Seit Montag, 10. April 2017, ist in ganz Ägypten der Ausnahmezustand in Kraft. Das deutsche Auswärtige Amt hat jedoch seine Sicherheitshinweise vorerst noch nicht angepasst und warnt auch weiterhin nicht generell vor Ägypten-Reisen.

Nach den Anschlägen auf zwei koptische Kirchen am Sonntag entsprach das Parlament dem Wunsch von Präsident Abdel Fattah al-Sisi: Der Ausnahmezustand wurde vorerst für einen Zeitraum von drei Monaten verhängt und ermöglicht unter anderem Festnahmen ohne Haftbefehl und Hausdurchsuchungen ohne richterliche Anordnung.

Bei den Bombenanschlägen in der Stadt Tanta im Nildelta und in Alexandria waren mehr als 40 Tote und 110 Verletzte zu beklagen. Noch am selben Abend hatte Sisi das Militär angewiesen, die Polizei beim Schutz von wichtigen Gebäuden und Einrichtungen zu unterstützen.

Ob der Ausnahmezustand auch Auswirkungen auf den Tourismus haben wird, ist derzeit noch unklar. Immerhin hatte er unter dem langjährigen ägyptischen Staatschef Mubarak drei Jahrzehnte lang gegolten, ohne dass die Besucher des Landes etwas davon bemerkt hätten. Noch ist auch nicht bekannt, welche konkreten Maßnahmen die Regierung nun plant.

Das deutsche Auswärtige Amt hat jedenfalls seine Sicherheitshinweise für Ägypten nicht verändert: „Es besteht landesweit ein erhöhtes Risiko terroristischer Anschläge und die Gefahr von Entführungen. Diese können sich auch gegen ausländische Ziele und gegen ausländische Staatsbürger richten“, heißt es nach wie vor auf der offiziellen Website.

Bei Reisen nach Ägypten – einschließlich der Touristengebiete am Roten Meer – werde „generell zur Vorsicht geraten“. Demonstrationen und größere Menschenansammlungen, insbesondere vor religiösen Stätten, Universitäten und staatlichen Einrichtungen, sollten „unbedingt gemieden werden“. Eine Reisewarnung ist das aber noch lange nicht.