Mit der Ankün­di­gung, die Gebühren für die Berg­go­rilla-Touren auf 1.500 US-Dollar pro Person zu ver­dop­peln, hat Ruanda für viel Auf­sehen gesorgt. Das Nach­bar­land Uganda will diesem Bei­spiel hin­gegen nicht folgen.

In einer Aus­sen­dung erklärt die Uganda Wild­life Aut­ho­rity, dass es in den nächsten zwölf Monaten keine Preis­er­hö­hung geben wird. Die Gebühren für das Gorilla-Tracking bleiben damit auch wei­terhin bei 600 US-Dollar pro Person in der Haupt­saison und 450 US-Dollar in der Neben­saison.

Berg­go­rillas in Uganda (c) Uganda Tou­rism Board

Die Preis­er­hö­hung in Ruanda gilt ab sofort, bestehende Buchungen zum alten Preis von 750 US-Dollar bleiben aller gültig, wie die Regie­rung des afri­ka­ni­schen Landes erklärte. Durch den höheren Preis soll mehr Geld für den Arten­schutz und für die Ein­wohner am Rande der Natio­nal­parks bereit­ge­stellt werden.

In Uganda wie in Ruanda trägt der nach­hal­tige Gorilla-Tou­rismus maß­geb­lich zum Schutz der sel­tenen und akut vom Aus­sterben bedrohten Tiere bei. Denn die Ein­nahmen aus den Gebühren helfen, ihren Lebens­raum lang­fristig zu erhalten. Durch den Tou­rismus gewinnt der Schutz der Tiere zudem welt­weit an Auf­merk­sam­keit und Unter­stüt­zung.

Gleich­zeitig bietet der Gorilla-Tou­rismus den Gemeinden rund um die Natio­nal­parks eine wirt­schaft­liche Per­spek­tive, denn 20 Pro­zent der Natio­nal­park-Gebühren gehen direkt an die lokale Bevöl­ke­rung – und durch die Besu­cher werden wei­tere Arbeits­plätze geschaffen. Damit können Kon­flikte zwi­schen Mensch und Tier und vor allem die Wil­derei lang­fristig ver­mieden werden.

Baby-Gorilla (c) Uganda Wild­life Aut­ho­rity

„Die Berg­go­rilla-Popu­la­tion ist seit den 1980er-Jahren in Uganda kon­ti­nu­ier­lich auf rund 550 Tiere gestiegen. Das zeigt, dass unser Modell für den Gorilla-Tou­rismus funk­tio­niert und sowohl der Natur­schutz als auch die Ein­hei­mi­schen von den Tou­ris­ten­pro­fi­tieren. Wir haben daher keinen Grund, irgend­etwas zu ändern oder die Gebühren zu erhöhen“, erklärt Dr. Andrew Seguya, Exe­cu­tive Director der Uganda Wild­life Aut­ho­rity.

Tat­säch­lich konnte die Uganda Wild­life Aut­ho­rity in den letzten Jahren große Erfolge beim Schutz der sel­tenen Berg­go­rillas ver­bu­chen. Allein zwi­schen Sep­tember 2016 und Jänner 2017 gab es einen regel­rechten Baby-Boom mit fünf neu­ge­bo­renen Berg­go­rillas. Das gibt Hoff­nung und stimmt auch die Tier­schützer positiv.

„Wer einmal einem Berg­go­rilla in die Augen gesehen hat, ver­steht, wie wichtig der Schutz dieser Pri­maten ist. Wir wollen daher, dass nicht nur eine Min­der­heit die Mög­lich­keit hat, die Tiere in ihrer natür­li­chen Umge­bung zu erleben, son­dern jeder, dem die Berg­go­rillas wirk­lich am Herzen liegen. Zudem fühlen wir uns den Part­nern aus der Tou­ris­mus­in­dus­trie gegen­über ver­pflichtet, unsere Preise stabil zu halten“, betont Ste­phen Asi­imwe, CEO des Uganda Tou­rism Board.

(c) Uganda Tou­rism Board

Zum Schutz der bedrohten Tiere ist das Gorilla-Tracking stark regle­men­tiert. In Ruanda und in Uganda sind pro Gorilla-Gruppe täg­lich nur acht Besu­cher zuge­lassen. Sie begeben sich mit spe­ziell aus­ge­bil­deten Ran­gern im Regen­wald auf die Suche. Wird eine Gruppe gefunden, dürfen die Besu­cher für etwa eine Stunde bleiben.

In Uganda ist das Gorilla-Tracking in zwei Natio­nal­parks mög­lich – dem Bwindi Imp­ene­trable Natio­nal­park, der den Lebens­raum von etwa 450 Berg­go­rillas in 36 Grup­pen­ver­bänden schützt, und dem Mga­hinga Natio­nal­park an der Grenze zu Ruanda mit 50 bis 100 Tieren. Welt­weit gibt es laut WWF nur noch 880 Berg­go­rillas. Die rest­liche Popu­la­tion lebt in Ruanda und in der Demo­kra­ti­schen Repu­blik Kongo.

Dass die Rei­se­ver­an­stalter in Deutsch­land, Öster­reich und der Schweiz die sta­bilen Preise in Uganda begrüßen, ist klar. Sie gehen nun auch von einer Ver­schie­bung der Nach­frage zugunsten von Uganda aus, denn das Land gilt für Tou­risten als absolut sicher und bietet neben den Berg­go­rillas noch wei­tere inter­es­sante Attrak­tionen. Dazu gehören klas­si­sche Safari-Touren in den zehn Natio­nal­parks des Landes, Schim­pansen-Touren, Boots­touren auf dem Nil sowie eine immense Viel­falt an Vogel­arten. Wei­tere Infor­ma­tionen gibt’s auf www.ugandawildlife.org und www.visituganda.de.