Ab Freitag, 7. April, müssen sich die Reisenden euro­pa­weit auf deut­lich verschärfte Kontrollen an den Außen­grenzen der Schengen-Staaten einstellen. Am stärksten betroffen werden vermut­lich die Kroa­tien-Urlauber sein.

Die entspre­chende Ände­rung des Schen­gener Grenz­kodex wurde von der EU bereits im Dezember 2016 beschlossen. Demnach sind die Mitglieds­staaten künftig verpflichtet, alle Personen – also auch EU-Bürger – beim Über­schreiten der Außen­grenze syste­ma­tisch zu kontrol­lieren und ihre Reise­pässe mit inter­na­tio­nalen Daten­banken über verlo­rene und gestoh­lene Doku­mente abzu­glei­chen.

Mali Lošinj /​ Kroa­tien (c) travel by tropf

Damit sollen sich die Grenz­or­gane verge­wis­sern, dass „diese Personen keine Bedro­hung für die öffent­liche Ordnung und die innere Sicher­heit darstellen“. Diese Rege­lung gilt sowohl bei der Einreise als auch bei der Ausreise und für alle Straßen- und Zugver­bin­dungen ebenso wie auf den Flug­häfen und auf See.

Wer mit dem Auto nach Kroa­tien fährt, muss somit ab 7. April 2017 bei der Hin- und bei der Rück­reise an der kroa­tisch-slowe­ni­schen Grenze mit inten­siven Über­prü­fungen rechnen. Vor allem in der Haupt­rei­se­zeit können dadurch noch längere Staus entstehen als bisher. Denn Kroa­tien gehört zwar zur EU, aber so wie Groß­bri­tan­nien, Irland, Rumä­nien, Bulga­rien und Zypern nicht zum Schengen-Raum – die Schweiz, Liech­ten­stein, Norwegen und Island hingegen schon, obwohl sie keine EU-Mitglieder sind.

Gefährdet sind vor allem die Grenz­über­gänge Dragonja (auf der Haupt­route nach Istrien), Obrezje (Auto­bahn Zagreb-Ljubljana) und Macelj (Zagreb-Ptuj-Maribor), aber natür­lich auch die kroa­tisch-unga­ri­sche Grenze. Die Schengen-Staaten können zwar die Kontrollen auf gezielte, stich­pro­ben­ar­tige Daten­bank-Abfragen begrenzen, wenn eine syste­ma­ti­sche Abfrage „unver­hält­nis­mä­ßige Auswir­kungen auf den Verkehrs­fluss an der Grenze“ haben sollte. Ob Kroa­tien und Slowe­nien von dieser Ausnahme Gebrauch machen, ist aber noch unklar.