Landes erklärte. Durch den höheren Preis soll mehr Geld für den Arten­schutz und für die Ein­wohner am Rande der Natio­nal­parks bereit­ge­stellt werden.

    In Uganda wie in Ruanda trägt der nach­hal­tige Gorilla-Tou­­rismus maß­geb­lich zum Schutz der sel­tenen und akut vom Aus­sterben bedrohten Tiere bei. Denn die Ein­nahmen aus den Gebühren helfen, ihren Lebens­raum lang­fristig zu erhalten. Durch den Tou­rismus gewinnt der Schutz der Tiere zudem welt­weit an Auf­merk­sam­keit und Unter­stüt­zung.

    Gleich­zeitig bietet der Gorilla-Tou­­rismus den Gemeinden rund um die Natio­nal­parks eine wirt­schaft­liche Per­spek­tive, denn 20 Pro­zent der Nati­o­­nal­­park-Gebühren gehen direkt an die lokale Bevöl­ke­rung – und durch die Besu­cher werden wei­tere Arbeits­plätze geschaffen. Damit können Kon­flikte zwi­schen Mensch und Tier und vor allem die Wil­derei lang­fristig ver­mieden werden.

    Baby-Gorilla (c) Uganda Wild­life Aut­ho­rity

    „Die Ber­g­go­­rilla-Popu­la­­tion ist seit den 1980er-Jahren in Uganda kon­ti­nu­ier­lich auf rund 550 Tiere gestiegen. Das zeigt, dass unser Modell für den Gorilla-Tou­­rismus funk­tio­niert und sowohl der Natur­schutz als auch die Ein­hei­mi­schen von den Tou­ris­ten­pro­fi­tieren. Wir haben daher keinen Grund, irgend­etwas zu ändern oder die Gebühren zu erhöhen“, erklärt Dr. Andrew Seguya, Exe­cu­tive Director der Uganda Wild­life Aut­ho­rity.

    Tat­säch­lich konnte die Uganda Wild­life Aut­ho­rity in den letzten Jahren große Erfolge beim Schutz der sel­tenen Berg­go­rillas ver­bu­chen. Allein zwi­schen Sep­tember 2016 und Jänner 2017 gab es einen regel­rechten Baby-Boom mit fünf neu­ge­bo­renen Berg­go­rillas. Das gibt Hoff­nung und stimmt auch die Tier­schützer positiv.

    „Wer einmal einem Berg­go­rilla in die Augen gesehen hat, ver­steht, wie wichtig der Schutz dieser Pri­maten ist. Wir wollen daher, dass nicht nur eine Min­der­heit die Mög­lich­keit hat, die Tiere in ihrer natür­li­chen Umge­bung zu erleben, son­dern jeder, dem die Berg­go­rillas wirk­lich am Herzen liegen. Zudem fühlen wir uns den Part­nern aus der Tou­ris­mus­in­dus­trie gegen­über ver­pflichtet, unsere Preise stabil zu halten“, betont Ste­phen Asi­imwe, CEO des Uganda Tou­rism Board.

    (c) Uganda Tou­rism Board

    Zum Schutz der bedrohten Tiere ist das Gorilla-Tracking stark regle­men­tiert. In Ruanda und in Uganda sind pro Gorilla-Gruppe täg­lich nur acht Besu­cher zuge­lassen. Sie begeben sich mit spe­ziell aus­ge­bil­deten Ran­gern im Regen­wald auf die Suche. Wird eine Gruppe gefunden, dürfen die Besu­cher für etwa eine Stunde bleiben.

    In Uganda ist das Gorilla-Tracking in zwei Natio­nal­parks mög­lich – dem Bwindi Imp­ene­trable Natio­nal­park, der den Lebens­raum von etwa 450 Berg­go­rillas in 36 Grup­pen­ver­bänden schützt, und dem Mga­hinga Natio­nal­park an der Grenze zu Ruanda mit 50 bis 100 Tieren. Welt­weit gibt es laut WWF nur noch 880 Berg­go­rillas. Die rest­liche Popu­la­tion lebt in Ruanda und in der Demo­kra­ti­schen Repu­blik Kongo.

    Dass die Rei­se­ver­an­stalter in Deutsch­land, Öster­reich und der Schweiz die sta­bilen Preise in Uganda begrüßen, ist klar. Sie gehen nun auch von einer Ver­schie­bung der Nach­frage zugunsten von Uganda aus, denn das Land gilt für Tou­risten als absolut sicher und bietet neben den Berg­go­rillas noch wei­tere inter­es­sante Attrak­tionen. Dazu gehören klas­si­sche Safari-Touren in den zehn Natio­nal­parks des Landes, Schim­pansen-Touren, Boots­touren auf dem Nil sowie eine immense Viel­falt an Vogel­arten. Wei­tere Infor­ma­tionen gibt’s auf www.ugandawildlife.org und www.visituganda.de.

    ÄHNLICHE ARTIKEL

    LETZTE ARTIKEL

    Neuer Look im W London: Das hat die Welt noch nicht gesehen!

    Das 2010 eröff­nete W London – Lei­cester Square hat seine 192 Zimmer und Suiten um meh­rere Mil­lionen Euro neu gestaltet. Das Ergebnis ist ein gewagtes Design – weit weg vom tra­di­tio­nellen Luxus­kon­zept.

    Mauritius: Das ist der beste Weinkeller im Indischen Ozean

    Ein À‑la-carte-Restau­rant in einem Wein­keller ist nicht all­täg­lich – vor allem im Indi­schen Ozean. Daher wun­dert es nicht, dass das Con­stance Belle Mare Plage auf Mau­ri­tius damit gleich zwei Preise gewonnen hat.

    Natur pur: Das sind die spektakulärsten Nationalparks der Welt

    Wilde Tiere, atem­be­rau­bende Land­schaften und exo­ti­sche Pflanzen: Auf der Erde gibt es viele Orte, die ihre Besu­cher in Staunen ver­setzen. Viele sind als Natio­nal­parks geschützt – der­zeit mehr als 2.200 welt­weit.

    Island: Diese neuen Geothermalpools schwimmen im See

    Ende Juli eröffnen die ersten schwim­menden Pools in Island: Das neue Geo­ther­malbad von Vök Baths nutzen das Wasser der 75 Grad heißen Quellen unter dem See Urriða­vatn, das sogar als Trink­wasser zer­ti­fi­ziert ist.

    Schweden: Insider verraten die besten Sommertipps 2019

    Wenn jemand wissen muss, wo man die schönsten Ecken für beson­dere Urlaubs­er­leb­nisse in Schweden findet, dann sind es natür­lich die Schweden selbst – und die teilen ihre Lieb­lings­plätze gerne mit anderen Men­schen.

    Elf neue Leading Hotels of the World – von Ibiza bis Japan

    The Lea­ding Hotels of the World sind mit elf neuen Mit­glie­dern in die Som­mer­saison gestartet. Neben sechs Strand­ho­tels heißt die Luxus­ho­tel­kol­lek­tion auch neue Häuser in Süd­afrika und Japan will­kommen.