Wer mit dem Auto im euro­päi­schen Ausland unter­wegs ist, sollte bedenken, dass Verkehrs­sünden in jedem Land anders und teil­weise deut­lich strenger geahndet werden als in Öster­reich. Vor der Abfahrt lohnt sich daher ein Blick in die vor Ort geltenden Verkehrs­be­stim­mungen.

Fahr­zeug-Enteig­nung, Frei­heits­strafe und hohe Geld­strafen: Vor allem Alkohol am Steuer ist in vielen euro­päi­schen Ländern ein schweres Vergehen und wird entspre­chend streng bestraft. Hat der Auto­lenker beispiels­weise in Italien eine Blut­al­kohol-Konzen­tra­tion von mindes­tens 1,5 Promille, kann das Fahr­zeug enteignet werden.

Däne­mark sieht eine ähnliche Rege­lung ab 2,0 Promille vor. „In Schweden droht bereits ab 1,0 Promille eine Frei­heits­strafe von einem Monat und in Spanien sind es ab 1,2 Promille sogar drei Monate“, betont die ÖAMTC-Touris­ti­kerin Kris­tina Tauer. Am teuersten kann Alkohol am Steuer in Groß­bri­tan­nien werden – nämlich bis zu 5.710 Euro. In Malta müssen Alko­hol­sünder mit einer Strafe ab 1.200 Euro rechnen.

- Falsch tele­fo­niert: Wer ohne Frei­sprech­ein­rich­tung während der Fahrt tele­fo­niert, muss mit saftigen Strafen rechnen”, weiß die ÖAMTC-Expertin. So sind etwa in Italien 160 Euro, in Däne­mark 200 Euro und in den Nieder­landen sogar 230 Euro fällig.

- Falsche Geschwin­dig­keit: Auch Verstöße gegen Tempo­li­mits fallen oft sehr teuer aus. Über­schrei­tungen von 20 km/​h kosten in Norwegen mindes­tens 395 Euro, in Schweden 250 Euro, in Italien 170 Euro und in den Nieder­landen und der Schweiz 165 Euro.

- Falsch geparkt: Auch wer sein Fahr­zeug nicht ordnungs­gemäß parkt, kommt in einigen Ländern nicht gerade billig davon. Am teuersten ist Falsch­parken mit Strafen ab 90 Euro in den Nieder­landen und ab 80 Euro in Norwegen. In Spanien zahlen Park­sünder bis zu 200 Euro und in Däne­mark bis zu 70 Euro.

Bei sofor­tiger Bezah­lung gewähren einige Länder erheb­liche Rabatte. In Spanien zum Beispiel sind bei Bezah­lung des Straf­geldes inner­halb von 20 Tagen nur 50 Prozent des Betrages fällig. In Italien gibt es einen Nach­lass in Höhe von 30 Prozent bei Beglei­chung binnen fünf Tagen ab der Zustel­lung. Frank­reich gewährt eben­falls Ermä­ßi­gungen bei Zahlung inner­halb von 15 Tagen.

„Wer jedoch den Straf­be­scheid aus dem Ausland lange liegen lässt oder sogar igno­riert, muss mit Konse­quenzen rechnen“, warnt Tauer: „In Italien beispiels­weise verdop­pelt sich die Strafe, wenn sie nicht inner­halb von 60 Tagen bezahlt wird. Offene Strafen aus dem EU-Ausland können dabei in Öster­reich zwangs­weise einge­trieben werden. Auch bei der Wieder­ein­reise in das Urlaubs­land ist die Einfor­de­rung der Strafe möglich.

Wer nach dem Urlaub einen Straf­zettel aus dem Ausland erhält, kann sich zur Klärung der Zahlungs­ver­pflich­tung an die ÖAMTC-Rechts­be­ra­tung wenden. Detail­lierte Infos zu den Verkehrs­be­stim­mungen verschie­dener Reise­länder sind in den Länder-Infor­ma­tionen des ÖAMTC verfügbar.

Stra­fen­ka­talog für Europa (c) ÖAMTC

.